Matankari

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Landgemeinde Matankari
Landgemeinde Matankari (Niger)
Landgemeinde Matankari
Landgemeinde Matankari
Koordinaten 13° 46′ N, 4° 0′ O13.7616666666674.0075Koordinaten: 13° 46′ N, 4° 0′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Dosso
Departement Dogondoutchi
Einwohner 68.979 (2012)

Matankari ist eine Landgemeinde im Departement Dogondoutchi in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Matankari gehört zur Sahelzone. Westlich des Ortszentrums von Matakari verläuft das Wadi Dallol Maouri. Das Gemeindegebiet ist in 185 traditionelle Dörfer, 19 administrative Dörfer, neun Weiler, sieben Lager und eine Wasserstelle gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Matankari.[2] Die Nachbargemeinden sind Soucoucoutane im Nordwesten, Dogonkiria im Nordosten, Dan-Kassari im Südosten und die Departementshauptstadt Dogondoutchi im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Matankari kommt von Mato n’Gari, was „Dorf des Mato“ bedeutet. Mato war von 1767 bis 1786 Herrscher von Aréoua, des Reichs der Maouri, einer Untergruppe der Hausa. Der Titel der Herrscher von Aréoua lautete serki n’Aréoua. Mato gründete Matankari als seinen Herrschaftssitz. Sein Nachfolger Goga regierte von 1786 bis 1803 und konnte erfolgreich einen Angriff der Fulbe abwehren. Unter Ousman, der von 1803 bis 1821 herrschte, waren die Maouri von einer Hungersnot dermaßen geschwächt, dass sie zwischenzeitlich nicht mehr kämpfen und aus Matankari vor den Fulbe fliehen mussten. Letztlich konnte Ousman die Oberhand behalten, musste jedoch an die Fulbe Tributzahlungen leisten. Sein Nachfolger Gay-Va starb bereits 1822 im Kampf als Verbündeter des Reichs Gobir gegen das Reich Sokoto. Nach Gay-Va herrschte von 1822 bis 1849 Gagara, der mit Sokoto Frieden schloss. Ihm folgte von 1849 bis 1861 Alissina nach. Dieser musste sich gegen Angriffe der Tuareg aus Imanan zur Wehr setzen und griff seinerseits die Aréoua-Provinz Tibiri an. Tibiri verbündete sich jedoch mit dem Reich Kebbi und Alissina wurde in der Schlacht geschlagen und getötet. Sein Nachfolger Lefeda, der von 1861 bis 1873 regierte, musste sich mit Revolten mehrerer Dörfer in Aréoua, darunter Dogondoutchi, auseinandersetzen. Letztlich musste er zugunsten von Bagajié abdanken, der bis 1901 in relativem Frieden regierte.[3]

Am 27. März 1899 musste sich Bagajié allerdings der französischen Mission Voulet-Chanoine unterwerfen.[4] Sein Nachfolger war Koché, der von 1901 bis 1913 herrschte.[3] 1903 gründeten die Franzosen einen Militärposten in Matankari. Als dieser Militärposten 1906 in die Stadt Dogondoutchi verlegt wurde, war auch der serki n’Aréoua gezwungen, seinen Amtssitz nach Dogondoutchi zu übersiedeln.[5] Bis 1972 hatten in Niger nur die Großstädte Niamey, Maradi, Tahoua und Zinder den Status einer eigenständigen Gemeinde. In diesem Jahr wurde Matankari zeitgleich mit sechs weiteren nigrischen Orten zur Gemeinde erhoben.[6] Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 4262 Einwohner von Matankari als Katastrophenopfer eingestuft, so viele wie in sonst keiner Gemeinde in der Region Dosso.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Matankari 57.646 Einwohner.[8] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 68.979.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF-Datei; 106 kB).
  3. a b Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 172–173.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 206.
  5. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 139.
  6. Historique de la décentralisation au Niger (PDF-Datei; 91 kB). Website des Programme nigéro-allemand de lutte contre la pauvreté dans les zones de Tillabéri et Tahoua-Nord, veröffentlicht im Mai 2008, abgerufen am 21. Januar 2012.
  7. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF-Datei; 2,99 MB), S. 54.
  9. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  10. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.