Masurische Seenplatte

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Die Masurische Seenplatte in der geomorphologischen Einteilung Polens
Die südliche Uferspitze des Sonntagsees (Jezioro Szóstak), etwa 2 km südlich des Dorfes Steinberg (Szczecinowo)
Das nordöstliche Ufer des Spirdingsees (Jezioro Śniardwy) beim Dorf Seegutten (Nowe Guty)

Die Masurische Seenplatte (poln. Pojezierze Mazurskie) ist eine Seen-Landschaft in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seenplatte befindet sich im Südwestteil des Baltischen Landrückens. Sie besteht aus einer Vielzahl von Seen in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft. Charakteristisch für diese Landschaft sind glaziale Rinnen zwischen den Hügeln, entstanden durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer beim Abschmelzen der Gletscher, die später die Seen aufnahmen. Die Seenplatte hat eine Größe von etwa 1700 km². Entwicklungsgeschichtlich und landschaftlich ähnliche Seenplatten sind die Finnische, die Pommersche und die Mecklenburgische Seenplatte sowie die Holsteinische Schweiz.

Masurische Seenplatte südöstlich von Königsberg bei den Städten Angerburg, Lötzen und Nikolaiken auf einer Landkarte von 1916. Der Mauersee, der nördlich des Dargeinensees und südlich von Angerburg liegt, ist auf dieser Karte nicht sonderlich benannt.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden größten Seen der Masurischen Seenplatte sind der Spirdingsee (Jezioro Śniardwy; 113,8 km²) und der Mauersee (Jezioro Mamry, 104 km²). Alle Seen zusammen nehmen einen Flächenanteil von 7 % des Gebietes ein. Es gibt in Masuren etwa 2700 Seen mit einer Größe von über einem Hektar. Zusammen bilden sie ein großes Süßwasser-Reservoir. Die höchsten Berge in dem Gebiet sind die Kernsdorfer Höhe (312 m) im Südwesten der Seenplatte und der Seesker Berg (309 m) im Nordosten in den Seesker Höhen. Der Schwerpunkt der Seenplatte befindet sich in der Region um die Städte Angerburg (Węgorzewo), Lötzen (Giżycko), Nikolaiken (Mikołajki) und Johannisburg (Pisz). Etwa 40 Prozent der masurischen Seenplatte stehen unter Naturschutz. Das Reservat um den Luknajno-See in der Nähe von Nikolaiken, in dem eine große Höckerschwankolonie lebt, steht als Biosphärenreservat unter dem besonderen Schutz der UNESCO. Der etwa 100 Kilometer lange Fluss Krutinna (pol. Krutynia) hat ebenfalls den Status eines Reservates. Der Fluss, der viele Seen miteinander verbindet, darf von Wassersportlern für Kajak- oder Kanutouren benutzt werden.

Ein bedeutender Kenner der masurischen Seen war der Schriftsteller Fritz Skowronnek.

Kanäle und Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter masurischer Flagge: 99. Stiftungsfest des Corps Masovia (1929)

Viele der Seen sind durch Kanäle wie den Oberländischen Kanal verbunden; der Kanał Tałcki verbindet den Jezioro Tałty mit dem Jezioro Tałtowisko. Über sie kann man große Teile der Seenplatte bis hin zur Ostsee befahren. Die Seenplatte ist ein bedeutendes Zielgebiet des Tourismus mit einer Vielzahl von Badestellen, Angelmöglichkeiten, Anlegestellen, ausgebauten Fahrradwegen, Campingmöglichkeiten, Hotels und Gastronomie.

Zur Sicherung des Schiffsverkehrs wurde 2011 an der Wasserroute ein Sturmwarnsystem eingerichtet, mit dem die Wassersportler auf schlechte Wetterbedingungen aufmerksam gemacht werden können.[1] Auf den Seen und Kanälen darf Wassersport betrieben werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 54–58.
  • Norbert von Frankenstein: Wassersport- und Reiseführer Masurische Seenplatte: Revierführer – Törnplaner – Landgang. Busse-Seewald Verlag, 1996, ISBN 3-512-03156-0.
  • Rüdiger J. Steinacher: Kapitäns Handbuch Masurische Seenplatte: Revierführer – Törnplaner – Landgang. IWS Verlag, Germering 2014, ISBN 978-3-925750-26-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 31-11 vom 6. August 2011

Koordinaten: 54° 0′ 0″ N, 22° 0′ 0″ O