Martina Voss-Tecklenburg

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Martina Voss-Tecklenburg
Martina Voss-Tecklenburg (16523054059).jpg
Martina Voss-Tecklenburg (beim Algarve-Cup 2015)
Personalia
Name Martina Voss-Tecklenburg
Geburtstag 22. Dezember 1967
Geburtsort DuisburgDeutschland
Größe 168 cm
Position Mittelfeld, Sturm
Frauen
Jahre Station Spiele (Tore)1
1982–1989 KBC Duisburg
1989–1994 TSV Siegen
1994–2003 FCR 2001 Duisburg
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1984–2000 Deutschland 125 (27)
Stationen als Trainerin
Jahre Station
2008–2011 FCR 2001 Duisburg
2011–2012 FF USV Jena
2012–2018 Schweiz
2012– Credit Suisse Academy
2018– Deutschland
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Martina Voss-Tecklenburg (* 22. Dezember 1967 in Duisburg als Martina Voss) ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin und aktive Fußballtrainerin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voss’ erster Fußballverein war der DJK Lösort Meiderich 1921 e.V. Sie spielte dort bis zur D-Jugend und wechselte im Anschluss zum KBC Duisburg, da man damals als Mädchen ab der C-Jugend nicht mit Jungen in einer Mannschaft spielen durfte. Als 15-Jährige gewann sie 1983 mit dem KBC Duisburg den DFB-Pokal der Frauen und 1985 ihre erste deutsche Meisterschaft. Neben dem KBC Duisburg spielte sie für den TSV Siegen und den FCR Duisburg (früher FC Rumeln-Kaldenhausen). Insgesamt gewann sie sechsmal die deutsche Meisterschaft, zuletzt im Jahre 2000 mit dem FCR Duisburg, und viermal den DFB-Pokal. 1996 wurde sie zur ersten Fußballerin des Jahres in Deutschlands gewählt und 2000 als erste Spielerin zum zweiten Mal. Im Jahr 2003 beendete sie mit dem DFB-Pokalfinale gegen den 1. FFC Frankfurt ihre Karriere. In diesem Spiel siegte der FFC ausgerechnet durch das einzige Eigentor in ihrer Laufbahn mit 1:0.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt bestritt die Mittelfeldspielerin 125 Länderspiele für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Ihre größten Erfolge waren der Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft 1995 mit dem Nationalteam sowie der vier Europameisterschaften 1989, 1991, 1995 und 1997.

Für diese Erfolge wurde sie (unter ihrem Mädchennamen Voss) mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[1]

Ihre Karriere in der Nationalmannschaft ging wegen eines Streits mit ihrer damaligen Freundin und Mannschaftskameradin Inka Grings vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney abrupt zu Ende.[2] Als eine von bisher erst zwei Spielerinnen bekam sie vom DFB ein Abschiedsspiel zu ihrem Karriereende geschenkt. Mit 15 Jahren und 164 Tagen war sie bis zum 17. Februar 2000 am längsten von allen Spielerinnen in der Nationalmannschaft aktiv. Der Rekord wurde dann von Birgit Prinz übertroffen.

Trainer-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn als Spielerin 2003 arbeitete Martina Voss als Teammanagerin beim Oberligisten SV Straelen. Hauptberuflich betreute sie als Verbandssportlehrerin die weiblichen Auswahlteams am Niederrhein. Außerdem war sie bis zur Einstellung des Magazins im Frühjahr 2012 Chefredakteurin des Frauenfußball-Magazins FF.[3] Am 12. Februar 2008 übernahm sie das Traineramt beim Erstligisten FCR 2001 Duisburg, wo sie am 17. Februar 2011 beurlaubt wurde. Am 11. Juni 2011 unterschrieb sie einen Einjahresvertrag beim FF USV Jena, kündigte diesen aber am 29. Januar 2012.[4]

Seit 5. Februar 2012 ist Voss-Tecklenburg Nationaltrainerin der Schweiz[5] und übernahm am 1. August 2012 als Nachfolgerin von Béatrice von Siebenthal die Credit Suisse Academy. Im Juni 2015 führte sie die Schweizer Fußballnationalmannschaft der Frauen erstmals in deren Geschichte zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen.[6]

Am 26. April 2018 gab der Deutsche Fußball-Bund bekannt, dass Voss-Tecklenburg Nachfolgerin von Horst Hrubesch als Bundestrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft wird. Sie soll das Amt im September 2018 nach Abschluss der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2019 übernehmen.[7]

Weitere Aktivitäten und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 2009 heiratete sie den Bauunternehmer Hermann Tecklenburg, damals Vorstandsmitglied von Fortuna Düsseldorf.[8] Aus einer früheren Beziehung hat sie eine Tochter.

Von 2007 bis zum Einstellen des Magazins 2012 war sie Chefredakteurin der Frauenfußball-Illustrierten FF-Magazin.

Seit Februar 2018 ist Voss-Tecklenburg Mitglied des Aufsichtsrats von Fortuna Düsseldorf.[9][10]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Spielerin
  • 6× Deutsche Meisterin: 1985, 1990, 1991, 1992, 1994, 2000
  • 4× Deutsche Pokalsiegerin: 1983, 1989, 1993, 1998
  • 4× Europameisterin: 1989, 1991, 1995 und 1997
  • Vize-Weltmeisterin 1995
als Trainerin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martina Voss-Tecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010: Artikel das Silberne Lorbeerblatt … eine Auswahl ausgezeichneter Sportler … ausgezeichnete Teams … deutsche Frauenfußballnationalmannschaft … Europameisterschaft 1989, 1991, 1995 und 1997.
  2. Sie dürfen die Braut jetzt küssen!, emma.de vom 1. Juli 2011, abgerufen am 2. Mai 2018
  3. frauenfußball magazin – In eigener Sache (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.is); dersportverlag.de, Meldung vom 22. März 2012.
  4. Voss-Tecklenburg übernimmt USV Jena (Memento vom 22. Juni 2015 im Internet Archive), In: Handelsblatt, 12. Juni 2011
    Martina Voss-Tecklenburg verlässt den FF USV Jena. In: Thüringische Landeszeitung, 30. Januar 2012, aufgerufen am 22. Juni 2015.
  5. Frauen-Nationalmannschaft Voss-Tecklenburg übernimmt Frauen-Nati; Meldung vom 29. Januar 2012.
  6. Die Welt: Schweiz erstmals für Frauenfußball-WM qualifiziert
  7. Voss-Tecklenburg übernimmt Amt von Hrubesch. In: Spiegel Online. 26. April 2018, abgerufen am 26. April 2018.
  8. Fortuna-Vorstand Tecklenburg: Seine Martina machte ihm den Heiratsantrag, express.de vom 15. September 2009, abgerufen am 27. April 2018
  9. Voss-Tecklenburg neue Fortuna-Aufsichtsrätin. In: RP-Online. 8. Februar 2018, abgerufen am 27. April 2018.
  10. Wahlausschuss beruft Martina Voss-Tecklenburg in den Aufsichtsrat. Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e. V., 8. Februar 2018, abgerufen am 8. Februar 2018.
VorgängerinAmtNachfolgerin

Silvia Neid
Rekordnationalspielerin des DFB
17. September 1998 – 11. November 1999

Doris Fitschen