Masters of the Universe (Spieleserie)

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Logo der Neuauflage ab 2002

Auf Basis der Masters of the Universe, einer Action-Figuren-Serie von Mattel, sind bisher sechs Videospiele erschienen. Derzeit sind keine weiteren Spiele in Planung.

Masters of the Universe: The Power of He-Man[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des großen Erfolgs der Action-Figuren-Serie bei deren Einführung 1982 ließ Mattel von seiner eigenen Videospiel-Abteilung Mattel Electronics eine Videospielumsetzung der Masters of the Universe-Serie mit dem Untertitel The Power of He-Man entwickeln. Das Spiel erschien zum Weihnachtsgeschäft 1983 für das hauseigene Intellivision und den Atari 2600. Es war neben Burgertime das bestverkaufte Intellivision-Spiel des Jahres, durch den Zusammenbruch des Videospielmarktes im darauffolgenden Jahr ist es allerdings zweifelhaft, ob es die Marke von einer Million Einheiten erreicht hat.[1]

Spielaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Charaktere kamen nur He-Man als Figur des Spielers und Skeletor als Gegenspieler vor. Der erste Teil des Spiels ist ein Shoot ’em up, in dem man als He-Man an Bord des Wind Raiders, einem Fluggerät, gegnerischen Strahlen ausweichen und für ausreichend Treibstoff sorgen muss, um Castle Grayskull zu erreichen. Im zweiten Teil, der in Castle Grayskull angesiedelt ist, kämpft man sich in Jump ’n’ run-Manier nur mit einem Schild bewaffnet bis zu Skeletor durch.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Power of He-Man wurde ab Februar 1983 von zwei Programmierern entwickelt: Rick Koenig erstellte den ersten Teil, der den Flug im Wind Raider beinhaltete, und Vladimir Hrycenko war den zweiten Abschnitt, der in Castle Grayskull angesiedelt war, verantwortlich. Hrycenko konnte bis Ende April keine zufriedenstellende Ergebnisse liefern, sodass er durch Ray Kaestner ersetzt wurde. Ray Kaestner verwarf den schon vorliegenden Code und begann von vorne. Er verwendete neue von ihm entwickelte Grafik-Routinen und konnte den Fertigstellungstermin Ende Mai halten.

Diese von Kaestner entwickelten Grafik-Routinen sorgten dafür, dass sich Objekte weicher und schneller bewegten als in normalen Intellivision-Spielen. Das Marketing von Mattel bezeichnete sie als Super Graphics und entwickelte ein entsprechendes Logo, dass alle Spiele tragen sollten, bei denen die neuen Grafik-Routinen verwendet wurden. The Power of He-Man wäre so allerdings das einzige Spiel gewesen, dass dieses Logo hätte tragen können. So ging das Marketing dazu über, dass Super Graphics-Logo bei allen neu erscheinenden Spielen zu verwenden, auch bereits vor der Veröffentlichung von The Power of He-Man. Burgertime war das erste Spiel mit Super Graphics-Logo.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferner war The Power of He-Man Teil einer bedeutenden Veränderung, was die Nennung der beteiligten Programmierer auf der Spieleverpackung betrifft. So war es in der damaligen Videospiel-Branche üblich, die Namen der Programmierer nicht zu nennen, da immer die Gefahr bestand, dass ein Konkurrent gute Programmierer abwarb. Allerdings waren spätestens 1983 die jeweiligen Mitarbeiter allen Spielefirmen bekannt, manchmal auch über gegen Zahlung ausgehändigte interne Telefonlisten. Daneben sah man jetzt auch den marketingtechnischen Aspekt eines Wiedererkennungswerts von bekannten Programmierern bei den Spielern.

Am 27. Mai 1983 gab Mattel bekannt, dass zukünftig die beteiligten Programmierer auf den Spieleverpackungen genannt werden. The Power of He-Man war das erste Spiel, auf dem dies geschah.

Mattel Electronics wurde im Januar 1984 geschlossen, wodurch eine bereits fertiggestellte Fassung für das ColecoVision nicht mehr veröffentlicht und die Entwicklung einer Fortsetzung mit dem Arbeitstitel Masters of the Universe II eingestellt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe: Super Adventure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Intellivision und Mattel Electronics 1984 wurden 1986 Masters of the Universe-Spiele für die Heimcomputer veröffentlicht, deren großer Erfolg den Zusammenbruch des Heimkonsolenmarktes in den Jahren 1983 und 1984 ausgelöst hatte.

Den Anfang machte Super Adventure, bei dem es sich, wie der Titel nahelegt, um ein klassisches Adventure handelte, das noch per Parser, also der Eingabe von Text über die Tastatur, gesteuert wurde.

Da Mattel sich vollständig vom Videospielemarkt zurückgezogen hatte, wurde Super Adventure von Adventure Soft entwickelt und von U.S. Gold vertrieben.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Rolle von He-Man gilt es erneut Skeletor daran zu hindern, die Macht über Eternia an sich zu reißen. Diesem ist es gelungen, mittels einer Maschine eine Armee von Steinfressern zu schaffen, die sich durch die Mauern von Castle Grayskull fressen können.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ausgabe 4/87 des Spielemagazins Aktueller Software Markt wird die Hintergrundgeschichte als unfreiwillig komisch beschrieben. Das Spiel rage nicht aus der Masse der Durchschnitts-Adventures heraus und sei normaler Scott-Adams-Adventure-Alltag. Von anderen Adventures unterscheidet sich Super Adventure dadurch, dass manche Situationen nur durch den Einsatz von Gewalt zu lösen waren. Das Vokabular des Parsers sei annehmbar, aber nicht berauschend. Einzig die Möglichkeit, Handlungen rückgängig machen zu können sowie die Speicherfunktion werden positiv erwähnt. Allerdings würden diese Vorteile durch einen langsamen Bildaufbau getrübt.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe: The Arcade Game[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurze Zeit später wurde von U.S. Gold mit The Arcade Game, das auch den Titel He-Man and the Masters of the Universe in: The Ilearth Stone trug, ein Action-Spiel veröffentlicht. Entwickler war erneut Adventure Soft.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler sieht sich in der Rolle von He-Man einer Armee von Klonen der Schergen Skeletors gegenüber, die dieser durch die Macht des Ilearth Stone geschaffen hat. Erstmals kommt mit dem Zauberer Orko ein anderer Charakter der Action-Figuren-Serie vor. Die Aufgabe des Spielers ist es nun, nach den richtigen Zutaten für einen Zauberspruch Orkos zu suchen, mit dem dieser einem die Macht geben kann, Skeletors Klonarmee zu besiegen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ausgabe 5/87 des Spielemagazins Aktueller Software Markt wird The Arcade Game als Mischung aus Antiriad und Future Knight beschrieben, die durchaus zu begeistern weiß. Zwar sei die Handlung wie schon bei Super Adventure eher komisch, allerdings weiß The Arcade Game dennoch zu gefallen. Grafik und Sound wüssten von Anfang an zu gefallen, werden allerdings leider beide langsamer, wenn der Bildschirm scrollt. Die Animationen der vom Spieler gesteuerten Figur des He-Man überzeugten genauso wie die Pseudo-3D-Hintergründe. Bei der Musik könnte nicht ganz geklärt werden, ob sie von Rob Hubbard stammt, dafür ist sie zu kurz.[3] (Anmerkung: Der Redakteur Ulrich Mühl mutmaßte hier nur, die Musik stammt in Wahrheit von Ben Daglish.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe: The Movie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgleich mit der Masters of the Universe-Verfilmung erschien eine entsprechende Videospiel-Umsetzung. Bedingt durch das kurz darauffolgende Ende der Action-Figuren-Serie handelte es sich gleichzeitig um das letzte klassische Masters of the Universe-Videospiel.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung des zugrundeliegenden Films wurde so gut wie gar nicht übernommen. Im Videospiel ist es die Aufgabe von He-Man, acht Saiten zu finden. Diese sind in einer weit verzweigten Stadt versteckt, in der es von Skeletors Gefolgsleuten wimmelt. Wenn man diese gefunden hat, gilt es den entscheidenden Kampf gegen Skeletor zu bestehen. Zentrale Elemente aus dem Film wie der Kosmische Schlüssel kommen nicht vor. Andere Charaktere als He-Man und Skeletor treten ebenfalls nicht auf.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe: The Movie krankte bereits an den noch heute bekannten Fehlern von sogenannten Filmumsetzungen. Das Spielprinzip war eintönig und der Umfang zu gering. Damalige Fachzeitschriften konnten das Spiel, wenn überhaupt, nur Masters of the Universe-Fans empfehlen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull
Studio Taniko
Publisher TDK Mediactive
Erstveröffent-
lichung
29. Oktober 2002
Plattform Game Boy Advance
Genre Action-Adventure
Thematik Fantasy, Science Fiction
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Gamepad
Medium Modul
Sprache Englisch
Information im deutschsprachigen Raum nicht erschienen

Knapp 15 Jahre nach Veröffentlichung von Masters of the Universe: The Movie erschien basierend auf der Neuauflage der Masters of the Universe-Action-Figuren von 2002 bis 2004 mit Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull das nächste Videospiel des Franchises für den Game Boy Advance.

Spielaufbau und Endgegner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull handelt es sich um ein Hack-and-Slay-Action-Adventure im Stil der Diablo-Computerspielreihe. In 13 Leveln sieht man sich in der Rolle von He-Man mit zahllosen Gegnern konfrontiert, die es auszuschalten gilt. Um einen Level abzuschließen, muss man das Portal, das diese Gegner immer wieder hervorbringt, zerstören und einen aus der Action-Figuren-Serie bekannten Handlanger Skeletors besiegen. Im letzten Level steht man dann Skeletor gegenüber.

Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull ist im deutschsprachigen Raum nicht offiziell erschienen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem eintönigen Leveldesign stand vor allem die mangelhafte Kollisionsabfrage in Masters of the Universe – He-Man: Power of Grayskull in der Kritik. Diese führt zu unfairen Situationen in Kämpfen mit Gegnern sowie bei der Bewältigung von Geschicklichkeitspassagen, wie dem Springen über Plattformen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masters of the Universe – He-Man: Defender of Grayskull[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich waren von Defender of Grayskull ebenfalls Versionen für die alternativen Videospiel-Konsolen Xbox und GameCube und die Veröffentlichung im Jahr 2003 geplant. Eine beispiellose Odyssee des Spiels über die Tische dreier Publisher (THQ, TDK und Midas Interactive) führte zu der Verzögerung und der Nichtveröffentlichung für Xbox und Gamecube. Als Midas Interactive das Spiel 2005 schlussendlich nur noch für die PlayStation 2 auf den Markt brachte, war die Produktion der grundlegenden Spielzeugserie bereits eingestellt worden.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skeletor ist es gelungen, die Kraft Castle Grayskulls nach und nach zu schwächen. Die Zauberin muss ihre ganze Kraft aufwenden, um Castle Grayskull auch weiterhin vor der Eroberung durch Skeletor zu schützen. He-Man, der gerade in Skeletors Festung Snake Mountain kämpft, wird durch die Schwächung Castle Grayskulls plötzlich wieder in sein wahres, aber auch schwächeres Ich Prinz Adam zurückverwandelt. Er landet in einem der vielen Verliese von Snake Mountain, als sich die Zauberin von Grayskull telepathisch an wendet, um ihm mitzuteilen, er könne sich jetzt wieder in He-Man verwandeln, allerdings nicht immer mit voller Kraft.

Die Aufgabe des Spielers ist es nun, sich aus Snake Mountain herauszukämpfen, um den unterirdischen Eingang zu Castle Grayskull im Evergreen Forest zu finden und den bereits in Castle Grayskull residierenden Skeletor zu besiegen.

Streckenweise ist man hierzu auf dem Rücken von Battle Cat, dem Kampftiger, unterwegs, den größten Teil legt man aber selbst zu Fuß zurück.

Spielaufbau und Endgegner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel selbst ist in vier Abschnitte geteilt: Snake Mountain, Evergreen Forest, der unterirdische Eingang zu Castle Grayskull und Castle Grayskull selbst. Am Ende jedes der Abschnitte trifft man auf einen Endgegner. Am Ausgang von Snake Mountain wartet Tri-Klops, ein klassischer Masters of the Universe-Charakter, den Evergreen Forest beherrscht dagegen eine von den Spielentwicklern neu erdachte Figur, die Sphinx. Den unterirdischen Eingang zu Castle Grayskull bewacht Beast-Man, wieder ein Charakter aus den Masters-of-the-Universe-Fundus.

In Castle Grayskull kommt es dann zum finalen Duell mit Skeletor.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die sehr verspätete Veröffentlichung erschien Masters of the Universe – He-Man: Defender of Grayskull weitgehend unbeachtet von der Fachpresse und erhielt in den wenigen Besprechungen schlechte Kritiken.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag auf intellivisionlives.com
  2. Scan des Original-Reviews
  3. Scan des Original-Reviews
  4. Review bei Gamespot
  5. Reviewübersicht bei Gamespot