Mathias Tietke

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Mathias Tietke (2011)

Mathias Tietke (* 1959 in Lutherstadt Wittenberg) ist ein deutscher Journalist, Sachbuchautor und Yogalehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tietke wuchs in Sachsen-Anhalt auf, ließ sich in Thüringen zum Möbeltischler ausbilden und arbeitete in verschiedenen Berufen. Er verweigerte den Wehrdienst und wurde deswegen als Bausoldat in Prora auf der Insel Rügen beim Aufbau des Fährhafens Mukran eingesetzt. Seit 1987 lebt er in Berlin. Die Immatrikulation am Literaturinstitut Leipzig wurde auf Betreiben der Staatssicherheit wieder zurückgezogen. Dennoch kam es zu Veröffentlichungen, 1988 wurde die Erzählung Beisetzung in ndl abgedruckt.[1]

Nach dem Ende der DDR veröffentlichte er verschiedene Texte in Zeitungen und Magazinen, er unternahm Fernreisen, vor allem nach Indien, und stellte Fotos von diesen Reisen aus. Von 1994 bis 1998 ließ er sich zum Yogalehrer im Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) / Europäische Yoga Union (EYU) ausbilden. Er publiziert seitdem auch zum Thema Yoga. Im September 2011 erschien seine Studie Yoga im Nationalsozialismus, in der die Behauptung, Hitler bzw. die Nationalsozialisten hätten Yoga verboten, umfassend widerlegt wird. Zugleich wird dargelegt, dass führende Nationalsozialisten wie Alfred Rosenberg und der Reichsführer SS Heinrich Himmler sich mit indischer Philosophie und einigen Aspekten des Yoga befassten und dies in ihre Ideologie integrierten.[2]

2013 erschien mit Yoga kontrovers. Zehn populäre Irrtümer in Bezug auf Yoga eine kritische Auseinandersetzung mit den Fehlentwicklungen innerhalb der Yoga-Szene und mit den Irrtümern und Klischees in Bezug auf Yoga. 2014 veröffentlichte Tietke die Studie Yoga in der DDR, für die er im November 2015 den Forschungspreis der "Society for Meditation and Meditation Research" (SMMR) erhielt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yoga für Bad & WC. Cartoons von TOM. Eichborn, Frankfurt/Main 2000, ISBN 3-8218-3570-2.
  • Yoga. Mehr Entspannung, Energie und Lebensfreude. Compact, München 2004, ISBN 3-8174-5580-1.
  • Der Stammbaum des Yoga. 5000 Jahre Yoga. Tradition und Moderne. Theseus, Berlin 2007, ISBN 978-3-89620-199-7.
  • Yoga in seiner Vielfalt. Interviews mit Lehrenden. Theseus, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7831-9537-8.
  • Yoga im Nationalsozialismus. Konzepte, Kontraste, Konsequenzen. Ludwig, Kiel 2011, ISBN 978-3-86935-013-4.
  • Yoga kontrovers. Zehn populäre Irrtümer in Bezug auf Yoga. Phänomen, Hamburg 2013, ISBN 978-84-941609-0-5.
  • Yoga in der DDR – Geächtet, Geduldet, Gefördert: Inklusive: Yoga im Ostblock und in der sowjetischen Raumfahrt. Ludwig, Kiel 2014, ISBN 978-3-86935-217-6.
  • Wittenberg. Die 99 besonderen Seiten der Stadt. Mitteldeutscher Verlag Halle 2015, ISBN 978-3954624140.
  • Bier aus dem Marktbrunnen. Wittenberg in den 60er und 70er Jahren. Drei Kastanien Verlag Wittenberg 2016, ISBN 978-3-942005-60-9
  • Wittenberger Friedhöfe. Geschichte, Gestaltung, Grabmale. Verlag Tredition Hamburg 2017, ISBN 978-3-7439-2126-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mathias Tietke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. neue deutsche literatur, Heft 11.
  2. Torsten Harmsen: Forschungsprojekt: Sonnengruß unter dem Hakenkreuz. In: fr-online.de. 18. Februar 2012, abgerufen am 19. Dezember 2014.