Mathias Stinnes

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Dieser Artikel behandelt den Industriellen Mathias Stinnes. Der argentinische Rennrodler ist zu finden unter Matiás Stinnes
Porträt von Mathias Stinnes

Mathias Stinnes (* 4. März 1790 in Mülheim an der Ruhr; † 16. April 1845 ebenda) war ein deutscher Unternehmer, der in Mülheim an der Ruhr eine Firma für Schifffahrt und Kohlenhandel gründete. Er legte mit seinem Unternehmen den Grundstein für die ehemalige Stinnes AG.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mathias Stinnes kam als dritter Sohn des Ruhrschiffers Hermann Stinnes (1753–1793) und dessen Ehefrau Margaretha (1753–1813), geborene Werntges, in der Herrschaft Broich auf die Welt. Als Jugendlicher arbeitete er als Schiffsjunge auf dem Schiff seines Vaters. Danach war er als Schiffergehilfe im Kohlentransport auf der Ruhr tätig. Zusammen mit seinen Brüdern gründete Mathias Stinnes 1808 ein Unternehmen für Schifffahrt und Kohlenhandel. 1810 erwarb er einen Kohlenplatz sowie eine zweimastige Ruhraak und transportierte Kohle ruhraufwärts und Waren aller Art ruhrabwärts. Bereits 1820 gehörten zum Konzern Mathias Stinnes vier Bergwerke und 36 Bergwerksbeteiligungen. An Rhein und Ruhr gehörten über 65 Binnenschiffe zur Stinnes-Flotte. 1831 erwirkte Stinnes die Zollfreiheit der Rheinschifffahrt und führte 1843 die Dampfschifffahrt auf dem Rhein ein. Die Seetransporte des Unternehmens hatten Hamburg und Stettin als Ziel. Der Bergwerksbesitzer Stinnes führte das senkrechte Abteufen von Kohlenflözen in Deutschland ein. Der Konzern stand auf drei Säulen: Produktion, Handel und Schifffahrt.

Als Mathias Stinnes – im Mülheimer Volksmund „auler Mathes“ genannt – starb, galt er als größter Reeder zwischen Koblenz und Amsterdam. Er hinterließ seinen Söhnen Mathias junior (1817–1853), Gustav (1826–1878) sowie seiner Tochter Katharina (1819–1903) die größte deutsche Handelsflotte, Beteiligungen an vierzig Bergwerken sowie umfangreichen Landbesitz. Tochter Katharina war seit 1858 mit Gerhard Küchen senior (1809–1886) verheiratet, der in dem Unternehmen seines Schwiegervaters eine führende Rolle übernahm und diese Aufgabe später seinen Sohn Gerhard Küchen junior (1861–1932) übertrug.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Januar 1811 heiratete er in Mülheim Anna Springmann (1789–1831), Tochter des Mülheimer Schmieds Georg Springmann und Catharina geb. Nöllenburg oder Terjung. Sie hatten folgende Nachkommen:

  • Georg Mathias (* 21. Mai 1817; † 13. April 1853) ∞ 7. September 1845 mit Eleonore Helene Weuste (1819–1893), Tochter von Christian Weuste und Helena geb. Dreibholz
  • Katharina (* 11. März 1819; † 22. März 1903) ∞ 25. November 1858 mit Gerhard Joseph Hubert Küchen (1809–1886)
  • Johann Gustav (* 29. August 1826; † 25. Februar 1878) ∞ 12. Juli 1855 mit Auguste Perez (1828–1902), Tochter von Franz Perez und Wilhelmine geb. Dinnendahl

Nach dem Tod seiner Ehefrau (1831) heiratet er am 7. Februar 1834 deren Schwester Anna Maria Springmann (1808–1865) mit der er folgende Kinder hatte:

  • Wilhelm Hermann (* 28. November 1833; † 29. Januar 1856)
  • Anna (* 1. September 1835; † 3. August 1886) ∞ 25. September 1858 mit Carl Vorster (1835–1885), Sohn von Carl Vorster und dessen Ehefrau Emilie geb. von Eicken
  • Johanne Margarethe Mathilde (* 22. November 1840; † 14. Oktober 1911) ∞ 1875 mit Johann Hermann Leonhard (1835–1905)
  • Hermann Hugo (* 3. Dezember 1842; † 14. Mai 1887) ∞ 21. November 1865 mit Catharina Sophie Adeline Coupienne (1844–1925), Tochter von Heinrich Coupienne und Adeline geb. von Eicken

Bereits im Kindesalter verstarben Hermann I (* 1811), Hermann II (* 1814), Hermann August (* 1816), Gustav Hermann (* 1821), Anna Karoline (* 1823) sowie Mathilde (* 1837).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Familienarchiv, Band 30. S. 97 ff.
  • Paul Neubaur: Mathias Stinnes und sein Haus. Ein Jahrhundert der Entwickelung 1808-1908. Mülheim an der Ruhr, 1908, Online
  • Herbert Sinz: 150 Jahre Math. Stinnes. Darmstadt, 1958.
  • Raimund Le Viseur: 175 Jahre Stinnes. Die Kaufleute aus Mülheim. Eine deutsche Firmenchronik. Düsseldorf, 1983.
  • Horst Arnold: Mathias Stinnes. Ein rheinischer Unternehmer des beginnenden 19. Jahrhunderts, in: Niederrheinkammer, 1987, S. 370.
  • Ulrich S. Soénius: Vom Schiffsjungen zum Reeder und Zechenherrn - Mathias Stinnes in: Horst A. Wessel (Hrsg.): Mülheimer Unternehmer: Pioniere der Wirtschaft. Unternehmergeschichte in der Stadt am Fluss seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Klartext Verlag, Essen 2006, S. 195–209.

Weitere Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 888 (Archivbibliothek: Sammlung Stinnes)
  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 1600 (Sammlung Familie Stinnes)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mathias Stinnes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien