Mary Cheney

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Mary Cheney, 2005

Mary Claire Cheney (* 14. März 1969) ist die Tochter des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney und seiner Ehefrau Lynne.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Undergraduate-Studium am Colorado College in Colorado Springs, das sie 1991 beendete, erwarb sie 2002 an der University of Denver einen weiteren Abschluss in Betriebswirtschaft. 1993 wurde sie eine der ersten Angestellten der Baseball-Mannschaft Colorado Rockies, in der Werbeabteilung. Von dort wechselte sie zu dem Brauunternehmen Coors Brewing Company, um eine Zielgruppenkampagne für Schwule und Lesben zu führen, da die Firma zu dieser Zeit von diesem Marktsegment boykottiert wurde. Sie lebt in Great Falls zusammen mit ihrer Ehefrau Heather Poe, einer ehemaligen Park-Rangerin und Managerin bei UPS. Im Mai 2007 brachte Mary Cheney einen Sohn zu Welt; im November 2009 eine Tochter.

Im Juli 2003 wurde sie Direktorin der Vizepräsidentschaftskampagne für den Bush-Cheney-Wahlkampf. Ihre Schwester Liz war als Staatssekretärin im US-Außenministerium tätig.

Homosexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheneys Homosexualität ist vor allem seit der Wahl ihres Vaters Ziel zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit geworden, sowohl wegen ihres politischen Engagements als auch der wachsende Debatte über die gleichgeschlechtliche Ehe. Im Jahr 2000 redete das Bush-Cheney-Wahlkampfteam über die Ehe und Kinder von Elizabeth Cheney, behandelte aber das Privatleben ihrer Schwester Mary als Tabu.[1] Trotzdem meinten manche Beobachter, dass Cheney, da ihre lesbische Identität öffentlich bekannt war, das Bild der Republikaner als „Compassionate conservatives“ fördere.[2]

Im Januar 2001 wohnte Cheney mit ihrer Frau der Amtseinführung von Präsident Bush und von ihrem Vater bei. 2002 wurde sie Mitglied der homosexuellenfreundlichen Republican Unity Coalition und sagte, dass sexuelle Orientierung „für die Republikanische Partei kein Thema“ sein sollte, mit dem Ziel der Gleichstellung aller schwulen und lesbischen Amerikaner. Im folgenden Jahr trat sie jedoch vom Vorstand der RUC zurück, und im Juli 2003 wurde sie Leiterin der vizepräsidentialen Angelegenheiten des Bush-Cheney-Wahlkampfteams 2004.

2004 geriet Cheneys Homosexualität erneut in den Fokus der öffentliche Aufmerksamkeit, als die Bush-Regierung eine Verfassungsänderung unterstützte, welche die Ehe auf heterosexuelle Paare begrenzen sollte. In den US-Präsidentschafts-Wahlkampfdebatten hatten sowohl der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry als auch Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards ihr Lesbischsein erwähnt, als sie zum Thema Homosexualität befragt wurden. Am Schluss der Debatte, als die Familien der Kandidaten auf die Bühne kamen, nahm auch Mary Cheney zusammen mit ihrer Partnerin dort Platz. In der dritten und letzten Debatte fragte der Moderator, „Glauben Sie, dass Homosexualität eine freie Willensentscheidung ist?“ John Kerry antwortete, „Wenn Sie sich mit der Tochter von Dick Cheney unterhalten würden, die lesbisch ist, würde sie Ihnen sagen, dass sie einfach das auslebt, was sie ist, dass sie so ist, wie sie geboren wurde.“ Dies provozierte eine wütende Antwort von sowohl Lynne Cheney als auch Dick Cheney. „Sie haben gerade einen Mann gesehen, der alles sagen würde, und alles tun würde, um gewählt zu werden,“ sagte Vizepräsident Cheney dazu bei einem Wahlkampfauftritt in Florida am nächsten Tag. Die Ehefrau von John Edwards, Elizabeth Edwards, äußerte die Vermutung, dass die Cheneys sich für ihre Tochter „schämen“ würden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Cloud, Why Nothing About Mary?, CNN-Bericht, 1. August 2000 (englisch)
  2. Mark Miller und Debra Rosenberg, Something About Mary. Gay-marriage proponents target the veep's daughter, Newsweek/MSNBC, 23. Februar 2004 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]