Marx Johannes Friedrich Lucht

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M. J. F. Lucht, 1880

Marx Johannes Friedrich Lucht (* 1804 in Rendsburg; † 2. Juli 1891) war ein deutscher Altphilologe, Geheimer Regierungsrat und Direktor des Christianeums in Altona.

Marx Johannes Friedrich Lucht wurde 1830 an der Gelehrtenschule in Rendsburg[1] angestellt, 1836 wurde er Rektor der Gelehrtenschule in Kiel. Am 1. Oktober 1853 trat er das Direktorat des Christianeums an, das er fast 29 Jahre, bis 1882, innehatte. Im Februar 1880 beging er unter Anteilnahme der Anstalt und ganz Altonas sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Lucht war Träger des Dannebrogordens; bei seinem Eintritt in den Ruhestand 1882 wurde ihm der Rote Adlerorden 3. Klasse verliehen.[2]

Professor Dr. M. J. F. Luchts Verdienste um das Gymnasium in Altona bestanden in der Pflege der Stiftungen und der Großen Bibliothek, deren Bestände er in systematischer Aufstellung erfasste und deren Katalogisierung er ab 1854 in 17 Bandkatalogen besorgte, die Peter Schreiner Frandsen, sein Vorgängers im Amt des Bibliothekars, ab 1850 angelegt hatte.

Der Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen, ab 1863 Schüler des Christianeums, beschrieb den Direktor seiner Anstalt in seinen Jugenderinnerungen (erschienen 1909) so:

„Er war ein Mann zwischen 50 und 60, eine hohe, schlanke, überaus biegsame Gestalt, in beständiger Bewegung; ein kräftig gebauter hoher Schädel, von weißen Haaren weniger verdeckt als umrahmt, gab ihm etwas Ehrwürdiges. Er stand bei uns im Ruf großer Gelehrsamkeit besonders im Gebiet der römischen Altertümer. Sein Unterricht büßte an Wirksamkeit durch einen gewissen Mangel an Energie ein, er hatte nicht das Vorwärtsdrängende, das die Jugend mitnimmt; schon die schleppende, mit eingeschobenen, mißtönenden Flicklauten, die sich oft zu ganzen Reihen häuften, überladene Sprache gab seinen Stunden oft etwas Schläfrig-Mattes.“

Friedrich Paulsen, 1909[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 200 Jahre Christianeum zu Altona 1738–1938. Herausgegeben von Hans Schröder. Hamburg, 1938

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heute die Herderschule in Rendsburg
  2. Programm des Königlichen Christianeums zu Altona […], Altona 1883; S. 16
  3. Friedrich Paulsen: Aus meinem Leben. Jugenderinnerungen. Diederichs, Jena 1909; darin: Auf dem Gymnasium in Altona, S. 117–118 (online bei zeno.org)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]