Massenkarambolage

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Eine Massenkarambolage (auch: Massen-[1] bzw. Serienunfall[2]) ist ein Verkehrsunfall (meist Auffahrunfall), in den sehr viele Fahrzeuge verwickelt sind.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meistens ereignen sich Massenkarambolagen auf Autobahnen. Ursache der insbesondere bei Nebel, Schneetreiben oder Regen auftretenden Massenkarambolagen sind in der Regel zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand. Insbesondere bei Nebel besteht dabei durch die eingeschränkte Sicht die Gefahr, dass Geschwindigkeiten unterschätzt werden.[3] Auch andere schlechte Sichtverhältnisse sowie unübersichtliche Straßenstellen tragen zu Massenkarambolagen bei. Oft sind sie die Folge von unangepasster Geschwindigkeit sowie zu geringem Sicherheitsabstand.

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Massenunfall stoßen die einzelnen Autos oft an mehreren Stellen mit anderen Autos zusammen. Diese vielen Zusammenstöße bergen ein hohes Verletzungsrisiko für die Insassen. Des Weiteren sind die Autos oft so stark ineinander verkeilt, dass ein schneller Zugang durch Rettungskräfte zu den Schwerverletzten nicht immer gewährleistet werden kann.

Die mit 259 beteiligten Fahrzeugen und zahlreichen Verletzten bisher größte Massenkarambolage Deutschlands ereignete sich am 19. Juli 2009 auf der A2 zwischen Braunschweig und Peine.[4]

Am 8. April 2011 ereignete sich auf Grund eines plötzlichen Sandsturms die schwerste Massenkarambolage auf der A19 nahe Kavelstorf in Mecklenburg-Vorpommern, in die rund 80 Fahrzeuge verwickelt waren.

Das große Schadensausmaß kann wichtige Straßen für einige Tage lahmlegen, beispielsweise durch sehr stark beschädigten Asphalt oder demolierte Brücken.

Schadenregulierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versicherungstechnisch wurde bislang bei Massenkarambolagen in Deutschland meist eine federführende Gesellschaft bestimmt, die den gesamten Fall abwickelt und die Schadenzahlungen an die Betroffenen und unter den Gesellschaften regelt. 2015 wurde diese Verfahren vereinfacht: Fahrer und Insassen beteiligter Fahrzeuge können sich bei einer Massenkarambolage jetzt direkt an den jeweiligen Kfz-Haftpflichtversicherer wenden.[5] Dieser übernimmt die Personen- und Sachschäden des Fahrers und der Insassen sowie die Schäden am Auto.

Dieses vereinfachte Verfahren wird bei einer Fahrzeuganzahl von 40 und mehr angewendet. Bei 20 bis 39 beteiligten Fahrzeugen wird dieses Verfahren ebenfalls angewendet, wenn der Schadenhergang schwer nachzuvollziehen ist. Bis 20 Fahrzeuge wird für gewöhnlich nach Sach- und Rechtslage reguliert.

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Risiko von Auffahrunfällen kann vermindert werden durch:

  • Einhalten größerer Abstände
  • vorausschauendes Fahren, also nicht lediglich unter Beobachtung des direkt vorausfahrenden Fahrzeuges, sondern weiterer.
  • sofortiges Einschalten der Warnblinkanlage, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu warnen.
  • Üben, den Einschaltknopf der Warnblinkanlage auch blind zu finden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Massenkarambolage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. focus.de: Massenunfall verursacht halbe Million Euro Schaden, abgerufen am 21. Januar 2012
  2. nwzonline.de: Serienunfall mit 13 Verletzten, A1 Stunden dicht, abgerufen am 21. Januar 2012
  3. Information zur Pressekonferenz zum Thema Vorsicht bei Wintereinbruch und Nebel – Maßnahmen zur Unfallvermeidung (pdf; 115 kB)
  4. 259 Autos rasen auf der A2 ineinander auf N24 Online vom 20. Juli 2009 (abgerufen am 25. Juli 2012)
  5. GDV: Versicherer machen Schadenregulierung einfacher. Abgerufen am 10. November 2015.