Materialseilbahn Bulembu–Barberton

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Materialseilbahn Bulembu–Barberton (†)
Die Seilbahn auf ihrem höchsten Punkt, Blickrichtung Bulembu
Die Seilbahn auf ihrem höchsten Punkt, Blickrichtung Bulembu
Standort: Bulembu SwasilandSwasiland Swasiland, Barberton, SudafrikaSüdafrika Südafrika
Bauart: Zweiseilumlaufbahn
Baujahr: 1939, 2001 eingestellt
Berg: Makhonjwa Mountains
Talstation: Bahnhof Barberton, 877 m
Höhendifferenz: 111 m, Gipfelhöhe auf 1607 m: 730 m
Bergstation: Bulembu, 988 m
Streckenlänge: 20.360 m
Anzahl der Gondeln: Loren: 242 Stk.
Anzahl der Stützen: 52 Stk.
Hersteller: Adolf Bleichert & Co.
Betreiber: Havelock-Minen/Bulembu-Minen

Die Materialseilbahn Bulembu-Barberton ist eine stillgelegte Luftseilbahn, die von 1939 bis 2001 Asbest von den Havelock-Minen in Swasiland zum Bahnhof von Barberton in Südafrika transportierte. In die Gegenrichtung wurde Koks für das Kohlekraftwerk in Bulembu befördert. Der Betrieb wurde 2001 eingestellt, als die Mine geschlossen wurde. Die Seilbahn wurde jedoch noch nicht abgebaut.

Die Seilbahn hoch über der Stadt Barberton

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon um 1882 wurden in der Region von Havelock, wie Bulembu damals hieß, Gold und Asbest entdeckt, doch erst in den 1930er-Jahren wurde mit dem Asbestabbau in großem Stil begonnen. Die Mine lag allerdings in den Bergen, die Bahn war nur über einen Pass zu erreichen. 1937 begann man daher mit dem Bau einer Materialseilbahn, um das in den Havelock-Minen geförderte Asbest zur nächsten Bahnstation im 1884 gegründeten Barberton nach Südafrika zu bringen. Der Bau erfolgte durch die Leipziger Firma Adolf Bleichert & Co. und wurde im Juni 1939 abgeschlossen. Die über 20 km lange Lorenseilbahn war damals die längste in einer Sektion gebaute Seilbahn der Welt. Die Strecke führt von der Verladestation im Süden Barbertons 730 Meter hoch auf die Makhonjwa Mountains und von dort über die Staatsgrenze hinweg wieder 620 Meter hinunter nach Bulembu. Das größte Spannfeld betrug 1207 m, die größe Höhe über Grund 189 m. Jede Kipplore konnte 200 kg tragen, die Kapazität betrug 13,5 Tonnen/Stunde. Die Bahn brachte Asbest zum Bahnhof von Barberton und beförderte in die Gegenrichtung Koks aus Südafrika nach Bulembu, wo damit ein Kraftwerk betrieben wurde.

Eine Passstraße, die Regionalstraße R40, führt in Serpentinen unter der Seilbahn zum Grenzübergang von Bulembu. Nach dem Einbruch beim Absatz von Asbest wurde die Mine 2001 geschlossen und damit auch die Seilbahn stillgelegt.[1][2] Die Seilbahn wurde nicht abgebaut, verfällt aber nun zusehends. Viele Stützen sind beschädigt und auch der geschlossene Bahnhof ist in einem schlechten Zustand.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swaziland-Barberton
  2. The History of Mining in Barberton (PDF; 4,6 MB)
  3. Tourist attraction becomes dangerous, 14. September 2011

Koordinaten: 25° 57′ 21″ S, 31° 7′ 54″ O