Martinsburg (Burg)

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Martinsburg (Burg)
Die Martinsburg

Die Martinsburg

Entstehungszeit: 1478 bis 1481
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Mainz
Geographische Lage 50° 0′ 24,5″ N, 8° 16′ 16″ OKoordinaten: 50° 0′ 24,5″ N, 8° 16′ 16″ O

Die Martinsburg ist eine 1478 neu erbaute, heute abgegangene Festungsanlage (Niederungsburg) in Mainz. Sie lag am Rheinufer direkt neben der Fläche, auf der sich heute das Kurfürstliche Schloss erhebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainz-Ansicht nach Braun/Hogenberg 1572
Die Martinsburg kurz vor ihrem Abriss; Lithografie von Dionis Wasserburg

Die Burg wurde 1478 bis 1480 auf Veranlassung Diether von Isenburgs erbaut. Ihre Lage legt die Vermutung nahe, dass der Erzbischof und Kurfürst sie nicht als Verteidigungsanlage gegen Fremde errichten ließ, sondern als Rückzugsmöglichkeit vor den Bürgern der Stadt Mainz. Der eigentliche Residenzort in der Stadtmitte, direkt neben dem Dom, war im Zuge der Stiftsfehde zu unsicher geworden. Die Lage der Burg am Ufer des Rheins ermöglichte dagegen eine schnelle Flucht zu den weiteren Residenzorten Eltville und Aschaffenburg. Auch die Anlage des Wassergrabens zur Stadt hin spricht für diese These.

Am 2. März 1481 brach ein Brand in der Martinsburg aus und zerstörte die Anlage weitgehend.[1] Es ist nicht ganz sicher, ob der durch Bilder überlieferte Bau mit seinen Ecktürmen als Ruine wieder aufgebaut wurde oder nicht nach 1481 nach einem neuen Plan weitgehend erst jetzt entstand. Der Wiederaufbau zog sich bis in die Zeit um 1500 hin.

Das Ende der Martinsburg besiegelte Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts. 1809 wurde sie zugunsten des Brücken- und Hafenbaus abgetragen. Als Zeugnis ihrer Existenz sind heute nur noch einige Steinblöcke ihrer Mauern im ehemaligen Burggraben direkt vor dem Schloss zu sehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enno Bünz: Die Mainzer Residenz im ausgehenden Mittelalter. Ein unbekannter Augenzeugenbericht über den Brand der Martinsburg 1481. In: Mainzer Zeitschrift 2010, S. 3 – 19. Online-Version

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bünz 2010, hier S. 9.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]