Martina McBride

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Martina McBride (2010)

Martina McBride (* 29. Juli 1966 in Sharon, Kansas; gebürtig Martina Mariea Schiff) ist eine US-amerikanische Country-Sängerin, die seit Mitte der 1990er Jahre zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihres Genres zählt. Bei den CMA Awards, der wichtigsten Auszeichnung im Country-Bereich, wurde sie bisher viermal zur „Sängerin des Jahres“ gekürt. Darüber hinaus wurde sie 14 Mal für den Grammy nominiert, aber bislang nicht ausgezeichnet.[1] McBride hat weltweit mehr als 18 Millionen Alben verkauft.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

McBride wuchs in typisch ländlichen Verhältnissen des amerikanischen mittleren Westens auf. Als Kind begeisterte sie sich zwar früh für Country-Musik, mochte aber auch die Rockstars der damaligen Zeit. In der High School konnte sie erste Erfahrungen in Bands sammeln, bevor sie Mitte der 1980er Jahre als professionelle Sängerin in Wichita, Kansas Auftritte erhielt. 1988 heiratete sie John McBride und zog mit ihm 1990 nach Nashville. In dieser Zeit arbeitete sie bereits intensiv an ihrem ersten Demoband, während ihr Mann für Künstler wie Charlie Daniels, Ricky Van Shelton oder Garth Brooks tätig war.

Zu Beginn der 1990er Jahre unterzeichnete McBride einen Plattenvertrag bei RCA Records und veröffentlichte 1992 ihr Debüt-Album The Time Has Come. Die Produktion war im Vergleich zu späteren Alben traditionell gehalten und verkaufte sich nur bescheiden. Der Titelsong war ihr erster Top-40-Hit in den Country-Charts, weitere Auskopplungen (darunter die Trinker-Ballade Cheap Whiskey) machten McBride zwar populär, aber nur bedingt erfolgreich.

My Baby Loves Me hieß 1993 ihr erster großer Hit in den amerikanischen Country-Charts (Platz 2). Das dazugehörige Album The Way That I Am verkaufte sich mehr als eine Million Mal und hielt sich über 100 Wochen in den Country-Alben-Charts. Der von Gretchen Peters geschriebene Song Independence Day, die Geschichte eines Mädchens, das Gewalt in ihrer Familie miterleben muss, wurde wenig später einer der größten Erfolge von Martina McBride und mit dem CMA Award als „Song Of The Year 1995“ ausgezeichnet.

Martina McBride (2014)

Das Album Wild Angels (1995) warf mit dem Titelsong, geschrieben von Kollegin Matraca Berg, erstmals einen Nummer-1-Hit in den Charts ab. McBrides Alben verkauften sich stetig besser, sie hatten jetzt stärkere Pop-Anteile: Evolution 1997 brachte es auf über vier Millionen Einheiten, während Greatest Hits 2001 erstmals auch die Top-Ten der Pop-Alben-Charts erreichte, ebenso wie ihr Album Martina 2003. Auf letzterem Album orientierte sie sich wieder mehr am Country-Genre, nachdem das Album Emotion (1999) nur noch wenig damit zu tun gehabt hatte. Das 2005 veröffentlichte Werk Timeless enthält ausschließlich bekannte Country-Klassiker, die weitgehend traditionell eingespielt wurden und McBrides Rückkehr zum Genre dokumentieren. Mittlerweile hat die Sängerin alleine in den USA über 13 Millionen Platten verkauft. 2009 erschien ihr Album Shine. 2011 veröffentlichte McBride ihr elftes Studioalbum Eleven; den Großteil der Songs schrieb McBride selbst. Die Singleauskopplungen Teenage Daughters und I’m Gonna Love You Though It verzeichnen den größten Erfolg seit Jahren. 2012 veröffentlichte sie die Single Marry Me, ein Duett mit Frontman Pat Monathan von Train.[3]

Nach 2009 endete McBrides langjährige Zusammenarbeit mit dem Label RCA. Sie begann in der Folge Alben für unterschiedliche Label aufzunehmen, die nicht mehr ganz an die alten Erfolge anknüpfen konnten. Während sie sich in den Alben-Charts weiterhin gut platzierte, hatte sie bereits seit 2011 keine Hits mehr in den Country- oder Pop-Charts. In jenem Jahr konnte sie mit I’m Gonna Love You Through It ihren ersten Top-10-Erfolg seit 2007 feiern.

Bereits 2005 nahm McBride ein Album mit Country-Klassikern auf. Timeless ist eine Sammlung von 18 Country-Songs, darunter legendäre Lieder des Genres wie Don Gibsons I Can’t Stop Loving You, Johnny Cashs I Still Miss Someone oder Joe Souths (I Never Promised You A) Rose Garden. Das Album, auf dem auch Gaststars wie Dolly Parton, Dwight Yoakam oder Rhonda Vincent zu hören sind, wurde mit Platin ausgezeichnet und erreichte Platz eins der Country- und Platz drei der Pop-Charts. Das Konzept Klassiker zu interpretieren nahm McBride 2014 mit Everlasting erneut auf. Dieses Mal coverte sie allerdings bekannte Soul-Evergreens wie If You Don’t Know Me by Now von Harold Melvin and the Blue Notes oder Do Right Woman, Do Right Man von Aretha Franklin. Als Duettpartner für das von Don Was produzierte Werk konnte McBride Gavin DeGraw und Kelly Clarkson gewinnen.[4] Auch dieses Album erreichte wieder Platz eins der Country-Charts. Ein Novum, denn McBride war damit die erste Sängerin, der es gelang, mit einer Indie-Veröffentlichung auf Platz eins zu platzieren.[5]

2016 erschien das Studio-Album Reckless bei Nash Icon, einem Label, das ältere Country-Stars wie Reba McEntire, Ronnie Dunn oder Hank Williams Jr. unter Vertrag hat.[6]

Erfolg außerhalb der USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den größten Erfolg hat Martina McBride bislang auf dem Country-Markt der USA. Bereits zu Anfang ihrer Karriere unternahm die Sängerin allerdings Versuche, auch das Ausland zu erobern. So begleitete sie 1994 Amerikas größten Country-Star Garth Brooks auf Tour durch Europa und besuchte in diesem Zusammenhang auch Deutschland. Ab 1993 wurden ihre Alben für den deutschen Markt teilweise mit anderen Covern und veränderter Trackliste veröffentlicht. Die Verwendung des Songs I Love You in dem Film Die Braut, die sich nicht traut (1999) verhalf McBride erstmals zu einem größeren Erfolg in Deutschland. Als bislang einzige Single erreichte sie damit Platz 79 in den deutschen Charts.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Country
1992 The Time Has Come
300! 49
(24 Wo.)
1994 The Way That I Am
106 Platin
(30 Wo.)
14
(104 Wo.)
1995 Wild Angels
77 Platin
(25 Wo.)
17
(66 Wo.)
1998 Evolution
24 3-fach-Platin
(93 Wo.)
4
(104 Wo.)
White Christmas
64 Platin
(40 Wo.)
9
(14 Wo.)
1999 CMT All Access –– Girls Night Out
300! 30
(13 Wo.)
Emotion
19 Platin
(37 Wo.)
3
(100 Wo.)
2001 Greatest Hits
5 3-fach-Platin
(104 Wo.)
1
(104 Wo.)
2003 Martina
7 Doppelplatin
(89 Wo.)
1
(104 Wo.)
2005 Timeless
3 Platin
(27 Wo.)
1
(102 Wo.)
2007 Waking Up Laughing
4 Gold
(24 Wo.)
2
(61 Wo.)
2008 Martina McBride: Live in Concert
112
(2 Wo.)
19
(8 Wo.)
2009 Shine
10
(9 Wo.)
1
(75 Wo.)
2011 Eleven
10
(11 Wo.)
4
(35 Wo.)
2012 Hits and More
47
(4 Wo.)
11
(29 Wo.)
2013 The Classic Christmas Album
177
(3 Wo.)
27
(12 Wo.)
2014 Everlasting
7
(5 Wo.)
1
(13 Wo.)
2016 Reckless
31
(2 Wo.)
2
(15 Wo.)

Weitere Alben

  • 2005: My Heart (US: Gold)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Country
1992 The Time Has Come
The Time Has Come
300! 23
(20 Wo.)
That’s Me
The Time Has Come
300! 43
(15 Wo.)
1993 Cheap Whiskey
The Time Has Come
300! 44
(15 Wo.)
My Baby Loves Me
The Way That I Am
300! 2
(21 Wo.)
1994 Life #9
The Way That I Am
300! 6
(20 Wo.)
Independence Day
The Way That I Am
300! 12
(20 Wo.)
1995 Heart Trouble
The Way That I Am
300! 21
(20 Wo.)
Where I Used to Have a Heart
The Way That I Am
300! 49
(9 Wo.)
Safe in the Arms of Love
Wild Angels
300! 4
(20 Wo.)
1996 Wild Angels
Wild Angels
300! 1
(20 Wo.)
Phones Are Ringin' All Over Town
Wild Angels
300! 28
(19 Wo.)
Swingin' Doors
Wild Angels
300! 38
(15 Wo.)
O Holy Night
300! 74
(1 Wo.)
1997 Cry on the Shoulder of the Road
Wild Angels
300! 26
(16 Wo.)
Still Holding On
300! 11
(20 Wo.)
Valentine
Evolution
50
(20 Wo.)
9
(20 Wo.)
1998 A Broken Wing
Evolution
300! 1
(25 Wo.)
Happy Girl
Evolution
300! 2
(22 Wo.)
This Small Divide
Evolution
300! 55
(7 Wo.)
Jason Sellers feat. Martina McBride
1999 Let It Snow, Let It Snow, Let It Snow
White Christmas
300! 64
(3 Wo.)
Wrong Again
Evolution
36
(9 Wo.)
1
(26 Wo.)
Whatever You Say
Evolution
37
(20 Wo.)
2
(27 Wo.)
I Love You
Evolution
24
(20 Wo.)
1
(33 Wo.)
2000 Have Yourself a Merry Little Christmas
White Christmas
300! 53
(9 Wo.)
Love’s the Only House
Emotion
42
(20 Wo.)
3
(28 Wo.)
There You Are
Emotion
60
(13 Wo.)
10
(29 Wo.)
The Christmas Song (Chestnuts Roasting on an Open Fire)
White Christmas
300! 67
(3 Wo.)
2001 White Christmas
White Christmas
300! 62
(5 Wo.)
O Holy Night
White Christmas
300! 41
(8 Wo.)
It’s My Time
Emotion
300! 11
(21 Wo.)
When God-Fearin' Women Get the Blues
Greatest Hits
64
(10 Wo.)
8
(20 Wo.)
2002 Blessed
Greatest Hits
31
(20 Wo.)
1
(32 Wo.)
Where Would You Be
Greatest Hits
45
(16 Wo.)
3
(30 Wo.)
Practice Life
300! 33
(20 Wo.)
mit Andy Griggs
2003 Concrete Angel
Greatest Hits
47 Gold
(19 Wo.)
5
(26 Wo.)
This One’s for the Girls
Martina
39 Gold
(20 Wo.)
3
(23 Wo.)
2004 In My Daughter’s Eyes
Martina
39 Gold
(16 Wo.)
4
(20 Wo.)
How Far
Martina
68
(8 Wo.)
12
(20 Wo.)
Trip Around The Sun
300! 20
(20 Wo.)
2005 God’s Will
Martina
85
(8 Wo.)
16
(21 Wo.)
(I Never Promised You A) Rose Garden
Timeless
98
(2 Wo.)
18
(22 Wo.)
2006 I Still Miss Someone
Timeless
300! 50
(5 Wo.)
Baby, It's Cold Outside
300! 36
(5 Wo.)
2007 Anyway
Waking Up Laughing
32
(16 Wo.)
5
(23 Wo.)
How I Feel
Waking Up Laughing
300! 15
(20 Wo.)
2008 For These Times
Waking Up Laughing
300! 35
(16 Wo.)
Blue Christmas
300! 36
(4 Wo.)
2009 Ride
Shine
82
(8 Wo.)
11
(24 Wo.)
I Just Call You Mine
Shine
97
(1 Wo.)
18
(30 Wo.)
2010 Wrong, Baby, Wrong
Shine
74
(15 Wo.)
11
(23 Wo.)
2011 Teenage Daughters
Eleven
100
(1 Wo.)
17
(16 Wo.)
I’m Gonna Love You Through It
Eleven
61
(20 Wo.)
4
(33 Wo.)
Care
300! 58
(4 Wo.)
Kid Rock feat. Angaleena Presley und Martina McBride
Please Come Home For Christmas
300! 51
(2 Wo.)
2012 Marry Me
Eleven
300! 45
(8 Wo.)
feat. Pat Monahan

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Martina (US: Platin)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldene Schallplatte

  • KanadaKanada Kanada
    • 2002: für das Album „White Christmas“
    • 2002: für das Album „Greatest Hits“

Platin-Schallplatte

  • KanadaKanada Kanada
    • 1996: für das Album „The Way That I Am“
    • 1997: für das Album „Wild Angels“
    • 2000: für das Album „Evolution“
    • 2001: für das Album „Emotion“
    • 2006: für das Album „Timeless“
Land/Region Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Verkäufe Quellen
KanadaKanada Kanada (MC) 2 5 600.000 musiccanada.com
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten (RIAA) 5 14 15.600.000 riaa.com
Insgesamt 7 19

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.grammy.com/grammys/artists/martina-mcbride
  2. http://www.cmt.com/news/1651761/martina-mcbride-signs-to-republic-nashville/
  3. Kritik auf Taste of country
  4. https://www.billboard.com/articles/columns/the-615/6028911/martina-mcbride-everlasting-full-album-stream-listen
  5. https://www.billboard.com/articles/columns/the-615/6062364/luke-bryan-martina-mcbride-top-country-songs-albums-charts
  6. http://www.bigmachinelabelgroup.com/labels/nash-icon/
  7. Chartquellen Alben: Charts US
  8. Chartquellen Singles: Charts US

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martina McBride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien