Matthias Beller

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Matthias Beller in Rostock

Matthias Beller (* 11. April 1962 in Gudensberg, Hessen) ist ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Beller besuchte in Edermünde die Grundschule und in Fritzlar das König-Heinrich-Gymnasium. Von Juli 1981 bis Oktober 1982 leistete er in Zweibrücken und Homberg seinen Grundwehrdienst ab.

1982 begann er sein Chemiestudium an der Georg-August-Universität Göttingen. 1987 erreichte er mit einer Arbeit über die Synthese von aminosäureverknüpften Aldophosphamidglucosiden sein Diplom. Anschließend war Beller bis 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Organisch-Chemischen Institut. Im Juni 1989 promovierte Beller unter Lutz Friedjan Tietze mit Entwicklung und Anwendung neuer Methoden zur Synthese von Antitumormitteln und antiviraler Wirkstoffe.[1] Ab 1990 war er Liebig-Stipendiat des Verbandes der Chemischen Industrie und Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA.

Zwischen 1991 und 1995 arbeitete der Chemiker bei der Hoechst AG in Frankfurt am Main, bis 1993 als Laborleiter der Gruppe Metallorganische Chemie – Katalyse und danach als Projektleiter für Homogene Katalyse. Im Januar 1996 wurde er zum C3-Professor für Chemie an der Technischen Universität München ernannt. Seit Juni 1998 ist er Direktor des Leibniz-Institutes für Katalyse und hat eine C4-Professur für Katalyse an der Universität Rostock.

Beller ist außerdem in einigen Organisationen Vorstandsmitglied, seit 1999 bei der DECHEMA-Fachsektion Katalyse, seit 2003 am Institut für Angewandte Chemie in Berlin-Adlershof und seit 2004 Vorsitzender der deutschen Katalysevereinigung Connecat.

Beller ist verheiratet und hat zwei Kinder.[2]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wesentliches Ziel der Forschungstätigkeiten Bellers ist die Entwicklung neuer und umweltfreundlicher Katalyseverfahren. Um dies zu erreichen verwendet er unter anderem natürlich vorhandene Stoffe wie Sauerstoff. Seine Forschungsschwerpunkte liegen dabei bei folgenden Themen:

  • katalytische Funktionalisierung von Arylhalogeniden
  • enantioselektive Oxidationsreaktionen
  • metallkatalysierte Hydroformylierungen und Telomerisierungen
  • katalytische Aminierungen
  • Carbonylierungsreaktionen

Einige Forschungsergebnisse wurden auch industriell umgesetzt und im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Degussa vermarktet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beller ist Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Seit 2009 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Matrikel-Nr. 7257).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopoldina Neugewählte Mitglieder 2009, Leopoldina, Halle (Saale) 2010, S. 9 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebensdaten, Publikationen und Akademischer Stammbaum von Matthias Beller bei academictree.org, abgerufen am 6. Januar 2018.
  2. Qbus Werbeagentur GmbH: Catalysis. Leibniz-Institut für Katalyse. Forschung über Katalysatoren: Lebenslauf. Abgerufen am 25. Oktober 2018.
  3. Mitgliedseintrag von Matthias Beller (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 29. Juni 2016.
  4. Rostocker Matthias Beller mit ERC Advanced Grant 2015 ausgezeichnet. 15. Juni 2015, abgerufen am 1. Juli 2015.
  5. Rostocker Katalyse-Forscher ausgezeichnet. 6. Dezember 2017, abgerufen am 7. Dezember 2017.