Matt Ridley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Matt Ridley

Matt (Matthew) White Ridley, 5. Viscount Ridley (* 7. Februar 1958 in Newcastle upon Tyne) ist ein britischer Peer, Politiker (Conservative Party), Unternehmer, Zoologe und Autor populärwissenschaftlicher Bücher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ridley ist der Sohn von Matthew White Ridley, 4. Viscount Ridley (1925–2012) und von Anne Katharine Gabrielle Lumley (1928–2006). Sein Urgroßvater war der Architekt Edwin Lutyens, sein Onkel der Politiker Nicholas Ridley. Matt Ridley ist Vater eines Sohns und einer Tochter.

Nach seinem Studium der Zoologie arbeitete Ridley von 1984 bis 1987 als Wissenschaftsredakteur beim britischen Economist, danach bis 1992 als dessen Korrespondent in den USA.[1] Von 1996 bis 2003 war er Vorsitzender des International Centre for Life. Ridley erklärt in einigen seiner Werke, wie evolutionäre Adaption die komplexen Verhaltensweisen des Menschen begründet. Große Beachtung fand in Deutschland sein Buch The Origins of Virtue.[2] Sein neustes Buch, The Rational Optimist (2010), schließt mit dem Aufruf: „Wage es, ein Optimist zu sein!“[3]

Ridley ist Klimaskeptiker.[4][5] und sitzt im Fachbeirat des einflussreichen klimaskeptischen Think Tanks Global Warming Policy Foundation.[6] Die globale Erwärmung hält er für grundsätzlich positiv und den Schaden, der durch die Klimapolitik (z. B. Verwendung von Biomasse, Windenergie) entstehe, für größer als den Schaden durch die globale Erwärmung.[7][8] Von Klimaforschern wie Dana Nuccitelli werden sein Thesen zu dem Thema als falsch zurückgewiesen.[9] Kritisiert wird Ridley zudem für seine Kontakte zur Kohleindustrie. Ridley ist Eigentümer von Land, auf dem sich Kohleminen befinden, von denen er Pachtzahlungen erhält. 2016 warb er beim damaligen konservativen Energieminister Lord Bourne für eine neue Technik im Betrieb von Kohlekraftwerken, worauf ihm Lobbyismus für die Kohleindustrie vorgeworfen wurde. Ridley selbst bestreitet die Vorwürfe, aus eigenem finanziellen Interesse zu handeln.[6]

Von 2004 bis 2007 war Ridley Vorstandsmitglied der Bank Northern Rock. Im Jahr 2007 musste er von diesem Amt zurücktreten, nachdem die Bank infolge der Subprime-Krise 2007 in Schieflage geraten war und er von Mitgliedern des Parlaments beschuldigt wurde, die Risiken in den Geschäften der Bank nicht rechtzeitig erkannt zu haben.

Nach dem Tod seines Vaters 2012 erbte Ridley den Titel des Viscount Ridley. Am 6. Februar 2013 wurde er daraufhin als Erbadeliger (Hereditary Peer) in das House of Lords gewählt. Er trat dort die Nachfolge von Robert Shirley, 13. Earl Ferrers an.

2011 wurde er für sein Buch "The Rational Optimist" vom New Yorker Think Tank "Manhattan Institute" mit dem mit 50.000 Dollar dotierten Hayek Prize ausgezeichnet.[10]

2012 wurde Matt Ridley in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Red Queen: Sex and the Evolution of Human Nature. Prentice Hall, 1994, ISBN 0-02-603340-2.
    • deutsch Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität. Knaur, München 1995, ISBN 3-426-26852-3.
  • The Origins of Virtue: Human Instincts and The Evolution of Cooperation. Viking Adult, 1997, ISBN 0-670-87449-3.
    • deutsch Die Biologie der Tugend. Warum es sich lohnt, gut zu sein. Ullstein, Berlin 1997, ISBN 3-550-06953-7.
  • Genome: The Autobiography of a Species in 23 Chapters. Fourth Estate, 1999, ISBN 1-85702-834-1.
    • deutsch Alphabet des Lebens. Die Geschichte des menschlichen Genoms. Claassen, München 2000, ISBN 3-546-00226-1.
  • Nature Via Nurture: Genes, Experience, and What Makes Us Human. HarperCollins, 2003, ISBN 0-06-000678-1.
  • Francis Crick: Discoverer of the Genetic Code. Eminent Lives, 2006, ISBN 0-06-082333-X.
  • The Rational Optimist: How Prosperity Evolves. Harper, 2010, ISBN 978-0-06-145205-5.
    • deutsch Wenn Ideen Sex haben. Wie Fortschritt entsteht und Wohlstand vermehrt wird. DVA, München 2011, ISBN 978-3-421-04528-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hütet euch vor Priestern, Dieben und Häuptlingen. auf: presse.com, 24. März 2012. (Interview)
  2. Vgl. z. B. Volker Sommer: Kratze einen Altruisten. Und siehe da, ein Heuchler blutet: Matt Ridley will uns zeigen, dass die Biologie der Tugend selbst gar keine hat. In: FAZ. 19. Dezember 1997.
  3. Optimisten brauchen diesen Text nicht zu lesen. Pessimisten sollten ihn auswendig lernen. (Memento vom 23. November 2010 im Internet Archive). In: Das Magazin. Nr. 27 vom 10. Juli 2010.
  4. Myles Allen: Matt Ridley has joined the real climate debate.. In: The Guardian, 21. Mai 2013. Abgerufen am 22. Dezember 2013.
  5. Dana Nuccitelli: Global warming is unpaused and stuck on fast forward, new research shows. In: The Guardian, 10. Dezember 2013. Abgerufen am 22. Dezember 2013.
  6. a b Matt Ridley accused of lobbying UK government on behalf of coal industry . In: The Guardian, 15. Juli 2016. Abgerufen am 15. Juli 2016.
  7. climate change is good for the world, Don't panic! The scientific consensus is that warmer temperatures do more good than harm, The Spectator, Matt Ridley 19. Oktober 2013
  8. Matt Ridley: Earth to Met Office: check your climate facts.. In: The Times, 20. Mai 2013. Abgerufen am 22. Dezember 2013.
  9. Matt Ridley's misguided climate change policy, in: The Guardian, 23. Mai 2013
  10. Siehe Manhattan Institute awards Matt Ridley $50,000 Hayek Prize, in: Washington Post, 27. September 2011, abgerufen 30. September 2015
Vorgänger Amt Nachfolger
Matthew Ridley Viscount Ridley
2012–
derzeitiger Titelinhaber