Matthäikirche (Bingum)

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Matthäi-Kirche in Bingum

Die lutherische Matthäikirche in Bingum (Ostfriesland) wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals eingreifend umgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts als romanische Hallenkirche errichtet und ersetzte die vorherige Holzkirche. Sie erhielt an der Ostseite eine Apsis mit Halbkuppel und drei Fenstern. Im Mittelalter gehörte die Gemeinde zur Propstei Hatzum im Bistum Münster, bis sie sich um 1525 dem lutherischen Glauben anschloss. Die Mehrheit der Gemeinde war jedoch reformiert. Dies führte 1653/54 anlässlich einer neuen Berufung eines Pastors zu einem Abendmahlsstreit. Vermutlich um 1700 wurde der obere Teil der Mauern abgetragen und eine niedrigere Decke eingezogen.[1] Der Glockenturm von 1766 entspricht dem „Parallelmauertyp“. 1793 wurden die Westfront erneuert, die seitlichen Portale zugemauert und an der Westseite ein neuer Eingang geschaffen. Aufgrund der drohenden Überschwemmungen durch die Ems ist der Fußboden heute anderthalb Meter höher gelegt. Im Zuge einer umfangreichen Kirchenrenovierung von 1959 bis 1969 wurden die hölzerne Flachdecke und die kleineren rundbogigen Fenster an der Nordseite wiederhergestellt, wie es der ursprünglichen romanischen Kirche entsprach. Die mittlerweile vergrößerten Fenster der Südseite blieben erhalten.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel von 1969

Ein Taufstein aus gelbem Bentheimer Sandstein aus dem 14. Jahrhundert ist erhalten. Er ist achteckig und mit Flachreliefs versehen. Die Mensa auf dem Altar aus rotem Sandstein stammt vermutlich aus vorreformatorischer Zeit.[2] Die Kanzel datiert von 1691 und stammt von Frerick Albers. 1966 gestaltete der Künstler Joachim Schubotz aus Hannover die drei Bleiglasfenster der Apsis und 1968 das Altarkreuz. Das Kirchengestühl wurde 1969 verfertigt.

Im selben Jahr wurde die Orgel von Jürgen Ahrend & Brunzema im Stil des Strukturalismus gebaut. Das Werk verfügt über 13 Register auf zwei Manualen und Pedal.[3]

I Hauptwerk C–f3
1. Praestant 8′
2. Rohrflöte 8′
3. Oktave 4′
4. Nasat 223
5. Oktave 2′
6. Mixtur III
II Oberwerk C–f3
7. Gedackt 8′
8. Rohrflöte 4′
9. Flöte 2′
10. Oktave 1′
Zimbelstern
Pedal C–f1
11. Subbaß 16′
12. Oktave 8′
13. Trompete 8′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthäikirche (Leer-Bingum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der Kirchengemeinde (gesehen 29. August 2010).
  2. Kirchenführer Matthäikirche Bingum (PDF-Date; 541 kB) (gesehen 29. August 2010).
  3. Orgel auf NOMINE e.V., gesehen 4. Februar 2011.

Koordinaten: 53° 13′ 21″ N, 7° 24′ 48″ O