Martina Willing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Martina Willing Leichtathletik
Voller Name Martina Monika Willing
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 3. Oktober 1959
Karriere
Disziplin Speer- und Diskuswurf, Kugelstoßen
Verein SG Stahl Brandenburg, SC Potsdam
Trainer Wilfried Melzer
Status aktiv
Medaillenspiegel
IPC logo (2004).svg Paralympische Spiele
Silber 1988 Seoul Kugelstoßen
Gold 1992 Barcelona Speerwurf
Silber 1992 Barcelona Diskuswurf
Bronze 1992 Barcelona Kugelstoßen
Silber 1994 Lillehammer 3 × 2,5 km
Gold 1996 Atlanta Speerwurf
Bronze 1996 Atlanta Diskuswurf
Bronze 1996 Atlanta Kugelstoßen
Silber 2000 Sydney Kugelstoßen
Bronze 2004 Athen Kugelstoßen
Gold 2008 Peking Speerwurf
Silber 2008 Peking Kugelstoßen
Bronze 2012 London Speerwurf
IPC logo (2004).svg Weltmeisterschaften der Behinderten
Gold 1998 Birmingham Speerwurf
Silber 1998 Birmingham Diskuswurf
Silber 1998 Birmingham Kugelstoßen
Silber 2002 Lille Speerwurf
Silber 2002 Lille Kugelstoßen
Bronze 2002 Lille Diskuswurf
Gold 2006 Assen Speerwurf
Silber 2006 Assen Diskuswurf
Bronze 2006 Assen Kugelstoßen
Silber 2011 Christchurch Speerwurf
Gold 2013 Lyon Kugelstoßen
Europameisterschaften der Behinderten
Gold 2003 Assen Speerwurf
Gold 2003 Assen Kugelstoßen
Gold 2012 Stadskanaal Speerwurf
letzte Änderung: 6. September 2012

Martina Monika Willing (* 3. Oktober 1959) ist eine deutsche Leichtathletin, die im Speerwurf, Diskuswurf sowie im Kugelstoßen antritt. Sie ist sowohl blind als auch querschnittgelähmt und startet deshalb im Behindertensport in der Klassifikationsgruppe F56, wobei das F für die englische Bezeichnung field (de.: Feld) steht.

Leben[Bearbeiten]

Privat[Bearbeiten]

Willing litt bereits seit ihrer Geburt an einer Sehstörung. Im Alter von 21 Jahren erblindete sie vollständig. Bei den Winter-Paralympics 1994 im norwegischen Lillehammer stürzte sie im abschließenden Skilanglauf-Einzelrennen und musste sich zur Behandlung einer Knieoperation unterziehen. Eine durch die Betäubungsspritze ausgelöste Blutung im Rückenmark führte dabei zur Querschnittlähmung.

Martina Willing hat als Biologin gearbeitet, ist aber mittlerweile in Rente.

Sportkarriere[Bearbeiten]

1981 fand sie den Einstieg in den Behindertensport – damals noch in den Klassifizierungen C4 und F11 – und gewann sieben Jahre später in Seoul ihre erste paralympische Medaille. 1992 in Barcelona sicherte sie sich den Titel im Speerwurf und stellte dabei einen bis heute (Stand: September 2012) gültigen Weltrekord auf. Sie benötigte knapp ein Jahr zur psychischen Bewältigung ihres Unfall und der zusätzlichen Behinderung ab 1994. Es gelang ihr jedoch eine Fortsetzung ihrer sportlichen Erfolge. So konnte sie bereits bei den darauf folgenden Sommer-Paralympics 1996 in Atlanta abermals die Goldmedaille im Speerwurf gewinnen – in ihrer neuen Klassifizierungsgruppe war sie im Wettkampf die einzige blinde Athletin. Es folgten zahlreiche Medaillen, darunter ein neuerlicher Titel im Speerwurf 2008 in Peking, bei vier weiteren Austragungen der Sommer-Paralympics und auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten gehört Willing seit 1998 regelmäßig zu den Besten in ihren drei Disziplinen.

Zudem kehrte sie auch in den Wintersport zurück und fährt dort Skischlitten mit Begleiter.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bestleistungen[Bearbeiten]

Disziplin Ort Weite / Punkte Datum Anmerkung
Kugelstoßen – F56 Berlin 8,92 m 16. Juni 2012 Weltrekord
Speerwurf – F56 Berlin 24,03 m 13. Juni 2008 Weltrekord
Speerwurf – F55 Bern 22,71 m 21. August 1999 Weltrekord
Speerwurf – F11 Barcelona 38,62 m 6. September 1992 Weltrekord
Fünfkampf – F11 Barcelona 2182 p 11. September 1992 Weltrekord

Weblinks[Bearbeiten]