Massenheim (Bad Vilbel)

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50.1909722222228.7225120Koordinaten: 50° 11′ 27″ N, 8° 43′ 21″ O

Massenheim
Wappen von Massenheim
Höhe: 120 m ü. NN
Einwohner: 2508 (30. Jun. 2012)
Eingemeindung: 1. Juni 1972
Postleitzahl: 61118
Vorwahl: 06101
Erlenbach
Kirche in der Ortsmitte
Museum
"Römerbrunnen"
Straßenkunst

Massenheim ist ein Stadtteil von Bad Vilbel im Wetteraukreis in Hessen mit etwa 2500 Einwohnern.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Massenheim liegt auf einer Höhe von 120 m über NN, 2 km nordwestlich von Bad Vilbel.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Massenheim findet sich in einer ersten Schenkungsurkunde für das Klosters Lorsch vom am 28. Februar 775. Bis 816 folgen weitere vier Privatschenkungen aus Massenheim an das Kloster. Schon damals wurde die heute gebräuchliche Schreibweise des Ortsnamens verwendet, die sich seit dem nicht geändert hat. Massenheim war im Hochmittelalter dem Niddagau zugeordnet, im Spätmittelalter dem Bornheimerberg. 1320 verpfändete König Ludwig IV. den Bornheimerberg an Ulrich II. von Hanau, so dass Massenheim nun zunächst zur Herrschaft Hanau, später zur Grafschaft Hanau-Münzenberg gehörte. Eine Kirche wurde erstmals 1298 urkundlich erwähnt.

Neuzeit[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vollzog die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Dorf Massenheim die Reformation zunächst nach lutherischem Vorbild. 1597 setzte Graf Philipp Ludwig II. eine zweite Reformation zugunsten des reformierten Bekenntnisses durch.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., erbten die Landgrafen von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel wurde 1803 das Kurfürstentum Hessen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort von einem hauptsächlich landwirtschaftlich orientierten Dorf hin zu gewerblicher Wirtschaft, da sich viele Handwerker und Gewerbebetriebe ansiedelten. Massenheim wurde zu einer Hochburg der Leinenweber, deren Stoffe nach ganz Europa exportiert wurden. Erst 1913 wurde der letzte Webstuhl im Ort außer Betrieb genommen. Vorübergehend gehörte Massenheim in napoleonischer Zeit zunächst 1806 bis 1810 zum Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Bergen, dann 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, bevor es wieder kurhessisch wurde. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Massenheim zum Landkreis Hanau. Das Kurfürstentum unterlag als Verbündeter Österreichs 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg dem Königreich Preußen. Dieses annektierte daraufhin Kurhessen und damit auch Massenheim. Ab 1866 gehörte Massenheim nun zur Preußischen Provinz Hessen-Nassau, zum Regierungsbezirk Kassel und zum Landkreis Vilbel, ab 1874 zum Landkreis Friedberg. Am 1. Juni 1972 wurde Massenheim im Zuge der hessischen Gemeindegebietsreform nach Bad Vilbel, das seit dem 1. August 1972 zum Wetteraukreis gehört, eingemeindet.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1939: 0488 Einwohner
  • 1961: 0885 Einwohner
  • 1970: 1795 Einwohner
  • 2012: 2508 Einwohner

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die evangelische Kirche besitzt einen bemerkenswerten Marienaltar. Nach der Zerstörung des mittelalterlichen Gebäudes im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1695 wieder eingeweiht. 1863 kam eine Empore und 1869 eine Orgel dazu. 1934 wurden die zuvor äußerst schlicht gehaltenen Innenräume ausgemalt.
  • Das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1731, das heute das Heimatmuseum Massenheims beherbergt, war früher eine Scheune und ein Hirtenhaus. Bis 1972 diente es als Rathaus des Ortes.
  • Eine ehemalige Schule war im Haus der Familie Ludwig Apfel von 1680 untergebracht. Es trägt ein altes Wappen auf einem verzierten Hauswappenstein.
  • Der Dorfplatz dient kulturellen Ereignissen wie Konzerten, Festen und dem Weihnachtsmarkt. Der Dorfbrunnen aus Sandstein wurde von der ortsansässigen Künstlerin Maria Wiechers gestaltet.
  • Direkt am Platz steht das Hinkel'sche Anwesen mit einer von Bernd Freisleben gestalteten Wandmalerei.
  • Am Erlenbach befindet sich der aus dem 17. Jahrhundert stammende Römerbrunnen. Er diente als Schöpfstelle für die Massenheimer und ab 1771 auch für die Nieder-Erlenbacher Bürger. 1972 wurde er nach Plänen von Georg Hieronymi neu gestaltet und überdacht[2].

Die Auen-Kunst ist eine Dauerausstellung in freier Natur am Erlenbach. Hier zeigen namhafte Künstler der Umgebung Skulpturen und Plastiken.[3] Die Kunstwerke wechseln nach geraumer Zeit und werden durch neue ersetzt, die ein Gremium auswählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Die deutsche Romanistin Brigitte Schlieben-Lange (1943–2000) wohnte in Bad Vilbel und ist auf dem Friedhof in Massenheim beerdigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 142.
  • Heinz Wionski: Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II: Bad Nauheim bis Florstadt = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Braunschweig und Wiesbaden 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 361.
  2. http://www.bv-massenheim.de/main/info/rundgang.htm
  3. http://www.kultur-bad-vilbel.de/ausstellungen/?id=942