Mathilde Bonaparte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Édouard Dubufe: Mathilde Lätitia Wilhelmine Bonaparte, Öl auf Leinwand, 1861

Mathilde Lætitia Wilhelmine Bonaparte, auch Mathilde-Létizia (* 27. Mai 1820 in Triest; † 2. Januar 1904 in Paris) war die Tochter von Napoléons jüngstem Bruder Jérôme Bonaparte und dessen zweiter Ehefrau Katharina von Württemberg. Sie widmete sich der Pastell- und der Aquarellmalerei und unterhielt ab den 1850er Jahren in ihrem Pariser Hôtel particulier einen künstlerischen und literarischen Salon.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

André Adolphe-Eugène Disdéri, Mathilde Bonaparte, um 1860

Geboren in Triest, wuchs Mathilde in Florenz, Stuttgart und Rom auf. In der Absicht, zwei der verschiedenen bonapartistischen Linien zu einer neuen Hauptlinie zu vereinen, wurde Mathilde im Alter von 15 Jahren 1835 zunächst mit ihrem Cousin Louis Napoleon (dem späteren Napoleon III.) verlobt, doch schon nach Napoleons mißlungenem Putschversuch von 1836 löste Mathildes Vater Jerome die Verlobung umgehend wieder auf.[1] Am 1. November 1840 heiratete sie in Florenz stattdessen den russischen Prinzen Anatoli Demidow, Prinz von San Donato, einen Sohn des Grafen Nikolai Demidow und der Baroness Jelisaweta Stroganowa. Die Ehe war geprägt von Seitensprüngen und Streitigkeiten. Anatole hatte eine langjährige Affäre mit Valentine de Sainte-Aldegonde – eine Beziehung, die er gegen Mathildes Willen fortsetzte.

Mathilde verließ daraufhin Florenz zusammen mit ihrem Liebhaber Alfred Émilien de Nieuwerkerke und mit der Schmucksammlung ihres Ehemanns. Die Ehe wurde schließlich 1847 geschieden und Anatole wurde rechtlich dazu gezwungen, einen jährlichen Unterhalt in Höhe von 200.000 Francs an Mathilde zu zahlen. Trotz seiner vehementen Forderungen erhielt Anatole seinen Schmuck nie zurück.

Ende 1848 wurde Louis Napoleon zum französischen Präsidenten gewählt. Da er zunächst noch unverheiratet und Mathilde seine nächste weibliche Anverwandte war, fungierte sie bis zu seiner Heirat mit Eugénie de Montijo (Anfang 1853) trotz der einst aufgelösten Verlobung offiziell als Première dame (First Lady) bzw. Maîtresse de maison (Hausherrin) an seiner Seite.[1] In Paris wurde Mathilde während und nach dem Zweiten Kaiserreich ein bekanntes Mitglied des aristokratischen Kunst- und Literaturkreises. Nach Anatoles Tod am 29. April 1870 heiratete sie im Dezember 1873 Claudius Popelin (1825–1892).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b E. A. Reinhardt: Napoleon der Dritte und Eugenie - Tragikomödie eines Kaisertums, Seiten 29f, 33f, 94ff und 115ff. Fischer Verlag, Berlin 1930

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mathilde Bonaparte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien