Mathias Müller von Blumencron

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Mathias Müller von Blumencron (* 23. Juli 1960 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und ehemaliger Chef der digitalen Angebote der Marke Der Spiegel. Seit dem 1. Oktober 2013 ist er Chefredakteur für den Bereich „Digitale Medien“ bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller von Blumencron studierte Rechtswissenschaften in Hamburg und Kiel. Dem ersten juristischen Staatsexamen (1985) schloss sich der juristische Vorbereitungsdienst an, den er nach einem Jahr abbrach, um an die Hamburger Henri-Nannen-Schule zu wechseln. Die dortige Ausbildung absolvierte er erfolgreich.

1989/90 arbeitete Müller von Blumencron als Redakteur für das Wirtschaftsmagazin Capital in Köln. Im Jahr 1991 war er zunächst in Zürich, dann in Berlin Korrespondent für die Wirtschaftswoche.

Seit 1992 war er beim Spiegel beschäftigt. Müller von Blumencron war zunächst Redakteur im Ressort „Deutschland II“, ab 1996 dann stellvertretender Ressortleiter. Im Oktober 1996 ging er als Wirtschaftskorrespondent nach Washington, 1998 wechselte er nach New York. Von Dezember 2000 bis Februar bzw. formal bis Mai 2008 war er Chefredakteur von Spiegel Online. Am 5. Februar 2008 trat er gemeinsam mit Georg Mascolo die Stelle des Spiegel-Chefredakteurs in Nachfolge des entlassenen Stefan Aust an.[2] Im Februar 2011 übernahm er stattdessen die Verantwortung aller digitalen Angebote der Marke Spiegel, einschließlich Spiegel Online.[3] Am 9. April 2013 wurden Müller von Blumencron und Mascolo vom Spiegel-Verlag aufgrund „unterschiedliche[r] Auffassungen zur strategischen Ausrichtung“ abberufen.[4]

Von der Zeitschrift Horizont wurde er zum „Medienmann des Jahres 2007“ gewählt. Müller von Blumencron war Mitglied des Kuratoriums der Johanna-Quandt-Stiftung, bis er im April 2008 wie auch Gabriele Fischer und Christoph Keese als Reaktion auf die NDR-Dokumentation über die Mitverantwortung der Familie für Verbrechen in der Nazi-Zeit (Das Schweigen der Quandts) sein Amt dort niederlegte.[5]

Ende Juni 2013 gab die Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekannt, dass Müller von Blumencron vom 1. Oktober 2013 an als Chefredakteur Digitale Medien die Weiterentwicklung sämtlicher digitaler Angebote der FAZ verantworten soll.[1]

Im Anschluss an das World Economic Forum in Davos 2014 wurde Müller von Blumencron Mitglied der Global Commission on Internet Governance, einer auf zwei Jahre angesetzten Initiative, die einen umfassenden Stand über die Zukunft der Multi-Stakeholder-Internet-Verwaltung präsentieren soll.[6] Der Initiative steht der ehemalige schwedische Außenminister Carl Bildt vor.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller von Blumencron ist ein aus dem Bodenseeraum stammendes Ratsgeschlecht des damaligen Freistaates Basel. Die Stammreihe findet mit dem Zimmermann Mathy Muller 1488 erstmals Erwähnung, der das Stadtrecht von Basel erwarb[7]

Mathias Müller von Blumencron ist mit einer Amerikanerin verheiratet. Das Paar lebt in Hamburg und hat eine Tochter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b In eigener Sache: Mathias Müller von Blumencron wechselt zur F.A.Z.. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2013. Abgerufen am 27. Juni 2013.
  2. In eigener Sache: Blumencron und Mascolo neue Chefredakteure des Spiegel; Spiegel Online, 5. Februar 2008.
  3. Götz Hamann: Medien: Teurer Blick in den „Spiegel“; Die Zeit 18/2012 vom 26. April 2012
  4. „Spiegel“ beruft Chefredakteure ab. sueddeutsche.de, abgerufen am 9. April 2013.
  5. Paul Katzenberger: Quandt-Preis: Juroren treten zurück; SZ, 25. Juli 2008
  6. Chatham House: Global Commission on Internet Governance; Chatham House, 25. Januar 2014
  7. GHdA, Band 115 Adelige Häuser B XXII, Starke Verlag, 1998.