Material (Fertigungstechnik)

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Material ist in der Fertigungstechnik und im Rechnungswesen ein Sammelbegriff für eine Gruppe der stofflichen Produktionsfaktoren, die im Produktionsprozess nur einmal verwendet wird, weil sie als Repetierfaktor mit ihrem Einsatz wertmäßig und häufig auch stofflich vom Endprodukt aufgezehrt wird.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Materialien gehen in die Produkte ein, werden rechtlich also zu wesentlichen Bestandteilen eines Produkts und heißen deshalb auch Erzeugnisstoffe.[1] Da Materialien verbraucht werden, müssen sie zwecks Fortsetzung des Produktionsprozesses neu beschafft werden. Zu diesen Materialien gehören Rohstoffe, Werkstoffe, Halbzeuge, Bauteile und Baugruppen, aber auch Hilfsstoffe (wie Schmierstoffe und Verpackungsmaterial) und Betriebsstoffe (wie Treibstoffe oder Büromaterialien). Streng genommen sind Büromaterialien meist nicht als Material in diesem Sinne aufzufassen, da sie häufiger für die Produktion verwendet werden können.

Betriebliche Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der allgemeine Begriff „Material“ wird meist als Bestandteil zusammengesetzter Fachbegriffe wie Materialbedarf, -wirtschaft oder -fluss verwendet. Diese betrieblichen Funktionen befassen sich mit der Planung, Beschaffung, dem Management und dem störungsfreien Einsatz von Materialien.

Materialkosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Kostenart bezeichnet in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Aufwandsposten (§ 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB für das Gesamtkostenverfahren), der den Verbrauch von Material für den betrieblichen Produktionsprozess berücksichtigt. Bei diesen Materialkosten unterscheidet man zwischen Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten, also dem speziell für die Produktion bestimmten Material und dem Material für die allgemeine Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebes. Die genaue Zuordnung ist branchenspezifisch unterschiedlich.

Die zentralen, für die Produktion typischen und dominierenden Materialklassen (Primärmaterial) eines Betriebes dienen auch der Klassifikation von Branchen an sich, so spricht man von Metallverarbeitung (mit seinen Unterbranchen Eisen und Stahl oder Buntmetall), Holzverarbeitung oder Baustoffindustrie, je nach Produktgruppe. Das übrige Material heißt Sekundärmaterial.

Beispiel in der Kunststoffherstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor das Material der Polymere entstehen kann, muss dieses über Rohstoffe, wie Monomere synthetisiert werden. Daraus entsteht das Material Polymer. Durch Aufbereitung von Polymeren entsteht erst der fertige Werkstoff Kunststoff. Mit Hilfe eines weiteren Verfahrensschrittes, der so genannten Verarbeitung, werden dann Werkstücke aus Kunststoff hergestellt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulli Arnold, Materialien, in: Wolfgang Lück, Lexikon der Betriebswirtschaft, 1990, S. 784
  2. Christian Bonten, Kunststofftechnik Einführung und Grundlagen, Hanser Verlag, 2014, ISBN 978-3-446-44093-7