Marzling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marzling
Marzling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marzling hervorgehoben
Koordinaten: 48° 25′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 443 m ü. NHN
Fläche: 20,5 km²
Einwohner: 3179 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85417
Vorwahl: 08161
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 140
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freisinger Str. 11
85417 Marzling
Webpräsenz: www.marzling.de
Bürgermeister: Dieter Werner (Parteifreie Bürger)
Lage der Gemeinde Marzling im Landkreis Freising
Landkreis Dachau Landkreis Erding Landkreis Kelheim Landshut Landkreis Landshut Landkreis München Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Allershausen Attenkirchen Au in der Hallertau Eching (Landkreis Freising) Fahrenzhausen Freising Gammelsdorf Haag an der Amper Hallbergmoos Hörgertshausen Hohenkammer Kirchdorf an der Amper Kranzberg Langenbach (Oberbayern) Marzling Mauern Moosburg an der Isar Nandlstadt Neufahrn bei Freising Rudelzhausen Wang (Oberbayern) Wolfersdorf Paunzhausen ZollingKarte
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Marzling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising, etwa 4 km nordöstlich von Freising.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marzling von Osten gesehen

Die Gemeinde liegt jeweils zur Hälfte in der Münchner Schotterebene und im tertiären Donau-Isar-Hügelland zwischen Isar und Amper. Es grenzt direkt an das Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Freising. Marzling hat 10 weitere Gemeindeteile: Brunnhofen, Eixendorf, Goldshausen, Hangenham, Hirschau, Jaibling, Riegerau/Riedhof, Rudlfing, Stoibermühle und Unterberghausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marzling wurde bereits im Jahr 804 als im Besitz der Freisinger Domkirche urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts war es eine Hofmark des Hochstifts Freising und gehörte von da an bis zur Säkularisation 1803 zum Domkapitel bzw. Hochstift Freising. Marzling wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Am 1. Januar 1972 wurden Gebietsteile der bisherigen Gemeinde Rudlfing eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Dieter Werner (PB Marzling).

Vorgänger von Dieter Werner war Michael Schwaiger (CSU/Freie Wähler), der von 2008 bis 2014 Landrat des Kreises Freising war. Schwaiger wurde im Jahr 2002 Nachfolger von August Hartmeier (Parteifreie Bürger).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.089.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 98.000 €.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der italienischen ItalienItalien Gemeinde San Zenone degli Ezzelini in der Provinz Treviso.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Marzling

Die Kath. Pfarrkirche St. Martin in Marzling wurde im späten Mittelalter erbaut, ein spätgotischer Bau; in der Barockzeit um 1715 umgestaltet und 1864 verlängert. Um 1720 Stuckarbeiten, Nikolaus Liechtenfurtner zugeschrieben. Bemerkenswertes Zeugnis jahrhundertelanger, alltagskultureller Praxis im Ort ist das stattliche Anwesen des Alten Wirts im Zentrum. Der Bau stammt etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist, neben einigen veränderten Bauernhäusern, eines der letzten erhaltenen profanen Zeugnisse der Ortsgeschichte. Schulhaus und Pfarrhaus aus dem früheren 20. Jahrhundert fielen Neubauten zum Opfer. Mit dem von der Gemeindeverwaltung im März 2010 abgerissenen Gebäude des Alten Wirts[3] verlor die Kommune offiziell einen der wichtigsten Zeugen ihrer eigenen Ortsgeschichte. An diesem Standort entsteht das neue Rathaus der Gemeinde Marzling.

Im Gemeindegebiet befindet sich das Naherholungsgebiet Stoibermühle (Badesee, Biergarten). In Rudlfing befindet sich eine ehemalige Wallfahrtskirche (St. Maria), in Hangenham ist neben der Kirche Philippus und Jakobus mit einem Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert das Haus der Naturfreunde mit Aussicht auf das Erdinger Moos zu erwähnen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Nähe zu Freising und die günstige Verkehrsanbindung ist die Gemeinde zu einem bevorzugten Wohnort für Pendler geworden. Direkt am nördlichen Ortsrand verläuft die Staatsstraße 2350 (ehemalige Bundesstraße 11).

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt für Regionalbahnen an der Bahnlinie München-Landshut und gehört zum Bereich des Münchener Verkehrsverbunds MVV. Dieser bisher in einer Kurve gelegene Haltepunkt wurde von Januar bis Dezember 2007 mit einer Bahnsteiglänge von 210 m an anderer Stelle neu errichtet. Die beiden Außenbahnsteige wurden dabei sowohl von der neuen Straßenbrücke, als auch von einer im Jahr 2006 neu gebauten Fußgänger- und Radfahrerunterführung aus angebunden.

Ein kleiner Teil des Geländes des Flughafens Münchens liegt im Gemeindegebiet. Durch die geplante dritte Start- und Landebahn würden jedoch weitere Flächen im Süden des Gemeindegebiets südlich und östlich des Stoibermühlsees (Naherholungsgebiet) in Anspruch genommen. Die Fluren bis hin zur Landkreisgrenze mit dem Landkreis Erding am Süßgraben werden als „Obere“ bzw. „Untere Lüsse“, zusammenfassend als „Lüsse“ bezeichnet. Diese Gebiete werden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 100 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 947. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1427 ha, davon waren 1120 ha Ackerfläche.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Verein im Ort ist der SV Marzling mit seinen Abteilungen Fußball, Gymnastik, Tennis, Volleyball und Stockschießen. Knapp 900 Mitglieder nutzen das Angebot des Sportvereins in der Gemeindesporthalle, dem Stockschützenplatz, den beiden Tennisplätzen sowie zwei Großfeldfußballplätzen und einem Kleinfeld. Die erste Fußball-Herrenmannschaft spielt in der Kreisliga der Landkreise Freising und Erding unter der Leitung vom Trainerduo Christian Apold und Jochen Jürgens. Die zweite Herrenmannschaft nimmt am Spielbetrieb der A-Klasse im Landkreis Freising teil. Im Jugendbereich kann der SV Marzling aus eigener Kraft Jugendmannschaften in allen Altersklassen ins Rennen schicken. Von der A- bis zur D-Jugend spielen alle Großfeld-Teams in der Kreisklasse. Jugend- und Herrenfußball werden durch den Fußball-Förderverein Marzling (FFM) tatkräftig unterstützt, der mittlerweile bereits 90 Mitglieder zählt.

Der Tennisclub Marzling e. V. wurde 1974 von einigen begeisterten Tennisfreunden gegründet. Auf zwei Sandplätzen wird seit dieser Zeit Freizeit Tennis und seit 1980 Turniertennis gespielt.

Die Schützengesellschaft Hangenham ist ein Schützenverein in der Gemeinde Marzling. Gegründet 1951 im namensgebenden Ortsteil Hangenham, vereinigt er heute schießsportbegeisterte Mitglieder aus Marzling, Rudlfing, Hangenham, Schmidhausen und Oberhummel. Geschossen wird mit Luftgewehr und Luftpistole, die derzeit ca. 40 aktiven Mitglieder sind sportlich erfolgreich in lokalen und regionalen Wettbewerben (Schützengau Freising, Oberbayernliga).

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gibt es verschiedene Unternehmen aus Handwerk, Produktion und Dienstleistung.

  • Die Hans Binder Maschinenbau GmbH plant, entwickelt und fertigt seit 1950 Trocknungssysteme.
  • iS2 AG (Intelligent Solution Services AG) entwickelt seit 1990 Softwaresysteme für den Vertrieb von Versicherungen, Vertriebsorganisationen und Banken. iS2 bietet seinen Kunden Dienstleistungen (Projektleitung, Konzeption, Design, Entwicklung, Test), Standardsysteme und Komponenten (Rechenkerne, Webservices, iServices) an. Die Firma war anfangs mit einem kleinen Büro in der Freisinger Straße angesiedelt. Seit 1992 ist der Firmensitz am Bäckeranger 2. iS2 ist Arbeitgeber für etwa 45 Mitarbeiter.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Volksschule 2014/15: Grundschule 1–4, 1,3,4 doppelzügig (7 Klassen), 124 Schüler
  • Gemeindekindergarten: 100 Kindergartenplätze und 20 Krippenplätze
  • Hort: 80 Hortplätze
  • Gemeindebibliothek, seit Januar 2011

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Goerge: Marzling – Das Dorf und die Gemeinde. Gemeinde Marzling 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marzling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 464
  3. Münchner Merkur Online: Neues Gesicht für "Alten Wirt". Abgerufen am 3. Januar 2010.