Matthias Christian Baumann

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Matthias Christian Baumann (* 29. April 1740 Annweiler; † 19. Januar 1816 Zweibrücken) war ein deutscher Klavierbauer. Auf zwei seiner Tafelklaviere hat Wolfgang Amadeus Mozart gespielt. Eins kam 1958 wieder nach Zweibrücken und ist restauriert seit 2003 wieder zu bespielen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Baumann waren pfälzische Orgelbauer. Für den Vater Johann Karl Baumann (~1714–1794) ist der Bau von dreizehn Orgeln nachzuweisen. Baumann erlernte in der väterlichen Werkstatt das Handwerk des Orgel- und Klavierbauers. 1766 erhielt er das Bürgerrecht in Zweibrücken und den Titel eines Pfalz-Zweibrückischen Hoforgelbauers. Ein Jahr später heiratete er Anna Elisabetha Isemann. Um das Jahr 1782 hat es neben Baumann noch einen weiteren Klavierbauer in der Residenzstadt Zweibrücken gegeben. Nürnberg gilt als weiterer Wirkungsort von Baumann.[1] Das Germanische Nationalmuseum in dieser Stadt ist im Besitz eines Baumann-Klaviers.[2]

In einem Brief bat Mozart seinen Vater Leopold am 31. August 1782 ein Klavier bei Baumann in Zweibrücken zu bestellen: Ich weiß den Namen des Claviermachers in Zweybrücken nicht mehr, und da wollte ich Sie gebeten haben, eins bey ihm zu bestellen. – es müsste aber in Zeit eines Monats oder längstens 6 Wochen fertig seyn; und der nemliche Preis …. Dieses Klavier befindet sich heute im Museum Carolino Augusteum in Salzburg.

Das Klavier im Museum der Stadt Zweibrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Tafelklavier aus der Werkstatt Baumanns wurde 1958 für das im Wiederaufbau befindliche Museum der Stadt Zweibrücken erworben. 2003 wurde es vom lettischen Klavierbauer Viesturs Ilsums aus Riga restauriert. Das Material ist Nussbaumholz und Metall. Die Klaviatur hat eine Hammertechnik. Die Maße sind 79 × 152 cm × 48,5 Zentimeter. Es stammt aus dem Besitz von Mozarts Gönnerin Martha Elisabeth von Waldstätten (1744–1811). Da von Waldstätten zum Freundeskreis der Mozarts gehörte, nehmen Fachleute an, dass Mozart auch auf diesem Klavier gespielt hat.

Es gab bis vor kurzem nur 8 Baumann Tafelklaviere bekannt aber die neue Forschung Christopher Clarkes gibt uns wertvolle bis heute kaum bekannte Information über etwa 20 bekannte Baumann Tafelklaviere.

Zwei Tafelklaviere von Baumann befinden sich in der Sammlung von historischen Tasteninstrumente Pooya Radbon. Es gibt bis heute keinen einzigen Hammerflügel von Baumann uns bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard B. Bonkhoff: Die Orgelbauerfamilie Baumann und ihr Werk. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Waldfischbach, Jahrgang 39 (1979), S. 510–532.
  • Karl Jost: Mozart und Zweibrücken. In: Dahl/Lohmeyer: Das barocke Zweibrücken und seine Meister. Waldfischbach 1957. S. 567–595.
  • Jutta Schwan: Christian Baumann „… der höchst ehrenwerte berühmte Orgelbauer“. Ein kleines Stück Musikgeschichte über Zweibrücken, Mozart und ein gutes kleines Pianoforte. In: Charlotte Glück-Christmann (Hrsg.): Die Wiege der Könige. Zweibrücken 2010. S. 345–347.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Musiker-Lexikon Online (BMLO): Baumann, Matthias Christian. (BMLO ID b1623, abgerufen am 26. Februar 2018)
  2. Germanisches Nationalmuseum (Objektkatalog): Tafelklavier. Inventarnummer: MIR2001. (abgerufen am 28. Februar 2018)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]