Mastix

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Dieser Artikel erläutert das Harz des Mastix-Pistazienbaumes; für den Baustoff siehe Asphaltmastix.
Mastix
Mastix-Pistazien-Baum (Pistacia lentiscus)

Mastix von lateinisch mastichum, mastiche, altgriechisch μαστίχη mastíkhē, von griechisch μαστιχάω mastichaō (mit den Zähnen knirschen, kauen), es ist das Harz der Mastix-Pistazienbäume (Pistacia lentiscus). Es sind kleine hellgelbe bis grünlich gelbe, ungleichförmige, kugelige bis birnenförmige, durchsichtige oder undurchsichtige, harte, glasige Bruchstücke. In Griechenland bekannt als Tränen von Chios. Das Wort „Mastix“ ist in vielen Sprachen ein Synonym für Gummi, z. B. „Mastixasphalt“ (Gussasphalt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im alten Ägypten war das Mastix-Harz bekannt und fand dort Anwendung zur Mumifizierung der Toten sowie als Bestandteil von Kyphi, einer speziellen Räuchermischung für den damaligen Tempelkult. Ebenso wird Mastix in der Bibel (Gen 37,25 EU, Gen 43,11 EU), sowie bei Herodot, Theophrast, Galenos und Dioskurides in seinem Buch Materia Medica (Nr.90) erwähnt. In der Antike wurde es für Magenbeschwerden, bei Magengeschwüren, Sodbrennen, Entzündungen, u. a. auch der Haut und der Schleimhaut (Aphthe, Parodontose, Entzündung des Zahnfleisches, der Haut, bei Pickel, Akne), bei rheumatische Beschwerden und zur Wundbehandlung empfohlen. In Arzneibüchern der frühen Neuzeit wird er als Zahnweißer[1] und Bestandteil von Zahnpulver und anderen Mundpflegeprodukte erwähnt.[2]

Wie wertvoll Mastix früher war, zeigt die Geschichte von Chios: Die Insel war wegen der Kultivierung der Mastixsträucher bereits in der frühen Neuzeit wohlhabend und bevölkerungsreich. Obwohl sich die Einwohner dem Osmanischen Reich gegenüber loyal zeigten, wurde während des Unabhängigkeitskriegs Griechenlands (1821–1829) die Bevölkerung von den Osmanen tyrannisiert. Beim Massaker von Chios wurden ca. 25.000 Inselbewohner getötet und geschätzte 45.000 Griechen als Sklaven verkauft. Die Mastix-Bauern blieben, wenn auch nur kurzzeitig, davon verschont.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mastixbaum wächst besonders in Südeuropa und Palästina und wird auf den griechischen Inseln (Chios), sowie auf der türkischen Çeşme Halbinsel angebaut. Ein Mastixstrauch produziert erst ab einem Alter von 5 Jahren Harz.

Im Juli, August und September wird die Rinde der Pistazienbäume angeritzt, so dass das Harz auslaufen kann. Um den Strauchfuss wird weißer Kalkstaub gestreut oder Blätter, Steinplatten ausgelegt, damit die Harztropfen von einem sauberen Untergrund aufgesammelt werden können. Das Harz muss etwa zwei Wochen am Boden liegen bleiben, bis es so fest wird, dass man es bearbeiten kann. Es ist ein im Bruch klares, tropfenförmiges und in der Qualität sehr unterschiedliches Weichharz. In den Handel kommt Mastix als

  • Mastix electa (hellgelb, erbsengroß), die beste Sorte.
  • Mastix in lacrimis
  • Mastix naturell, -in Sortis (bräunlich), mit Sand usw. verunreinigt.
  • weniger gute Ware (sehr dunkel)

Um ein Kilogramm des begehrten Harzes zu gewinnen, muss man etwa zehn Bäume ritzen. 2004 erzielte ein Kilogramm Mastix auf dem Markt etwa 85 Euro. Die Qualität des Chios-Mastix und der von der Levante ist für die Ölmalerei die beste. Er wird schon bei knapp 40 °C weich und ist in Terpentinöl und Alkohol ganz, in Benzin mit Rückständen lösbar. Er trocknet härter aus als Dammarfirnis und wird wie dieser verwendet. Schlechte Qualität vergilbt.

Der größte europäische Mastixproduzent ist die griechische Insel Chios.

2012 wurden auf der Insel durch einen Wald- und Feldbrand 40 % der Mastix-Bäume zerstört.[3]

Im Handel findet sich auch:

Amerikanischer Mastix (Aroeireharz) Schinus molle, Indischer oder Bombay Mastix Pistacia atlantica spp. cabulica, Pistacia khinjuk, Nordafrika Pistacia terebinthus, auch aus Syrien, Persien Pistacia vera, diese gleichen dem echten Mastix, sind aber von anderer Qualität.

Mastix wird auch mit anderen Harzen (Kolophonium, Sandarak, Fichtenharz etc.) verfälscht.

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mastix enthält etwa 40 % Harzsäuren Masticonsäure, etwa 50 % Harze Masticoresene und 2 % ätherische Öle. Mastix beginnt bei 80 °C zu erweichen, bei etwa 105 °C schmilzt er.

Die Hauptkomponenten des Harzes sind Triterpenesäuren: Masticadienonsäure, Isomasticadienonsäure, Oleanolsäure und Triterpenalkohol: Tirucallol. Daneben wurden weitere Triterpene, darunter ein bislang unbekanntes bicyclisches Triterpendiol sowie Verbindungen vom Dammaran-, Malbarican- und Polypodan-Typ sowie Nortriterpene nachgewiesen.

Der Anteil des ätherischen Öls beträgt 1 bis 3 %. Zu etwa 90 % besteht es aus Monoterpenen, unter denen wiederum α-Pinen und β-Pinen mit mehr als 75 % den Hauptanteil ausmacht. Insgesamt wurden über 70 Komponenten nachgewiesen, darunter in nennenswerter Menge Myrcen (ca. 14 %), trans-Caryophyllene, Linalool, Camphen, Verbenon, Pinocarveol, Limonene, Tricyclen.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verwendung gelangt Mastix

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mastic (plant resin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lucien F. Trueb, Ulrich Wyss: Mastix von Chios – ein begehrtes Baumharz. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Band 59, Nr. 6, 2006, ISSN 0028-1050, S. 297–302 (Abstract).
  • S. Paraschos, S. Mitakou, A. L. Skaltsounis: Chios gum mastic: A review of its biological activities. In: Current Medicinal Chemistry. Band 19, Nummer 14, 2012, S. 2292–2302, PMID 22414110 (Review).
  • E. Rößlin: Kreuterb°uch/ Von natürlichem Nutz/ vnd gründtlichem Gebrauch. C. Egenolff, Frankfurt/Main (1550). Digitalisat: Halle, Saale, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2010.
  • C. von Gogler: Erneuerte Hauß- und Feld-Apotheck. M. Hallervord, Franckfurt am Mayn (1674). Digitalisat: Halle, Saale; Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Rößlin: Kreuterb°uch/ Von natürlichem Nutz/ vnd gründtlichem Gebrauch. C. Egenolff, Frankfurt/Main (1550). Online-ausgabe: Halle, Saale, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2010: Mastir gekewet macht weisse zän/ vnd reynigt das haupt von böser feuchte.
  2. C. von Gogler: Erneuerte Hauß- und Feld-Apotheck. M. Hallervord, Franckfurt am Mayn (1674). Online-Ausgabe: Halle, Saale; Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2013: Die Zähne zu reinigen/ und das Zahnfleisch zu befestigen.
  3. Großbrand auf der Ägäis-Insel Chios auf orf.at, abgerufen 25. Juli 2016.
  4. Sotirios Paraschos u. a.: Quality profile determination of Chios mastic gum essential oil and detection of adulteration in mastic oil products with the application of chiral and non-chiral GC–MS analysis. In: Fitoterapia. 114, (2016), 12–17, online. (PDF; 303 kB).
  5. Mastix als Gewürz auf recipesandmore.de, abgerufen am 6. November 2016.