Marula-Baum

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Marula-Baum
Marula-Baum

Marula-Baum

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Gattung: Sclerocarya
Art: Marula-Baum
Wissenschaftlicher Name
Sclerocarya birrea
(A.Rich.) Hochst.

Der Marula-Baum (Sclerocarya birrea), auch Elefantenbaum genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Sie gedeiht hauptsächlich in den warmen, frostfreien Regionen Subäquatorial-Afrikas vor.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stamm und Borke
Illustration
Blattloser Marula-Baum in Namibia im September
Reife Marula-Früchte
Marula-Fallobst in Ongwediva, Namibia
Steinfrucht der Marula-Frucht: geschlossen, mit geöffneter Samenkammer und halbiert (gut erkennbar die Samen in den beiden Kammern und die Bruchstelle, durch die eine Keimung erfolgt)
Marula-Öl zum Verkauf auf der Ongwediva Annual Trade Fair 2016

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sclerocarya birrea gedeiht als Baum und kann Wuchshöhen von bis zu 18 Metern und Stammdurchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Der Baum wirft in der Winterzeit seine Laubblätter vollständig ab. Die Borke ist silbrig grau. Die Rinde junger Zweige ist behaart.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind bis zu 20 Zentimeter lang und unpaarig gefiedert. Die Fiederblätter sind kahl und unterseits mit einer bläulichen Wachsschicht versehen.

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Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sclerocarya birrea ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Weibliche Blütenstände sind 3 bis 5 Zentimeter lang und enthalten gestielte, unscheinbare Blüten. Die männliche Blütenstände sind 5 bis 8 Zentimeter lang und enthalten sitzende Blüten mit vier rosafarbenen bis grünlichen Blütenhüllblättern.

Die kahle, rundliche Steinfrucht ist zur Reife gelb und etwa 3 bis 3,5 Zentimeter lang.[1] Sie enthält i.d.R. zwei Kammern, in denen sich der Samen befindet; bei beginnender Keimung bricht die Steinfrucht am Ende jeder Kammer auf.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Spondias birrea durch A.Rich. Ein Synonym für Sclerocarya birrea (A.Rich.) Hochst. istA.Rich.

Von Sclerocarya birrea gibt es etwa zwei Unterarten:[2]

  • Sclerocarya birrea subsp. birrea: Sie kommt im tropischen Afrika vor von Gambia bis Äthiopien und von Kamerun bis Kenia.[2]
  • Sclerocarya birrea subsp. caffra (Sond.) Kokwaro (Syn.: Sclerocarya caffra Sond., Poupartia caffra (Sond.) H.Perrier): Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor, dazu in Zaire, Kenia, Tansania und in Madagaskar.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weibliche Marula-Baum bringt bereits bei minimalen Regenfällen eine beachtliche Ernte mirabellengroßer goldgelber Früchte hervor, die geerntet bzw. angesichts der Größe der Bäume als Fallobst aufgesammelt werden und zu Amarula-Likör und Amarula-Öl verarbeitet oder auch direkt als Obst verzehrt werden können.

Dabei befindet sich unter einer abziehbaren, relativ dicken Haut eine dünne Schicht Fruchtfleisch, das direkt an dem großen Stein festsitzt. Das Fruchtfleisch hat einen säuerlichen, erfrischenden Geschmack (wobei das „Essen“ eher einem Lutschen entspricht, da das dünne Fruchtfleisch sehr fest an dem Stein sitzt). Die Früchte sind schnell verderblich, da sie sehr schnell in Gärung übergehen.

Ihnen wird aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Der Stein der Marula-Frucht enthält einen essbaren Samen, der regional als Delikatesse gilt und dessen Öl für kosmetische Zwecke verwendet werden kann. Von Schwangeren des Venda-Volkes in Südafrika wird die gemahlene Rinde des Baumes gegessen, um dadurch das Geschlecht des werdenden Kindes zu beeinflussen.

In der traditionellen Medizin werden Rinde, Wurzeln und Blätter des Marula-Baumes verwendet – so wird beispielsweise ein Sud der Rinde gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt, ein alkoholischer Auszug der Rinde als Prophylaxe gegen Malaria verwendet, ein Auszug aus den Blättern zur Behandlung von Verbrennungen und Abszessen verwendet.

Aus dem Tierleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marula-Baum wird auch „Elefantenbaum“ genannt, weil die duftenden und häufig schon gärenden Früchte des Baumes gerne von Elefanten gefressen werden. Allerdings halten es Biologen für nahezu unmöglich, dass Elefanten, wie unter anderem im Filmklassiker Die lustige Welt der Tiere dargestellt, durch den Genuss der gärenden Marula-Früchte betrunken werden können. Da der Alkoholgehalt der Früchte nur bei etwa drei Prozent liegt, müssten die Dickhäuter dazu Unmengen der Früchte zu sich nehmen. Die Forscher glauben deshalb, dass die beobachteten Rauschzustände der Tiere eher von giftigen, in der Baumrinde lebenden Käferpuppen herrühren. Die Tiere würden demnach neben den Früchten auch die Rinde und somit auch diese speziellen Käferpuppen verzehren. Einheimische verwenden diese Käferpuppen traditionellerweise zum Anfertigen giftiger Pfeilspitzen. Nach Ansicht von Forschern sei es wahrscheinlich, dass das Torkeln der Elefanten vornehmlich durch das in den Puppen enthaltene Gift verursacht wird.[3] Dagegen ist im Film zu sehen, dass nicht nur Elefanten, sondern auch Schweine, Affen und andere Tiere sich betrunken verhalten ohne dabei in die Nähe der Baumrinde zu kommen, da die überreifen Früchte herunterfallen. Der Hauptteil der Gärung der Marula-Frucht findet demnach im Magen der Tiere statt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Arbonnier: Arbres, arbustes et lianes des zones sèches d'Afrique de l'Ouest. CIRAD, MNHN, 2002, ISBN 2-85653-546-1.
  2. a b c Sclerocarya birrea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  3. www.wissenschaft.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marula-Baum (Sclerocarya birrea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sclerocarya birrea. In: U. Brunken, M. Schmidt, S. Dressler, T. Janssen, A. Thiombiano, G. Zizka: West African plants - A Photo Guide. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt am Main 2008.
  • Fanie & Julye-Ann Venter - Making the most of Indigenous Trees, Pretoria 2005
  • [1]
  • Braam van Wyk, Piet van Wyk, Ben-Erik van Wyk: Photographic guide to Trees of Southern Africa, Pretoria 2000.