Mattertal

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Mattertal (Nikolaital / Vallée de Saint-Nicolas / Vallée de Zermatt)
Seilbahn auf Jungen. Blick oberhalb Wintergadmen auf St. Niklaus und das hintere Nikolaital. Im Hintergrund von rechts Klein Matterhorn, Breithorn, Pollux und Castor. Häusergruppe rechts Sparren, darunter Teli.

Seilbahn auf Jungen. Blick oberhalb Wintergadmen auf St. Niklaus und das hintere Nikolaital. Im Hintergrund von rechts Klein Matterhorn, Breithorn, Pollux und Castor. Häusergruppe rechts Sparren, darunter Teli.

Lage Kanton Wallis
Gebirge Walliser Alpen
Geographische Lage 628250 / 113939Koordinaten: 46° 10′ 34,8″ N, 7° 48′ 16,1″ O; CH1903: 628250 / 113939
Mattertal (Schweiz)
Mattertal
Höhe 723,5 m bis 4634 m
Länge 35 km
Gewässer Vispa
Besonderheiten Sowohl mächtigste und höchste Bergmassive der Alpen als auch grösste Konzentration von Hauptgipfeln der Viertausender in den Alpen.

Das Mattertal (auch Nikolaital genannt, französisch Vallée de Saint-Nicolas oder Vallée de Zermatt) ist eines der südlichen Seitentäler des Rhonetals im Wallis, Schweiz. Es ist das zentrale der Täler, die sich im oberen Bereich von den Walliser Alpen (Alpen-Hauptkette, Grenzkamm mit Italien) zum Walliser Haupttal des Schweizer Rhonetals hin öffnen, das mittlere der Täler links vom Rotten (die Rhone) im deutschsprachigen Oberwallis (unterhalb von Goms und Brig).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mattertal erstreckt sich über 35 Kilometer von Stalden bis zur Gobba di Rollin als westlicher Zweig des Vispertals (oder westliches der Vispertäler), bzw. bis zur vergletscherten Nordseite des Monte Rosa und bis zum Matterhorn. Durch das Tal verläuft die Matter Vispa, die bei Stalden mit der Saaser Vispa aus dem östlich gelegenen Saastal zur Vispa zusammenfliesst und bei Visp in den Strom der Rhone mündet.

Vom tiefsten Punkt auf 723,5 Metern über Meer beim Zusammenfluss der Matter und Saaser Vispa erhebt sich das Mattertal bis auf 4'634 m ü. M. – bis zum höchsten Punkt über dem Tal, der Dufourspitze, Gipfel des Monte Rosa und höchster Gipfel der Schweiz. Auch direkt rechts und links vom Tal erreichen die Berge Höhen von über 4'500 m mit dem Dom im Osten und dem Weisshorn im Westen. Somit durchschneidet das Tal die zweithöchsten Massive des Alpenbogens, was ihm durch den entsprechenden Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde der Milleniumausgabe des Jahres 2000 auch den Beinamen «tiefstes Tal der Schweiz» bzw. «tiefstes Tal der Alpen» eingebracht hat. Während der Weihnachtszeit 1998 wurde der 36,8 Meter hohe mittelalterliche Kirchturm von St. Niklaus unter dem Slogan «der grösste Nikolaus der Welt im tiefstem Tal der Schweiz» als Nikolaus eingekleidet.

Das Mattertal in 3D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den zwei Computerstationen des Bergführermuseums in St. Niklaus Dorf bewegt man sich frei zwischen den Bergen des Mattertals oder wählt eines der vorgeschlagenen Panoramen. Verknüpft mit der Liste der Erstbesteigungen gelangt man zu den ortsrelevanten Informationen. Dieser Programmteil ist ein Novum und konnte in der Zusammenarbeit mit Spezialisten des Instituts für Kartographie der ETH Zürich und dem Bundesamt für Landestopographie erstellt werden. Dabei integriert die Multimedia-Produktion des Bergführermuseums den Panoramateil des Moduls «3D-Topografie» des Instituts für Kartographie der ETH Zürich, wobei den Panoramaansichten Hyperlinks unterlegt wurden, welche die Navigation zwischen 3D- und 2D-Teil sicherstellen.[1]

Munizipalgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinden des Tales (von oben abwärts – also Süd nach Nord) sind

und an der Vereinigung der Vispertäler:

St. Niklaus ist der Hauptort des Tals. Nikolaus von Myra ist der Schutzpatron sowohl des Mattertals als auch von St. Niklaus.

Der Ortskern von Täsch (1'449 m) liegt dabei am Talboden, diejenigen von Zermatt (1'608 m), Randa (1'406 m), St. Niklaus (1'120 m) und Stalden (795 m) leicht erhöht. In Grächen (1'619 m), Embd (1'356 m) und Törbel (1'502 m) liegen die eigentlichen Orte hoch am Talhang.

Viertausender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nikolaital auf einer Karte im Baedeker-Reiseführer aus dem Jahr 1905.

Von den insgesamt 82 Hauptgipfeln der Viertausender der Alpen umgeben die nachfolgenden 36 das Mattertal, was die grösste Konzentration von Hauptgipfeln der Viertausender in den Alpen ist. Die folgende Aufzählung beginnt mit dem höchsten Berg der Dufourspitze, die 4'634 m hoch ist, und endet somit mit dem tiefsten des Allalinhorns, das 4'027 m hoch ist.

Mächtigste und höchste Bergmassive der Alpen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober Gabelhorn (4'063 m ü. M.), Zinalrothorn (4'221 m ü. M.) und Weisshorn (4'505 m ü. M.) der Weisshorngruppe

Der Monte Rosa am südöstlichen Ende des Mattertals ist mit seinen insgesamt neun Hauptgipfeln über viertausend Meter das mächtigste Bergmassiv der Alpen und nach dem Mont-Blanc-Massiv das zweithöchste Bergmassiv der Alpen.

Die Mischabel auf der östlichen Seite des Mattertals ist das dritthöchste Bergmassiv der Alpen und die Weisshorngruppe auf der westlichen Seite des Mattertals das vierthöchste.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Imboden: Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Rotten Verlag, Visp 2013, ISBN 3-907624-48-3. (zwei Kapitel Die Alpen und das Tal des Matterhorns (das Nikolaital) und Die frühen Erstbesteigungen um das Nikolaital).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitschrift: Vermessung, Photogrammetrie, Kulturtechnik; Band (Jahr): 98 (2000); Heft 10: 75 Jahre Institut für Kartographie der ETH Zürich, Seite 606 sowie William Cartwright, Michael P. Peterson and Georg Gartner (Hrsg): Multimedia Cartography. Springer 2007, Seite 162.