Mattenbach

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Wappen von Mattenbach (Kreis 7)
Wappen von Winterthur
Mattenbach (Kreis 7)
Stadtkreis von Winterthur
Karte von Mattenbach
Koordinaten 698578 / 260397Koordinaten: 47° 29′ 13″ N, 8° 44′ 48″ O; CH1903: 698578 / 260397
Fläche 6,34 km²
Einwohner 12'441 (31. Dez. 2019)
Bevölkerungsdichte 1962 Einwohner/km²
Neugründung 1. Jan. 1973
BFS-Nr. 230-700
Postleitzahl 8411
Gliederung
Quartiere

Mattenbach ist der jüngste Stadtteil von Winterthur; er wurde 1973 zum Stadtteil erklärt. Mattenbach liegt zwischen den Quartieren Stadt und Seen. Das Quartier ist vor allem geprägt von genossenschaftlichen Grossüberbauungen, die grösstenteils von 1930 bis 1970 entstanden. Namensgeber ist der Mattenbach, der vom Stadtteil Seen durch den Stadtkreis fliesst und in die Eulach mündet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Geteilt von Silber mit einem schreitenden roten Löwen und von Grün mit einem silbernen Schrägbach.“

Als der Stadtteil gegründet wurde, gab es noch kein Wappen. Da ein Bedürfnis nach einem solchen bestand, veranstaltete der Quartierverein einen Wettbewerb. Das heutige Wappen von Pius Alber setzte sich mit 87 von 151 abgegebenen Stimmen gegen dasjenige eines bekannten Heraldikers durch. Mit Bestätigung des Stadtrates wurde der Entwurf zum offiziellen Wappen des Stadtteils.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtkreis liegt zwischen den Stadtkreisen Stadt und Seen, wobei es von Seen durch einen Grüngürtel abgetrennt wird, der bei der Überbauung des Gebietes gezielt freigehalten wurde. Die Quartiere des Kreis Mattenbach sind einerseits die beiden an den Grenzen zu Seen liegenden Quartiere Endliker südlich der Tösstalstrasse und Gutschick nördlich davon, das dritte Quartier ist das flächenmässig grösste Quartier Deutweg. Die Quartiere Gutschick und Endliker wurden in den 1960er und 1970er Jahren erbaut. Diese beiden Quartiere bestehen zu einem grossen Teil aus Wohnblöcken von Wohnbaugenossenschaften, die das Ortsbild des Stadtteils prägen und in weiten Teilen des Quartiers Deutweg das Quartier prägen. Der restliche Teil des Stadtkreises zählt zum Deutweg-Quartier. Dieses umfasst alle älteren Teile des Quartiers, die näher der Stadt Winterthur liegen sowie den zum Stadtkreis zählenden Anteil des Stadtwaldes Eschenberg.

Das Quartier wird von der Eulach und vom Mattenbach durchflossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sechs Kindergärten im Quartier (Am Bach, Breite, Eigenheim, Gutschick, Mattenbach, Schönengrund und der Sprachheilkindergarten Mattenbach) sowie drei Primarschulhäuser (Gutschick, Mattenbach und Schönengrund). Im Schulhaus Mattenbach ist die Oberstufe untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Stadtkreises Mattenbach war lange Zeit unbesiedelt, abgesehen von landwirtschaftlicher Nutzfläche, wenigen Bauernhöfen und Mühlen entlang der Eulach. Der Bau der Tösstalstrasse ab 1834 änderte dies, vor allem entlang der neu befestigten Strasse entstanden erste Häuser. Von Winterthur her wurde das heutige Gebiet des Stadtkreises zuerst von der grünen Vorstadt aus Villen und Gewerbe erfasst. In den 1870er-Jahren wurde die heutige St. Gallerstrasse erbaut und zwischen St. Gallerstrasse, der Tösstalstrasse und dem Deutweg entstand ein neues Quartier. Die ersten Genossenschaftswohnungen wurden 1888 an der Mühlebachstrasse erbaut. Mit der Seidenweberei Sidi siedelte sich Industrie im neuen Quartier an. 1895 fand auf dem noch unbebauten Areal das Eidgenössische Schützenfest statt.

Anfangs der Zwischenkriegszeit zählte das Gebiet des heutigen Stadtkreises rund 3000 Bewohner in 300 Häusern. Zwischen den zwei Weltkriegen entstanden die Genossenschaftssiedlungen Eigenheim und die Bernoulli-Häuser am Unteren Deutweg. Das Quartier Talgut entstand in den 1940er-Jahren. Während des Zweiten Weltkriegs entstanden die ersten genossenschaftlichen Überbauungen im Mattenbachquartier und Zelgli südlich der Tösstalstrasse. Das Gebiet wurde nach der Korrektur des Mattenbachs und dem Quartierplan für das Mattenbachquartier komplett mit genossenschaftlichen Reihenhäusern überbaut. 1958 wurde die Postfiliale Deutweg eröffnet.[1] In den 1960er-Jahren entstand das Quartier Gutschick als genossenschaftliche Grossstadtüberbauung.

Am 1. Juli 1973 wurde der neuen städtebaulichen Entwicklung Rechnung getragen und durch eine neue Gemeindeordnung der Stadtkreis Mattenbach geschaffen. Er liegt hauptsächlich auf dem ehemaligen Gebiet des Stadtkreis Stadt, ein Teil stammt von Seen und eine Ecke von Oberwinterthur. Bei seiner Schaffung umfasste der durch Arbeitersiedlungen geprägte Stadtkreis 13'000 Einwohner, heute ist die Einwohnerzahl leicht gesunken.[2]

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre sollte gemäss der Waldeggsee-Initiative südlich des Stadtteils ein kleiner See entstehen, die Idee wurde jedoch im Februar 1999 vom Volk verworfen.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mattenbach gibt es zwei Kirchen:

  • Die evangelisch-reformierte Zwinglikirche wurde 1940 erbaut und befindet sich am Unteren Deutweg 13.
  • Die römisch-katholische Kirche Herz-Jesu steht seit ihrer Errichtung im Jahr 1934 am Unteren Deutweg 89.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trolleybuslinie 2 des örtlichen Verkehrsunternehmens Stadtbus Winterthur verbindet die Innenstadt mit Seen und durchquert das Quartier als Hauptlinie in der Mitte. Die Autobuslinie 4 (HB-Breite-HB) streift auf der Rückfahrt zum Hauptbahnhof den Westen des Stadtteils. Auf der gleichen Strecke aber in beide Richtungen verkehrt von März bis Oktober die Linie 12 zum Wildpark Bruderhaus. Die Buslinien 3, 5 und 7 schliesslich führen auf dem Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Oberseen (3), Technorama (5) und Hegi/Elsau (7) entlang der Nordgrenze des Stadtkreises.

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eishalle Deutweg
Villa Flora

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtkreis Mattenbach liegen einige grosse Sportanlagen. Hier stehen in direkter Nachbarschaft zueinander die Eishalle Deutweg (das Heimstadion des EHC Winterthur und des Winterthurer Schlittschuh-Club), der Fussballplatz Talgut (Heimat des FC Tössfeld) sowie die Leichtathletikanlage Deutweg, die polysportiv genutzt wird und das Heimstadion der Winterthur Warriors (American Football Club) und der Leichtathletik-Vereinigung Winterthur ist. Auf einem Nebenplatz des Stadions Deutweg haben die beiden Cricketclubs Winterthur CC und Power Winterthur CC ihre Heimat und der Schwingklub Winterthur hat seinen Trainingsraum unterhalb der Tribüne. Den östlichen Abschluss des Areals bildet die 2018 fertiggestellte Axa-Arena, Heimat des Handballclubs Pfadi Winterthur und des Unihockeyvereins HC Rychenberg.

Das einzige öffentliche Hallenbad der Stadt, das Hallen- und Freibad Geiselweid, liegt im Deutweg-Quartier.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtkreis liegen unter anderem die Villa Flora mit der Kunstsammlung Hahnloser sowie das Fotomuseum und Fotostiftung Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mattenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Post Winterthur 11 Deutweg im Winterthur Glossar.
  2. Artikel «Von der Vorstadt zum Stadtkreis – das Mattenbachquartier» von Peter Niederhäuser. Zeitung zum Europäischen Tag des Denkmals 2009 (PDF; 2,3 MB) vom 12. September 2009. Herausgegeben vom Amt für Städtebau der Stadt Winterthur. (ganzer Abschnitt)