Mastholte

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Mastholte
Stadt Rietberg
Wappen von Mastholte
Koordinaten: 51° 45′ 22″ N, 8° 23′ 21″ O
Höhe: 78 m ü. NN
Fläche: 28 km²
Einwohner: 6359 (30. Sep. 2016)
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 33397
Vorwahl: 02944
Karte
Lage von Mastholte in Rietberg
St. Jakobus Kirche mit Ehrenmal für die Opfer der Weltkriege im Zentrum von Mastholte

Mastholte ist eine Ortschaft von Rietberg, mit 6375 Einwohnern (Stand 2009). Ursprünglich hieß Mastholte Ostholte, da es östlich der Gründungspfarrei Liesborn liegt. Durch die sprachliche Zusammenziehung des umgangssprachlichen "tom Ostholte" (zum Ostholte) entstand der Name Mastholte.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mastholte liegt im Osten der Westfälischen Bucht und ist das südlichste Dorf im Kreis Gütersloh. Es liegt an der Glenne, welche von der Quelle bis zur Einmündung des Landgrabens in Mastholte Haustenbach genannt wird. Weitere Fließgewässer im Ortsgebiet sind der Schwarze Graben und die Vennegosse. Der Baggersee Mastholter See, welcher direkt am Ortskern von Mastholte liegt, ist die größte Wasserfläche des Kreises.

Mastholte gliedert sich in die beiden (Unter-) Ortsteile Mastholte und Mastholte-Süd, deren Ortskerne 1,5 km auseinanderliegen.

Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn im Norden startend: Die Rietberger Stadtteile Bokel und Rietberg, der Delbrücker Stadtteil Westenholz, die Lippstädter Stadtteile Lipperode, Lipperbruch und Bad Waldliesborn und die Langenberger Ortsteile Benteler und Langenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung findet Mastholte, damals noch Ostholte, in einem Dokument der Kirche von 1299, in dem die Exkommunizierung der Gemeinde beschlossen wird. Im Jahre 1570 übernimmt der evangelische Graf Erich von Hoya Mastholte vom katholischen Wadersloh und gründet das Kirchspiel Mastholte, welches Mastholte und die Nachbargemeinde Moese (niederdeutsch für „Sumpf“) umfasst und die ihr Zentrum in einer kleinen Kapelle in Mastholte hat. Fortan waren auch die Untertanen evangelisch, bis im Jahre 1601 die Grafschaft Rietberg katholisch wurde, und die Einwohner Mastholtes 1610 mithilfe von Jesuiten wieder zu Katholiken umerzogenwurden. Da die alte Kapelle baufällig war, wurde 1653 mit dem Bau der Pfarrkirche St. Jakobus des Älteren in Moese begonnen, die im Jahre 1659 eingeweiht wurde. Dabei wurde Material aus der alten Kapelle benutzt. Damit begannen die ersten Probleme mit der Bezeichnung der Orte. Da die Kirche von Mastholte nun in Moese stand, bezeichneten sich viele der Bewohner beider Orte ebenfalls Mastholter.

1838 formierten die Preußen die Bauerschaften Mastholte und das benachbarte Moese zu Landgemeinden um. Mastholte war von landwirtschaftlich schlechtem Boden umgeben, was viele Bauern in die Armut trieb. Bis 1860 sollte ein Viertel der Bevölkerung in die USA auswandern. 1851 entwarf ein preußischer Wasserbau-Ingenieur einen Plan, um die Gegend um Mastholte zu entsumpfen. Dessen Realisierung bis 1869 führte zu deutlich besseren Lebensbedingungen für die Bewohner.

1857 kam es zu einem Entscheid des preußischen Innenministeriums hinsichtlich eines strittigen Gebietes zwischen Moese und der Nachbargemeinde Westenholz. Aufgrund der dort herrschenden Armut war es nicht begehrt und wurde jeweils als dem anderen Ort zugehörig gesehen. Es wurde Moese zugeordnet.

Ein großer Nebenverdienst der Bauern wurde im 20. Jahrhundert die Holzschuhmacherei. Bis zu 50.000 Schuhe lieferten die Mastholter in das wirtschaftlich aufblühende Ruhrgebiet. Aus dieser Tradition entstand dann eine Möbelindustrie in Mastholte.

Am 1. Januar 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Mastholte und Moese in die Stadt Rietberg eingegliedert.[2] Gleichzeitig wurden die Orte Moese und Mastholte zu einem Ortsteil Mastholte der Stadt Rietberg zusammengeschlossen, Moese in Mastholte und Mastholte in Mastholte-Süd umbenannt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mastholte existiert die katholische Kirche St. Jakobus und die evangelische Gnadenkirche. Letztere wurde im Dezember 2011 geschlossen und entwidmet.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Mastholter See kann sowohl gesurft als auch Wasserski gefahren werden.

Der Jakobimarkt, eine Kirmes, welche an einem Mittwoch im Sommer stattfindet und die am Vorabend mit dem Zigeunerball beginnt, ist über die Grenzen Mastholtes hinaus bekannt. Dieser ursprüngliche Pferdemarkt und Kramermarkt wurde erstmals 1656 urkundlich erwähnt.

Alle fünf Jahre findet ein großer Erntedankumzug durch den Ort statt.

Ebenfalls findet seit dem 16. August 2007 wöchentlich donnerstags ein Wochenmarkt in Mastholte statt.

Ein weiterer Höhepunkt in Mastholte ist das dreitägige Schützenfest, das am vierten Wochenende im Juni stattfindet. Dieses ist das größte Schützenfest im Rietberger Stadtgebiet.

Seit dem Jahr 2007 findet in Mastholte-Moese das Musik-Festival Getoese in Moese statt, bei dem regionale, nationale und internationale Künstler auftreten.

Bekannte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bert Bertling: Mastholte - Die Geschichte zweier Gemeinden Moese und Mastholte, Rehling, 1997; ISBN 3924088039

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mastholte-online.de/heimatverein/html/die_namensgebung_von__mastholt.html Heimatverein Mastholte
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.