Mastix

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Dieser Artikel erläutert das Harz des Mastix-Pistazienbaumes; für den Baustoff siehe Asphaltmastix.
Mastix
Mastix-Pistazien-Baum (Pistacia lentiscus)

Mastix (Mastiha) (m.) ist das Harz der Mastix-Pistazienbäume (Pistacia lentiscus).

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni wird die Rinde der Pistazienbäume angeritzt, so dass das Harz auslaufen kann. Es ist ein im Bruch klares, tropfenförmiges und in der Qualität sehr unterschiedliches Weichharz. In den Handel kommt Mastix als

  • Mastix electa (hellgelb, erbsengroß)
  • Mastix naturell (bräunlich)
  • Mastix Bombay (sehr dunkel)

Um ein Kilogramm des begehrten Harzes zu gewinnen, muss man etwa zehn Bäume (Pistacia lentiscus L. var. chia Desf.) ritzen. 2004 erzielte ein Kilogramm Mastix auf dem Markt etwa 85 Euro. Die Qualität des Chios-Mastix und der von der Levante ist für die Ölmalerei die beste. Er wird schon bei knapp 40 °C weich und ist in Terpentinöl und Alkohol ganz, in Benzin mit Rückständen lösbar. Er trocknet härter aus als Dammarfirnis und wird wie dieser verwendet. Schlechte Qualität vergilbt.

Der größte europäische Mastixproduzent ist die griechische Insel Chios.

2012 wurden auf der Insel durch einen Wald- und Feldbrand 40 % der Mastix-Bäume zerstört.[1]

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mastix enthält etwa 40 % Harzsäuren, etwa 50 % Harze und 2 % ätherische Öle. Mastix beginnt bei 80 °C zu erweichen, bei etwa 100 °C schmilzt er.

Die Hauptkomponenten des Harzes sind Triterpene Masticadienonsäure (3-Oxo-tirucalla-7,24Z-dien-26-carbonsäure), Isomasticadienonsäure (3-Oxo-tirucalla-8,24E-dien-26-carbonsäure), Oleanolsäure und Tirucallol. Daneben wurden weitere Triterpene, darunter ein bislang unbekanntes bicyclisches Triterpendiol sowie Verbindungen vom Dammaran-, Malbarican- (unter anderem 3β-Hydroxymalabarica-14 (26),17E,21-trien) und Polypodan-Typ (u.a. (8R)-3β,8-Dihydroxypolypoda-13E,17E,21-trien) sowie die Nortritperpene 3-Oxo-28-norlup-20(29)-en und 3-Oxo-28-norolean-12-en nachgewiesen.

Der Anteil des ätherischen Öls beträgt 1 bis 3 %. Zu etwa 90 % besteht es aus Monoterpenen, unter denen wiederum α-Pinen mit mehr als 60 % den Hauptanteil ausmacht. Insgesamt wurden über 70 Komponenten nachgewiesen, darunter in nennenswerter Menge Myrcen (ca. 8 %), β-Pinen (3 %), Methyl-o-kresol (1,2 %), Linalool (2,8 %), p-Mentha-1,5-dien-8-ol (1,0 %) und trans-Caryophyllen (2,0 %).

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verwendung gelangt Mastix

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im alten Ägypten war das Mastix-Harz bekannt und fand dort Anwendung zur Mumifizierung der Toten sowie als Bestandteil von Kyphi, einer speziellen Räuchermischung für den damaligen Tempelkult. Ebenso wird Mastix in der Bibel erwähnt (Gen 37,25 EU, Gen 43,11 EU). In Arzneibüchern der frühen Neuzeit wird er als Zahnweißer[3] und Bestandteil von Zahnpulver und anderen Mundpflegeprodukte erwähnt.[4]

Wie wertvoll Mastix früher war, zeigt die Geschichte von Chios: Die Insel war wegen der Kultivierung der Mastixsträucher bereits in der frühen Neuzeit wohlhabend und bevölkerungsreich. Obwohl sich die Einwohner dem Osmanischen Reich gegenüber loyal zeigten, wurde während des Unabhängigkeitskriegs Griechenlands (1821–1829) die Bevölkerung von den Osmanen tyrannisiert. Beim Massaker von Chios wurden ca. 25.000 Inselbewohner getötet und geschätzte 45.000 Griechen als Sklaven verkauft. Die Mastix-Bauern blieben, wenn auch nur kurzzeitig, davon verschont.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lucien F. Trueb, Ulrich Wyss: Mastix von Chios – ein begehrtes Baumharz. In: Naturwissenschaftliche Rundschau. Band 59, Nr. 6, 2006, ISSN 0028-1050, S. 297–302 (Abstract).
  • S. Paraschos, S. Mitakou, A. L. Skaltsounis: Chios gum mastic: A review of its biological activities. In: Current medicinal chemistry. Band 19, Nummer 14, 2012, S. 2292–2302, PMID 22414110 (Review).
  • Rößlin, E.: Kreuterb°uch/ Von natürlichem Nutz/ vnd gründtlichem Gebrauch. Egenolff, C. Frankfurt/Main (1550). Digitalisat: Halle, Saale, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2010
  • Gogler, C. von: Erneuerte Hauß- und Feld-Apotheck Hallervord, M., Franckfurt am Mayn (1674). Digitalisat: Halle, Saale; Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mastic (plant resin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://orf.at/#/stories/2351036/ Großbrand auf der Ägäis-Insel Chios, orf.at, 25. Juli 2016, abgerufen 25. Juli 2016.
  2. Mastix als Gewürz
  3. Rößlin, E.: Kreuterb°uch/ Von natürlichem Nutz/ vnd gründtlichem Gebrauch. Egenolff, C. Frankfurt/Main (1550). Online-ausgabe: Halle, Saale, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2010: Mastir gekewet macht weisse zän/ vnd reynigt das haupt von böser feuchte.
  4. Gogler, C. von: Erneuerte Hauß- und Feld-Apotheck Hallervord, M., Franckfurt am Mayn (1674). Online-Ausgabe: Halle, Saale; Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, 2013: Die Zähne zu reinigen/ und das Zahnfleisch zu befestigen.