Maschinenfabrik Oerlikon

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Maschinenfabrik Oerlikon
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1876
Auflösung 1967
Auflösungsgrund Übernahme durch BBC
Sitz Zürich Oerlikon
Branche Maschinenbau, Elektrotechnik
Die Maschinenfabrik Oerlikon 1930
Der Generator des Kraftwerks in Lauffen am Neckar, zeitgenössischer Holzstich
Der Firmengründer und damalige Leiter der Maschinenfabrik Oerlikon, Peter Emil Huber-Werdmüller, (2. Reihe, 4. von rechts) besucht am 12. September 1891 mit weiteren Prominenten das erste Drehstromkraftwerk in Lauffen am Neckar, das für die Internationale Elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt am Main installiert wurde.
Zürich-Oerlikon auf einer Luftbildfotografie von Walter Mittelholzer, am unteren Bildrand der Bahnhof Oerlikon mit dem MFO-Gelände, um 1920.

Die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) war ein schweizerisches Unternehmen, das 1876 von Peter Emil Huber-Werdmüller mit Sitz in Oerlikon gegründet wurde. Die MFO stellte vor allem Werkzeuge, Maschinen, Turbinen sowie den elektrischen Teil von Lokomotiven her, so auch den des legendäre SBB-Krokodils.

Die später mit dem Bau von Kanonen bekannt geworde Unternehmung Oerlikon-Bührle spaltete sich 1906 ab, 1967 wurde die MFO von Brown, Boveri & Cie., welche später in der ABB aufging, übernommen. Die Firma ABB hat ihren Sitz bis heute in Zürich Oerlikon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles E. L. Brown und Walter Boveri arbeiteten bei der MFO als Chefelektriker und später Leiter der Montageabteilung, bis sie 1891 die Brown, Boveri & Cie (BBC) in Baden gründeten.

1891 präsentierte die MFO auf der Elektrizitätsausstellung in Frankfurt die erste Hochspannungsleitung über 175 Kilometer Distanz. Das eigens dafür installierte Wasserkraftwerk stand in Lauffen am Neckar.

Ende Oktober 1897 nahm die von der MFO gebaute Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach ihren Betrieb auf..

Die MFO führte 1905 bis 1909 auf der SBB-Strecke Seebach–Wettingen ihre international beachteten Versuche zur elektrischen Zugförderung mit Einphasen-Wechselstrom durch. Die Spannung der Fahrleitung betrug 15 kV mit zuerst einer Frequenz von 40 Hz, später 50 Hz, die 1906 auf 14 1/3 Hz, später 16 2/3 Hz gesenkt wurde. Die Lokomotiven waren vor 1906 mit rotierenden Umformern und Gleichstromfahrmotoren ausgerüstet, danach mit Einphasen-Direktmotoren. Die Versuche fanden unter der Leitung von Emil Huber-Stockar, dem damaligen Direktor der MFO statt, die Technik wurde von Hans Behn-Eschenburg betreut.[1]

Lange Zeit war die MFO der grösste Arbeitgeber im Raum Zürich. 1906 wurde die Produktion von Werkzeugmaschinen und Eisenbahnbremsausrüstungen in die neu gegründete Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon ausgegliedert, die im Volksmund als Oerlikon-Bührle bezeichnet wurde. Sie stieg in der Zwischenkriegszeit zum führenden Rüstungsunternehmen der Schweiz auf und stellte z.B. die bekannten 20-mm- und 35-mm-Flugabwehrkanonen her.

1967 wurde die MFO von Brown, Boveri & Cie. dem von den früheren Angestellten gegründeten Unternehmen übernommen, die ihrerseits 1988 mit ASEA zur globalen ABB fusionierte.

Die Erinnerung an den ehemaligen Lokomotivbau der MFO soll durch eine Denkmal-Lokomotive, einer Krokodillok aus dem Jahre 1920 aufrechterhalten werden. Sie soll an der Birchstrasse auf dem Vorplatz des PWC-Gebäudes aufgestellt werden.[2]

Gebäudeverschiebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Maschinenfabrik Oerlikon unter anderem der MFO-Park.

Das mittlerweile umgenutzte ehemalige Verwaltungsgebäude der MFO beim Bahnhof Oerlikon wurde im Zuge des Ausbaus der Durchmesserlinie Zürich Ende Mai 2012, als grösstes je in Europa verschobenes Gebäude, um 60 Meter an einen neuen Standort verschoben.[3][4]

Die gesamte Gebäudeverschiebung wurde von diversen Medienanstalten der Schweiz und grossem Besucherandrang mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Schweiz aktuell übertrug auf SF zwei in mehreren Sondersendungen während der zwei Tage die Gebäudeverschiebung live im Fernsehen.[5] Das heutige Restaurant Perron 9 zeigt auf seinen Webseiten[6] Filme der Verschiebung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yvonne Aellen, Ella Kienast: Parkanlagen in Neu-Oerlikon. Oerliker Park, MFO-Park, Louis-Häfliger-Park, Wahlenpark, Gustav-Ammann-Park. Grün Stadt Zürich, Zürich 2004.
  • Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur im Kanton Zürich. Vom Mittelalter bis heute. 2. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1995, ISBN 3-85823-587-3.
  • Fritz Maurer: Schichtwechsel in Neu-Oerlikon. Selbstverlag, Bassersdorf 2006, ISBN 3-033-00761-9.
  • Martin Pally: Die Elektrifizierung der Bahn als „nationales Ziel“: Die Maschinenfabrik Oerlikon im Ersten Weltkrieg. In: Roman Rossfeld, Tobias Straumann (Hrsg.): Der vergessene Wirtschaftskrieg. Schweizer Unternehmen im Ersten Weltkrieg. Chronos-Verlag, Zürich 2008, ISBN 978-3-0340-0882-2, S. 117–147.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maschinenfabrik Oerlikon – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  C. Bodmer: Vollbahnbetrieb mit einphasigem Wechselstrom von 50 Perioden. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 69, Nr. 6, S. 67–72, doi:10.5169/seals-58803.
  2. Ein «Krokodil» kommt nach Oerlikon. In: tagesanzeiger.ch/. Abgerufen am 12. Dezember 2015.
  3. SWISS PRIME SITE | Translokation MFO-Gebäude, Zürich, Projektseite des Immobilienanlagenbetreibers.
  4. „Verschiebung MFO-Gebäude in Neu-Oerlikon “, Medienmitteilung des Stadtrats der Stadt Zürich vom 15. September 2010
  5. Hausverschiebung In: Tagesschau (SF), 23. Mai 2012.
  6. Bistro Gleis 9 & Restaurant Perron 9 - Zürich. In: www.perron9.ch. Abgerufen am 12. März 2016.