Matebian

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Matebian
Abgeerntete Reisfelder im Vordergrund des Matebian-Massivs

Abgeerntete Reisfelder im Vordergrund des Matebian-Massivs

Höhe 2316 m
Lage Suco Laisorolai de Cima, Verwaltungsamt Quelicai, Gemeinde Baucau, Osttimor
Koordinaten 8° 38′ 26″ S, 126° 35′ 49″ OKoordinaten: 8° 38′ 26″ S, 126° 35′ 49″ O
Matebian (Osttimor)
Matebian
Der Matebian mit dem Fluss Seiçal im Vordergrund

Der Matebian mit dem Fluss Seiçal im Vordergrundbdep2

Auf dem Gipfel des Matebian

Auf dem Gipfel des Matebianbdep3

Der Matebian (Mata Bia, Maté Bian, Mount Matebian, Gunung Boica, Gunung Mata Bia, Gunung Matabai, Meme Malabia, Malobu, 2316 m) ist der dritthöchste Berg von Osttimor. Quellen aus der Kolonialzeit geben ihm sogar eine Höhe von 2368 m, was den Matebian zum zweithöchsten Berg machen würde. Sein Name bedeutet „Berg der Seelen“ oder „Berg der Toten“. Der Berg gilt als heilig, da hier die Geister der Vorfahren leben sollen. Ein anderer Name für den Berg ist bei den MakasaeBere (groß) Meta“ (schwarz).[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Matebian
Blick von Aha B Uu im Süden auf den Matebian

Der Berg liegt im Süden der Gemeinde Baucau, auf der Grenze zwischen den Sucos Laisorolai de Cima (Verwaltungsamt Quelicai) und Osso Huna (Verwaltungsamt Baguia). Das Massiv bildet eine jener großen Klippen im Landesinneren, welche die Einheimischen fatu nennen. Aufgrund seiner isolierten Lage dominiert der Berg diesen Teil der Insel und kann sogar von der Nordküste aus noch gesehen werden. Zum Matebian-Massiv gehört auch der Boicau (2100 m).

Der Matebian hat zwei Gipfel: Den Matebian Mane (deutsch Matebian der Männer) und den Matebian Feto (deutsch Matebian der Frauen). Den niedrigeren Matebian Feto erreicht man am besten vom Dorf Kelikani aus. Um zum Matebian Mane zu gelangen, muss man zuerst zum Dorf Osso Huna, sechs Kilometer südlich von Baguia. Von dort braucht man eine halbe Stunde zu Fuß zum Dorf Oeiburu, von wo aus der Aufstieg beginnt. Man benötigt etwa zweieinhalb Stunden bis zum Gipfel. Von hier aus kann man die Nord- und die Südküste Timors sehen. Auf dem Gipfel des Matebian Mane steht seit 1993 eine Jesusstatue (Cristo Rei), die jeden Oktober von Tausenden Pilgern besucht wird.

Seit 2000 sind die Gipfel des Matebian mit dem gesamten Gebiet über 2000 m Höhe und dem umliegenden Wald ein Wildschutzgebiet. Am Berg finden sich große Mengen an Mangan.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Matebian in der Regenzeit
Der Matebian von Baguia aus

Der Berg und seine Umgebung waren das letzte große Widerstandszentrum der FALINTIL (base de apoio). Ab 1977 wurden evakuierte Zivilisten in neuen Dörfern um den Matebian nach ihrer Herkunft angesiedelt. Sie kamen aus Tequinaumata, Samalari, Boleha, Guruça, Afaçá und Namanei (Gemeinde Baucau) und Benamauc, Camea und Fatuahi. Der politische Kommissar Abel Larisina und sein Adjutant Xanana Gusmão konnten zunächst die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln organisieren. Mitte 1977 verschlechterte sich die Situation als Flüchtlinge vom Builo am Matebian eintrafen. Es gab Opfer durch Hunger und Krankheit. Nahrungsmittel wurden der Bevölkerung zugunsten der FALINTIL-Kämpfern vorbehalten. Im Oktober 1978 begannen die Angriffe auf die Basis. Die Widerstandskämpfer und Zivilisten wurden zwei Wochen lang aus der Luft bombardiert. Auch von See aus erfolgte der Beschuss, während die Armee langsam vorrückte. Täglich kamen 20 bis 30 Menschen ums Leben. Am 24. November wurden die FALINTIL von den indonesischen Invasoren überrannt. Am 25. November kapitulierte man. Die Gefangenen wurden in ein Transit camp interniert und nach FALINTIL-Kämpfern und Zivilisten getrennt. Viele verschwanden spurlos, die anderen wurden später auf größere Camps wie in Quelicai verlegt. Noch heute kann man am Berg Höhlen besichtigen, die den Widerstandskämpfern als Unterschlupf dienten.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matebian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susana Barnes: Origins, Precedence and Social Order in the Domain of Ina Ama Beli Darlari, In: Land and life in Timor-Leste, S. 26.
  2. Ministry of State Administration & Territorial Management, Timor-Leste: Baucau District profile (PDF; 276 kB)
  3. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)