Mastercard

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Mastercard Incorporated
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Rechtsform Corporation
ISIN US57636Q1040
Gründung 1966[1]
Sitz Purchase, Vereinigte Staaten
Leitung Ajaypal Singh Banga (CEO)
Richard N. Haythornthwaite (Chairman)
Mitarbeiter 11.300 (2015)[2]
Umsatz 9,67 Mrd. US-Dollar (2015)[2]
Branche Finanzdienstleistung
Website www.mastercard.com
Typische Mastercard-Kreditkarte mit Hochprägung und Hologramm

Die Mastercard Incorporated ist eine Aktiengesellschaft und neben VISA eine der beiden großen internationalen Gesellschaften für Kreditkarten, Debitkarten und Guthabenkarten und beschäftigte 2015 rund 11.300 Mitarbeiter.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Mastercard vergibt Lizenzen an Banken in aller Welt für die Ausgabe ihrer Karten (Issuing-Lizenzen) und für die Anwerbung von Vertragsunternehmen (Acquiring-Lizenzen). Die Akzeptanz der Mastercard liegt bei etwa 35 Millionen Vertragsunternehmen und etwa einer Million Bargeldauszahlungsstellen weltweit (Stand 2014).[3] In Deutschland wird die Karte von etwa 515.000 Vertragsunternehmen akzeptiert.

Das Produktportfolio umfasst die Kreditkarte Mastercard, in Europa in den Jahren 1964 bis 2003 als Eurocard ausgegeben, die Debitkarten Maestro (vor allem in Europa), Debit Mastercard bzw. Mastermoney (nur USA) und Mastercard electronic (vor allem in Osteuropa und Asien), sowie die Bargeldbezugskarte Cirrus. Außerdem gibt es eine Mastercard Prepaid, die per Überweisung oder Dauerauftrag mit Geld aufgeladen wird. Hierbei entsteht kein Risiko, seinen persönlichen Kreditrahmen zu überziehen. Eine Variante dieser Karte ist die Mastercard Prepaid Jugendliche, die für einzelne Händlerkategorien wie zum Beispiel Glücksspiel und/oder Erotikangebote gesperrt werden kann. Für Zahlungen im Internet gibt es die, laut dem Unternehmen, sichere Zahlungsform Mastercard Securecode.

Mastercard war gemeinsam mit Europay International (Eurocard) und Visa International Service Association einer der Gründer der EMV-Spezifikation für Kreditkarten mit Chip.

1951 brachte die Franklin Bank in New York City die erste Mastercard heraus. Heute kann man in mehr als 210 Ländern mit Mastercard zahlen. 2013 ist Mastercard (Platz 97, 4,2 Mrd US-Dollar) nach Visa (Platz 74, 5,4 Mrd US-Dollar) und American Express (Platz 23, 17,6 Mrd US-Dollar) die dritt-wertvollste Kreditkarten-Marke der Welt.[4]

Das Unternehmen gehört zu den ersten Hauptmitgliedern der FIDO-Allianz,[5] die den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat.

2001 fusionierte Mastercard mit Europay International.[6] Mastercard kaufte 2010 den britischen Zahlungsdienstleister DataCash für 517 Millionen US-Dollar.[7]

Im Herbst 2015 startete Mastercard in den USA ein Pilotprojekt, in welchem das Bezahlen bei Online-Käufen mittels Biometrie getestet werden soll. Als Authentifizierungsmethoden wird hierbei auf Stimmerkennung, Selbstporträt und Fingerabdruck, sofern das jeweilige Endgerät dies zulässt, gesetzt.[8] Auch die Herzfrequenz soll in naher Zukunft eine Authentifizierungsmethode sein.[9] Mastercard erwarb eigens hierfür im Jahr 2014 Anteile an dem kanadischen Unternehmen Bionym, welches Armbänder zur Messung der Herzfrequenz herstellt.[10] Seit 2017 gehören zwei weitere Unternehmen zur Mastercard-Familie. NuData Security, ein Unternehmen, das sich auf die Verwendung von passiver Biometrie spezialisiert hat, um betrügerische Aktivitäten auf Konten zu entdecken, wurde erworben.[11] Die zweite Akquisition war VocaLink, ein Unternehmen, das "erfolgreich in der Implementierung von Fast ACH (Automatic Clearing House) in den entwickelten und aufstrebenden Märkten" erfolgreich ist.[12]

Mastercard-Debitkarte ohne Hochprägung und mit Hologramm auf der Rückseite

PayPass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückseite einer Mastercard mit sichtbarem EMV-Chip und NFC-Antenne

Mastercard-Karten mit PayPass-Logo ermöglichen durch ihren Funkchip kontaktlose Zahlungen bis zu einem bestimmten Limit ohne den Karteninhaber zu authentifizieren. Das Limit liegt in der Eurozone bei 25 Euro,[13] in der Schweiz bei 40 Franken.[14] Es ist möglich, Paypass-Transaktionen mit einem höheren Betrag durchzuführen, allerdings muss dann eine Authentifizierung des Karteninhabers durch Unterschrift oder PIN-Eingabe vorgenommen werden. Welche Methode davon zulässig ist, hängt von den Einstellungen der Karte ab. In manchen Ländern (darunter Deutschland, Österreich, Schweiz) ist eine Authentifizierung per PIN möglich, andere Märkte erlauben dies nicht, hier kann in einem solchen Fall gegebenenfalls die Karte gesteckt und eine herkömmliche kontaktbehaftete Transaktion durchgeführt werden. Mit der PayPass-Funktionalität können sowohl Kreditkarten (Mastercard PayPass) als auch Debitkarten (Maestro PayPass) herausgegeben werden. Der Betrag wird dann jeweils entweder von einem Konto abgebucht oder muss vorher aufgeladen werden (Prepaid). Da die Kommunikation zwischen Karte und Terminal kontaktlos erfolgt, muss es sich nicht um eine Karte handeln, die PayPass-Funktionalität kann auch mit RFID-Stickern (die man z. B. auf ein Handy kleben kann), RFID-Uhren oder NFC-Telefonen etc. umgesetzt werden.

Der Kunde autorisiert die Zahlung, indem er seine Kreditkarte mit kontaktloser Zahlungsfunktion vor ein entsprechendes Terminal des Händlers beziehungsweise Zahlungsempfängers hält. Das Terminal liest die erforderlichen Daten kontaktlos aus und bestätigt seinerseits den Zahlungsvorgang durch ein akustisches und optisches Signal. Bei dieser kontaktlosen Form der bargeldlosen Zahlung wird nicht mehr verlangt, dass der Kunde seine Karte aus der Hand gibt, in ein Terminal einschiebt, seine PIN eingibt, eine Bestätigungstaste drückt oder einen Beleg unterschreibt. Es genügt sogar, wenn man einfach sein ganzes Portemonnaie, das die Karte enthält, vor das Lesegerät hält; dies funktioniert jedoch nicht, wenn das Portemonnaie auch andere Funkchip-Karten enthält, auf die das Lesegerät anspricht, wie beispielsweise den neuen deutschen Personalausweis, woraufhin die Zahlung dann fehlschlägt. Die kontaktlose Zahlung spart also Zeit und ist in der Handhabung einfacher als alle anderen bisherigen Zahlungsverfahren, einschließlich der Barzahlung.

Hinsichtlich der Sicherheit dieses Verfahrens wurden bereits Bedenken laut, da die eingesetzten Verfahren Möglichkeiten zum Abgreifen personalisierter Informationen, doppelter Zahlungsausführung und zum unerwünschten Kopieren der Karte eröffnen.[15]

Mastercard Displaycard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2012 gab die Standard Chartered Bank mit Sitz in Singapur bekannt, eine neue Kreditkarte mit integriertem Bildschirm und einer Tastatur an ihre Kunden auszugeben. Die sogenannte Display Card ist eine vollwertige Mastercard und sowohl mit berührungssensitiven Tasten als auch einer monochromen Anzeige ausgestattet, die zur Authentifizierung dienen sollen. Beispielsweise versprechen sich die Bank und Mastercard davon, Betrugsfälle beim Einkaufen im Internet eindämmen zu können.[16]

Masterpass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masterpass ist eine digitale Bezahllösung, mit der man laut Masterpass sicher und schnell im Internet einkaufen kann. Bei diesem digitalen Portemonnaie („Digital Wallet“) werden alle Zahlungs- und Versandinformationen an einem sicheren Ort gespeichert. Mastercard bietet mit dieser Lösung ein Produkt, das den Einkauf im Internet vereinfachen soll.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mastercard und Visa verfolgten in den 80er und 90er Jahren eine systematische Benachteiligung von American Express. Mit speziellen Klauseln in Verträgen versuchte Mastercard, Banken von Geschäften mit American Express abzuhalten. Diese Klauseln und andere Dokumente wurden vom US-Justizministerium genutzt, um gegen Mastercard und Visa vorzugehen.[17] 2004 reichte American Express wegen dieser Wettbewerbsverstöße Klage ein.[18] 2008 stimmte Mastercard einem Vergleich zu und zahlte 1,8 Milliarden Dollar an American Express.[19]

Am 6. Dezember 2010 gab ein Sprecher von Mastercard bekannt, dass der Zahlungsverkehr mit WikiLeaks eingestellt wurde. Grund sei die Regel, wonach Kunden gesperrt würden, die „illegale Handlungen direkt oder indirekt unterstützen oder erleichtern“.[20] Dieser Schritt geschah in engem zeitlichen Zusammenhang mit Maßnahmen anderer US-amerikanischer Finanzdienstleister wie PayPal und Visa, die ebenfalls nach jüngsten Enthüllungen Schritte unternahmen, um Spendenmöglichkeiten an WikiLeaks zu deaktivieren.

Einen Tag nach der Deaktivierung der WikiLeaks-Konten durch Mastercard war der Internetauftritt des Unternehmens mehrere Stunden nicht mehr erreichbar – Folge der Operation Payback.[21] Gerüchte, dass bei der Operation auch Kundenkonten und Transaktionen kompromittiert worden seien,[22] wurden von Mastercard dementiert.[23]

2016 wurde Mastercard in Großbritannien auf 16,5 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, durch zu hohe Gebühren die Preise für Verbraucher in die Höhe getrieben zu haben.[24] Die Klage wurde im Juli 2017 vom zuständigen Gericht abgewiesen.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MasterCard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mastercard History & Key Milestones. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  2. a b Mastercard: Annual Report 2015. Abgerufen am 14. September 2016 (PDF, englisch).
  3. Franz Nestler: Bezahlen im Urlaub: Was in die Reisekasse gehört. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2014, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. August 2017]).
  4. millwardbrown.com – BrandZ Top 100 2013 Report (PDF-Datei; 26,2 MB)
  5. Neue Sicherheitsstandards: IT-Unternehmen träumen vom Tod des Passworts. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. September 2015, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. August 2017]).
  6. Trend zur Konsolidierung und Globalisierung: Europay und Mastercard wollen fusionieren. (handelsblatt.com [abgerufen am 17. September 2017]).
  7. MasterCard to Acquire DataCash for 333 Million Pounds. In: Bloomberg.com. 19. August 2010 (bloomberg.com [abgerufen am 17. September 2017]).
  8. heise online: Biometrisch zahlen mit Mastercard. Abgerufen am 4. September 2017.
  9. Nicht verfügbar. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 29. April 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.digitale-sicherheit.net (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  10. Darrell Etherington: Bionym Raises $14M Series A For Its Heartbeat Authentication Wristband | TechCrunch. Abgerufen am 29. August 2017.
  11. Matthew Cochrane: Mastercard Inc to Acquire NuData Security: What Investors Need to Know -- The Motley Fool. In: The Motley Fool. (fool.com [abgerufen am 29. August 2017]).
  12. Matthew Cochrane: Mastercard's Mission to Become a Full-Service Payments Network -- The Motley Fool. In: The Motley Fool. (fool.com [abgerufen am 29. August 2017]).
  13. FOCUS Online: NFC-Technik: So funktioniert kontaktloses Bezahlen mit Kreditkarte. In: FOCUS Online. (focus.de [abgerufen am 4. September 2017]).
  14. Kontaktlos zahlen: Das müssen Kunden wissen. Schweizer Radio und Fernsehen SRF, 30. April 2014, abgerufen am 4. September 2017 (Schweizer Hochdeutsch).
  15. Jörg Thoma: Paypass über NFC mit Lücken. In: Golem.de. 18. Mai 2012, abgerufen am 29. April 2017.
  16. Lars Budde: Neue MasterCard bekommt Display und Tastatur. In: t3n Magazin. 8. November 2012, abgerufen am 14. November 2012.
  17. The Oligopoly Problem. Abgerufen am 6. September 2017.
  18. American Express sues Visa, MasterCard. In: msnbc.com. 15. November 2004 (nbcnews.com [abgerufen am 6. September 2017]).
  19. Eric Dash: MasterCard Will Pay $1.8 Billion to American Express. In: The New York Times. 26. Juni 2008, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 6. September 2017]).
  20. Declan McCullagh: MasterCard pulls plug on WikiLeaks payments. CNET, 6. Dezember 2010, abgerufen am 29. April 2017 (englisch).
  21. Esther Addley, Josh Halliday: Operation Payback cripples MasterCard site in revenge for WikiLeaks ban. In: The Guardian. 8. Dezember 2010, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 4. September 2017]).
  22. Craig Kanalley: MasterCard Deemed Unsafe? 'Anonymous' WikiLeaks Supporters Claim Privacy Breach. In: Huffington Post. 9. Dezember 2010 (huffingtonpost.com [abgerufen am 17. Oktober 2017]).
  23. BBC News - Anonymous hacktivists say Wikileaks war to continue. 7. Dezember 2010 (bbc.co.uk [abgerufen am 17. Oktober 2017]).
  24. Kreditkarten: Milliarden-Schadenersatzklage gegen Mastercard. (handelsblatt.com [abgerufen am 20. September 2017]).
  25. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Kreditkarten: Gericht lehnt Milliarden-Sammelklage gegen Mastercard ab. 23. Juli 2017, abgerufen am 20. September 2017.