Matthias Bertsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Matthias Bertsch, 2011

Matthias Bertsch (* 1966 in Lichtenau) ist ein deutscher Musikwissenschaftler, Musiker und ao. Universitätsprofessor am Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Schulausbildung im badischen Lichtenau, Bühl und an der Heimschule Lender (Hochschulreife 1986) übersiedelte Bertsch nach Wien und studierte von 1988 bis 1992 Musikwissenschaft an der Universität Wien. Er schloss das Studium mit dem Magister ab und promovierte 1999 „summa cum laude“ mit seiner Arbeit Zur Tonerzeugung auf der Trompete in den Fachbereichen „Musikalische Akustik“ und „Musikalische Physiologie“ zum Doktor an der Universität Wien. 2003 habilitierte er mit Arbeiten zur musikalischen Akustik und Studien zum Wiener Klangstil, erhielt die Lehrbefugnis (venia docendi)[1] für das Fach Musikalische Akustik und wurde stellvertretender Institutsleiter am Institut für Musikalische Akustik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien[2]

Im Jahr 2008 wechselte Bertsch als ao. Universitätsprofessor in den Bereich Musikphysiologie am Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie,[3] absolvierte eine Ausbildung zum Biofeedback-Trainer und ist seit 2009 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Musik und Medizin (Musikermedizin, Musikphysiologie, Musikpsychologie) gewählt.[4]

Neben seiner akademischen Laufbahn begann er eine musikalische Ausbildung als Trompeter. Er absolvierte ein Privatstudium bei Manfred Stoppacher und Meisterkurse unter anderem bei Fred Mills und Thomas Gansch.

Wissenschaftliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsschwerpunkte von Matthias Bertsch sind „akustische, physiologische und psychologische Aspekte des Musizierens“, der Wiener Klangstil[5] sowie Instrumentenkunde. Er verfasste wissenschaftliche Beiträge in TV-Sendungen des ORF (Modern Times, Newton, Kulturmontag, …), deutschen Sendern (ARD, WDR, SWR) sowie in Print- und Online-Medien (Standard, Die Zeit, Profil, Youtube).[6][7][8][9] Als Vortragender, Chairman und Committee Member trat er bei internationalen Fachkongressen und Symposien auf. Ferner ist er Autor von Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften, Lexika und Büchern. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, das Thema Musikergesundheit bereits in die professionelle musikalische Ausbildung zu integrieren und so Musikererkrankungen langfristig entgegenzuwirken.

Bertsch ist Mitglied bei: International Trumpet Guild (ITG); Österreichische Gesellschaft für Musik und Medizin (ÖGfMM); Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (DGfMM); Performing Arts Medicine Association (PAMA); Deutsche Gesellschaft für Musikpsychologie (DGM); Society of Interdisciplinary Musicology (SIM). Des Weiteren ist er Vorstandsmitglied des UniversitätslehrerInnenverbandes (ULV),[10]

Künstlerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trompeter wirkte er in der Wiener Akademischen Philharmonie, der Uni-Big-Band Wien und den Blechbläserquintetten Brasso Continuo. Im Rahmen seiner Orchestertätigkeit im Stabsmusikkorps der Bundeswehr spielte er bei Staatsempfängen der BRD im Jahr 1987 mit. Aktuell ist er Vice-Chairman und Musiker von B4, der Babenberger Big-Band Mödling[11].

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herausgeber des ÖGfMM Newsletter Journal. Wien: OeGfMM. ISSN 2218-2780.
  • Katalog Ergonomische Behelfe‘ und ‚physiologische Accessoires‘ für Musikinstrumente (400 S.). ÖGfMM, 2012.
  • Beschwerden & Copingstrategien von Musikstudierenden in Wien. ÖGfMM Journal ISSN 2218-2780 Wien: OeGfMM.at, 2011.
  • Die Trompete. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 2005.
  • Wiener Klangstil - Mythos oder Realität? Ergebnisse der Hörstudie „Hören Sie Wienerisch?“ Institut für Wiener Klangstil, Wien 2003, ISBN 3-900914-03-6. (Schriftenreihe des IWK Band 5)
  • Collected Papers in Musical Acoustics. Institut für Wiener Klangstil, Wien 2003, ISBN 3-900914-04-4. (Schriftenreihe des IWK Band 5)
  • Studien zur Tonerzeugung auf der Trompete. Institut für Wiener Klangstil, Wien 2002, ISBN 3-900914-02-8. (Schriftenreihe des IWK Band 5)
  • Zus. mit Thomas Maca: Visualisierung des Einblasvorgangs [Warm up] bei Blechbläsern mittels Infrarot-Thermographie. In: Brass Bulletin 114. Vuarmarens (CH) 2001. (Übersetzt in 4 Sprachen: en, fr, it, es).
  • Trompete. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben auf der offiziellen Seite der Universität für Musik Wien. Abgerufen am 16. September 2012.
  2. Siehe Nachweis aller Lehrveranstaltungen seit dem Studienjahr 1994/95. Abgerufen am 16. September 2012.
  3. Nachweis über formale Visitenkarte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Abgerufen am 16. September 2012.
  4. Siehe Aktuelles Präsidium der ÖGfMM. Abgerufen am 16. September 2012
  5. Online Dokumentation unter Hören Sie Wienerisch? Abgerufen am 16. September 2012.
  6. Liste an Medienberichten unter Medienberichte. Abgerufen am 16. September 2012.
  7. Heftige Hörner, gefährliche Geigen - Krankheit - Der Standard derstandard.at › Gesundheit › Krankheit 20. Dez. 2009. Abgerufen am 16. September 2012.
  8. Kunst soll nicht krank machen! SPRINGER.MEDIZIN.AT - Ärzte Woche. 9/2010: Kunst soll nicht krank machen! Abgerufen am 16. September 2012.
  9. Musiker-Erkrankungen im Fokus derstandard.at › Gesundheit › 24. Februar 2010. Abgerufen am 16. September 2012.
  10. Siehe ULV-MDW Vorstand UniversitätslehrerInnenverband an der MDW.AC.AT. Abgerufen am 16. September 2012.
  11. Kultur und Vereine der Stadt Mödling Abgerufen am 15. Oktober 2013