Matthias Beckmann

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Matthias Beckmann, "Jason Rhoades", aus der Serie "Flick Collection", 2004, Bleistift auf Papier, 35,5 × 26,8 cm

Matthias Beckmann (* 6. Mai 1965 in Arnsberg) ist ein deutscher Zeichner und Grafiker.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1984 bis 1990 studierte Matthias Beckmann an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler von Franz Eggenschwiler. Von 1990 bis 1992 folgte ein Aufbaustudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Schoofs. 1998 erhielt er ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn und 1999 das Casa-Baldi-Stipendium. 2001 war er mit einem Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen in Paris. 2010 erhält Matthias Beckmann den Albert Stuwe-Preis für Zeichnung.

Matthias Beckmann ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund[1], sowie mit Jörg Mandernach und Uwe Schäfer Mitglied der Künstlergruppe Die Weissenhofer. Er lebt in Berlin.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckmann setzt sich in seinen Zeichenserien mit Orten und Institutionen auseinander. Die detailreichen, linearen Bleistiftzeichnungen entstehen ohne fotografische Hilfsmittel vor dem Motiv. Der Deutsche Bundestag in Berlin, Kölns romanische Kirchen, das Fraunhofer-Institut in Stuttgart, ein süddeutsches Automobilwerk, Kunst- und Wunderkammern in Deutschland und Österreich sowie verschiedene Museen und Sammlungen sind die Schauplätze der Bildfolgen, die mit gestalterischen Mitteln des Films und der Fotografie wie Zoom, ungewöhnlichen Ausschnitten, Perspektivwechseln, Auf- und Untersichten arbeiten. Mit Sinn für Humor konfrontiert er das öffentliche Repräsentationsbedürfnis mit Beobachtungen aus dem Alltag. Sein sachlicher Zeichenstil kennt dabei keine Hierarchien oder die Unterscheidung von Bedeutendem und Unbedeutendem. Die Skulptur im Museum ist ebenso wichtig wie der Feuerlöscher, der Klappstuhl wird genauso ernst genommen wie das Weihwasserbecken und der schlecht sitzenden Hose des Journalisten widmet er die gleiche Aufmerksamkeit wie dem Gesicht des interviewten Politikers. 2008 entstand Beckmanns erster Zeichentrickfilm "Keine Tricks". In Zusammenarbeit mit dem Berliner Schriftsteller Christoph Peters erschien 2009 im Luchterhand Verlag das Bilderbuch "Minga verzaubert die Welt".

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeichnungen. Text: Franz Joseph van der Grinten, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1995
  • Tuschefluss. Text: Ingrid Leonie Severin, artothek Köln, 1998
  • Heimspiel. Texte: Stephan Berg, Christoph Peters, Kunstverein Arnsberg, 1999
  • Kunstmuseum Bonn. Text: Christoph Schreier, Kunstmuseum Bonn, 2002
  • Im Von der Heydt-Museum. Text: Sabine Fehlemann, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 2002
  • Kirchen. Texte: Beatrice Lavarini, Thomas Sternberg, Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, München 2004
  • Matthias Beckmann. Text: Philippe van Cauteren, S.M.A.K., Gent 2007
  • Zeichenraum Wunderkammer. Texte: Ursula Reinhardt, Thomas Müller-Bahlke, Gabriele Beßler, Ulm 2007
  • Einzug der Alten Meister. Text: Christoph Peters, Swiridoff Verlag, Künzelsau 2008
  • Raum, Blicke. Die Berlinische Galerie in Zeichnungen. Text: Freya Mülhaupt, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, 2009
  • Vor dem Umbau - Ein gezeichneter Streifzug durch das Hessische Landesmuseum Darmstadt. mit einer Erzählung von Christoph Peters, Galerie Netuschil, Darmstadt 2009
  • Christoph Peters, Minga verzaubert die Welt. Bilder von Matthias Beckmann, Luchterhand, München 2009
  • Christoph Peters, Einchreiben Aufzeichnen". Mit Zeichnungen von Matthias Beckmann, Matthes & Seitz, Berlin 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kuenstlerbund.de: Mitglieder "B" / Matthias Beckmann (abgerufen am 21. November 2015)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]