Marzling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marzling
Marzling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marzling hervorgehoben

Koordinaten: 48° 25′ N, 11° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 443 m ü. NHN
Fläche: 20,5 km2
Einwohner: 3224 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85417
Vorwahl: 08161
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 140
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freisinger Str. 11
85417 Marzling
Website: www.marzling.de
Erster Bürgermeister: Martin Ernst (Christlich Soziale Union in Bayern / Freie Wähler[2])
Lage der Gemeinde Marzling im Landkreis Freising
Landkreis DachauLandkreis ErdingLandkreis KelheimLandshutLandkreis LandshutLandkreis MünchenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmAllershausenAttenkirchenAu in der HallertauEching (Landkreis Freising)FahrenzhausenFreisingGammelsdorfHaag an der AmperHallbergmoosHörgertshausenHohenkammerKirchdorf an der AmperKranzbergLangenbach (Oberbayern)MarzlingMauernMoosburg an der IsarNandlstadtNeufahrn bei FreisingRudelzhausenWang (Oberbayern)WolfersdorfPaunzhausenZollingKarte
Über dieses Bild

Marzling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising, etwa vier Kilometer nordöstlich von Freising. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie und Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Gemeindegebietes

Die südliche Hälfte des Gemeindegebiets liegt in der flachen Münchner Schotterebene in den Ausläufern des Erdinger Mooses. Die Fluren bis hin zur Landkreisgrenze mit dem Landkreis Erding am Süßgraben werden als „Obere“ bzw. „Untere Lüsse“, zusammenfassend als „Lüsse“ bezeichnet. Diese Gebiete werden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Mittig durch das Gemeindegebiet fließt die Isar, die beidseitig von Auwäldern begleitet wird. Parallel zur Isar fließen in den Wäldern nördlich die Moosach und südlich der Angerbach. Von Süden fließt die Goldach Richtung Isar um nach dem Eintritt in die Auwälder auch parallel zu dieser zu verlaufen.

Der nördliche Teil des Gemeindegebietes liegt im tertiären Donau-Isar-Hügelland. Der Übergang zum flachen südlichen Teil bilden fast im gesamten Gemeindegebiet teilweise bis 40 m hohe steil abfallende bewaldete Hänge, an deren Fuß die Moosach fließt. Einzig im Bereich des Hauptortes Marzling ist der Übergang deutlich flacher.

Im äußersten Norden des Gemeindegebiets fällt das Gelände bei Unterberghausen steil ins Tal der Amper ab, die hier für ein kurzes Stück die Gemeindegrenze bildet.

Nachbargemeinden und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen grenzt Marzling direkt an das Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Freising. Weitere Nachbargemeinden sind Zolling, Langenbach, sowie Eitting und Oberding im Landkreis Erding.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt elf amtlich benannte Gemeindeteile, die überwiegend in der nördlichen Hälfte des Gemeindegebietes liegen (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marzling wurde im Jahr 804 als im Besitz der Freisinger Domkirche urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts war es eine Hofmark des Hochstifts Freising und gehörte von da an bis zur Säkularisation 1803 zum Domkapitel bzw. Hochstift Freising. Marzling wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Am 1. Januar 1972 wurden Gebietsteile der bisherigen Gemeinde Rudlfing eingegliedert.[4] Ebenfalls im Zuge der Gebietsreform in Bayern sollte Marzling 1978 entweder in die Stadt Freising eingemeindet werden, oder mit dem Nachbarort Langenbach eine Verwaltungsgemeinschaft bilden. Die letztendlich gebildete Verwaltungsgemeinschaft Langenbach hatte bis 1994 bestand.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.985 auf 3.238 um 1.253 Einwohner bzw. um 63,1 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Ernst Martin (Christlich Soziale Union in Bayern e.V. und Freie Wähler). Vorgänger war ab 1. Mai 2008 Dieter Werner (PB Marzling). Dessen Vorgänger war Michael Schwaiger (CSU/Freie Wähler), der von 2008 bis 2014 Landrat des Kreises Freising war. Schwaiger wurde im Jahr 2002 Nachfolger von August Hartmeier (Parteifreie Bürger).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der italienischen ItalienItalien Gemeinde San Zenone degli Ezzelini in der Provinz Treviso.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Marzling
Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß, dem ein goldener Wellenbalken aufgelegt ist, in Gold ein wachsendes oberhalbes rotes Mühlrad, darüber eine rote Krone mit drei blauen Steinen.“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin

Die Kath. Pfarrkirche St. Martin in Marzling wurde im späten Mittelalter erbaut, ein spätgotischer Bau; in der Barockzeit um 1715 umgestaltet und 1864 verlängert. Um 1720 Stuckarbeiten, Nikolaus Liechtenfurtner zugeschrieben. Bemerkenswertes Zeugnis jahrhundertelanger, alltagskultureller Praxis im Ort war das stattliche Anwesen des Alten Wirts im Zentrum. Der Bau stammte etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und war, neben einigen veränderten Bauernhäusern, eines der letzten erhaltenen profanen Zeugnisse der Ortsgeschichte. Schulhaus und Pfarrhaus aus dem früheren 20. Jahrhundert fielen Neubauten zum Opfer. Nach dem Abriss des Alten Wirts im März 2010[8] entstand an diesem Standort das neue Rathaus der Gemeinde Marzling.

Im Gemeindegebiet befindet sich das Naherholungsgebiet Stoibermühle (Badesee, Biergarten). In Rudlfing befindet sich eine ehemalige Wallfahrtskirche (St. Maria), in Hangenham ist neben der Kirche Philippus und Jakobus mit einem Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert das Haus der Naturfreunde mit Aussicht auf das Erdinger Moos zu erwähnen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Nähe zu Freising und die günstige Verkehrsanbindung ist die Gemeinde zu einem bevorzugten Wohnort für Pendler geworden. Direkt am nördlichen Ortsrand verläuft die Staatsstraße 2350 (ehemalige Bundesstraße 11). Die durch den südlichen Gemeindeteil verlaufende Bundesautobahn 92 ist über die Bundesstraße 301, die westlich des Gemeindegebiets die Isar überquert zu erreichen.

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt für Regionalbahnen an der Bahnlinie München-Landshut und gehört zum Bereich des Münchener Verkehrsverbunds MVV. Dieser bis dahin in einer Kurve gelegene Haltepunkt wurde von Januar bis Dezember 2007 mit einer Bahnsteiglänge von 210 m an weiter östlich neu errichtet. Die beiden Außenbahnsteige wurden dabei sowohl von der neuen Straßenbrücke, als auch von einer im Jahr 2006 neu gebauten Fußgänger- und Radfahrerunterführung aus angebunden. Als weiteres öffentliches Verkehrsmittel verkehr eine Linie des Busnetzes der Stadtwerke Freising.

Ein kleiner Teil des Geländes des Flughafens Münchens liegt im Gemeindegebiet. Durch die geplante dritte Start- und Landebahn würden jedoch weitere Flächen im Süden des Gemeindegebiets südlich und östlich des Stoibermühlsees (Naherholungsgebiet) in Anspruch genommen.

Entlang der Isar verläuft der Isarradweg.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marzling von Osten gesehen

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 100 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 947. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1427 ha, davon waren 1120 ha Ackerfläche.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Verein im Ort ist der SV Marzling mit den Abteilungen Fußball, Gymnastik, Tennis, Volleyball und Stockschießen. Knapp 900 Mitglieder nutzen das Angebot des Sportvereins in der Gemeindesporthalle, dem Stockschützenplatz, den beiden Tennisplätzen sowie zwei Großfeldfußballplätzen und einem Kleinfeld. Die erste Fußball-Herrenmannschaft spielt in der Kreisklasse der Landkreise Freising und Erding unter der Leitung von Trainer Thomas Zellermeyr. Die zweite Herrenmannschaft nimmt am Spielbetrieb der A-Klasse im Landkreis Freising teil. Im Jugendbereich kann der SV Marzling aus eigener Kraft Jugendmannschaften in allen Altersklassen ins Rennen schicken. Von der A- bis zur D-Jugend spielen alle Großfeld-Teams in der Kreisklasse. Jugend- und Herrenfußball werden durch den Fußball-Förderverein Marzling (FFM) tatkräftig unterstützt, der mittlerweile bereits 90 Mitglieder zählt.

Der Tennisclub Marzling e. V. wurde 1974 von einigen begeisterten Tennisfreunden gegründet. Auf zwei Sandplätzen wird seit dieser Zeit Freizeit Tennis und seit 1980 Turniertennis gespielt.

Die Schützengesellschaft Hangenham ist ein Schützenverein in der Gemeinde Marzling. Gegründet 1951 im namensgebenden Ortsteil Hangenham, vereinigt er heute schießsportbegeisterte Mitglieder aus Marzling, Rudlfing, Hangenham, Schmidhausen und Oberhummel. Geschossen wird mit Luftgewehr und Luftpistole, die derzeit ca. 40 aktiven Mitglieder sind sportlich erfolgreich in lokalen und regionalen Wettbewerben (Schützengau Freising, Oberbayernliga).

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gibt es verschiedene Unternehmen aus Handwerk, Produktion und Dienstleistung.

  • Die Hans Binder Maschinenbau GmbH plant, entwickelt und fertigte seit 1950 bis 2011 Trocknungssysteme.
  • iS2 AG (Intelligent Solution Services AG) entwickelt seit 1990 Softwaresysteme für den Vertrieb von Versicherungen, Vertriebsorganisationen und Banken. iS2 bietet seinen Kunden Dienstleistungen (Projektleitung, Konzeption, Design, Entwicklung, Test), Standardsysteme und Komponenten (Rechenkerne, Webservices, iServices) an. Die Firma war anfangs mit einem kleinen Büro in der Freisinger Straße angesiedelt. Seit 1992 ist der Firmensitz am Bäckeranger 2. iS2 ist Arbeitgeber für etwa 45 Mitarbeiter.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Volksschule 2014/15: Grundschule 1–4, 1,3,4 doppelzügig (7 Klassen), 124 Schüler
  • Gemeindekindergarten: 100 Kindergartenplätze und 20 Krippenplätze
  • Hort: 80 Hortplätze
  • Gemeindebibliothek, seit Januar 2011

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Goerge: Marzling – Das Dorf und die Gemeinde. Gemeinde Marzling 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marzling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat > Mitglieder. Gemeinde Marzling, abgerufen am 22. September 2020.
  3. Gemeinde Marzling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 1. Mai 1978. Heft 380 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München Dezember 1978, DNB 790598426 (Digitalisat).
  6. Rudolf Goerge: Zur Geschichte der Gemeinde Marzling. Abgerufen am 5. Juni 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Marzling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Münchner Merkur Online: Neues Gesicht für "Alten Wirt". Abgerufen am 3. Januar 2010.