Matthias Ginter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Matthias Ginter
20180602 FIFA Friendly Match Austria vs. Germany Matthias Ginter 850 0643.jpg
Aufnahme aus dem Jahr 2018
Personalia
Name Matthias Lukas[1] Ginter
Geburtstag 19. Januar 1994
Geburtsort Freiburg im BreisgauDeutschland
Größe 189 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1998–2005 SC March
2005–2012 SC Freiburg
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2012–2014 SC Freiburg 70 (2)
2014–2017 Borussia Dortmund 67 (3)
2015 Borussia Dortmund II 2 (0)
2017– Borussia M'gladbach 34 (5)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2011–2012 Deutschland U18 6 (0)
2012–2013 Deutschland U19 5 (1)
2013–2017 Deutschland U21 18 (1)
2016 Deutschland Olympiaauswahl 5 (2)
2014– Deutschland 18 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: 8. Juni 2018

Matthias Lukas Ginter (* 19. Januar 1994 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Fußballspieler. Als Profi spielte er beim SC Freiburg und bei Borussia Dortmund und steht seit 2017 bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister, weiterhin war er Teil der jeweiligen Mannschaften, die beim Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 2016 die Silbermedaille errang und den Konföderationen-Pokal 2017 gewann. Er ist der erste und bislang einzige Fußballer in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes, der bei allen drei interkontinentalen Turnieren mindestens das Endspiel erreichte.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ginter begann im Alter von vier Jahren beim SC March mit dem Fußballspielen.[2] Er wechselte zur Saison 2005/06 in das Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg und spielte zunächst für die D-Jugend der Breisgauer.[3] Mit der A-Jugend (U19) gewann er 2011 und 2012 den DFB-Junioren-Vereinspokal. Im Januar 2012 absolvierte Ginter, der zu diesem Zeitpunkt dem jüngeren Jahrgang der A-Jugend angehörte, die Wintervorbereitung mit den Profis.[4]

SC Freiburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Januar 2012 (18. Spieltag) absolvierte er beim 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg sein Bundesligadebüt, als er in der 70. Spielminute für Anton Puzila eingewechselt wurde. In der 88. Spielminute erzielte er den Siegtreffer für seine Mannschaft. Er war im Alter von 18 Jahren und zwei Tagen bis dahin jüngster Torschütze des Vereins. Damit löste er Dennis Aogo ab, der zum Zeitpunkt seines ersten Tores rund einen Monat älter war. Zwei Tage später unterschrieb er beim SC Freiburg seinen ersten Profivertrag.[5] Im Laufe der Rückrunde erarbeitete er sich einen Stammplatz neben Fallou Diagne in der Innenverteidigung. Mit den Profis erreichte Ginter den Klassenerhalt in der Bundesliga. Außerdem gewann er mit der A-Jugend 2012 zum zweiten Mal den DFB-Junioren-Vereinspokal.[6] Sein Vertrag lief bis Sommer 2017.[7]

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2014 wechselte Ginter zu Borussia Dortmund; er unterschrieb einen bis 30. Juni 2019 laufenden Vertrag und erhielt die Trikotnummer 28.[8] Vor Beginn der Bundesligasaison 2014/15 gewann er mit Borussia Dortmund den DFL-Supercup. In seiner zweiten Saison beim BVB erzielte Ginter beim 4:0-Auswärtssieg gegen den FC Ingolstadt 04 sein erstes Bundesligator für die Borussen.[9] In seinen drei Jahren bei Borussia Dortmund stand der Verein immer im Endspiel des DFB-Pokals. Während man 2015 gegen Wolfsburg und 2016 gegen Bayern verlor, wurde er 2017 Pokalsieger durch einen 2:1-Finalsieg gegen Eintracht Frankfurt und gewann damit seinen ersten großen Vereinstitel als Fußballprofi.

Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Juli 2017 wechselte Ginter zu Borussia Mönchengladbach.[10][11] Sein Vertrag läuft bis 2021.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ginter spielte sechsmal für die U18-Auswahl und wurde mit dem ersten Gruppenspiel der U21-Nationalmannschaft während der Europameisterschaft 2013 Nationalspieler in dieser Altersklasse.[12]

Sein Debüt für die A-Nationalmannschaft gab Ginter am 5. März 2014 beim 1:0-Testspielsieg in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena gegen Chile. Er wurde in der 89. Minute für Mesut Özil eingewechselt. In der bis dahin 106-jährigen Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft war Ginter der 900. eingesetzte Spieler.[13]

Im darauf folgenden Testspiel am 13. Mai in Hamburg gegen Polen stand er erstmals in der Startelf und spielte volle 90 Minuten durch. Das Spiel endete 0:0.

Am 13. Mai wurde der vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft 2014 bekannt gegeben; Ginter war dabei und stand als jüngster Spieler der Mannschaft auch im endgültigen Kader, nachdem Max Meyer, Leon Goretzka, André Hahn und Marcell Jansen gestrichen worden waren. Mit der deutschen Mannschaft wurde er bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien Weltmeister, wobei er ebenso wie seine späteren Dortmunder Vereinskollegen Kevin Großkreutz und Erik Durm ohne Einsatz blieb.

Im Sommer 2016 wurde Ginter von Joachim Löw nicht für die Europameisterschaft in Frankreich nominiert. Stattdessen berief ihn Horst Hrubesch, der die Olympiaauswahl betreute, in den Kader für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.[14] Mit Ausnahme eines Vorrundenspiels bestritt er dort alle Spiele und erzielte zwei Tore. Das Endspiel wurde gegen Gastgeber Brasilien im Elfmeterschießen verloren, bei dem Ginter den ersten Elfmeter sicher verwandelte.

Ginter stand im Kader der deutschen Nationalmannschaft für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 in Russland,[15] den er mit der Mannschaft gewann. Mit Ausnahme des ersten Gruppenspiels stand Ginter in jedem Spiel von Beginn an auf dem Platz, auch im Finale gegen Chile, das mit 1:0 gewonnen wurde. Bei diesem Turnier waren Ginter, Shkodran Mustafi und Kapitän Julian Draxler die einzigen Weltmeister im deutschen Aufgebot.

Am 15. Mai 2018 berief Löw ihn erneut in den vorläufigen und am 4. Juni 2018 in den endgültigen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Das Turnier in Russland war Ginters viertes interkontinentales Turnier. Wie 2014 wurde er im Turnier nicht eingesetzt – 2018 als einziger der 20 Feldspieler.[16] Deutschland belegte nach drei schwachen Spielen den letzten Platz in seiner Gruppe und schied erstmals in der Geschichte des DFB in der Vorrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft aus.

Ginter ist der bisher einzige Feldspieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, der an zwei Weltmeisterschaften teilnahm, ohne eingesetzt zu werden.

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Jugend wurde Ginter meist als offensiver oder defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt. Nach seinem Sprung in den Profikader des SC Freiburg zu Beginn des Jahres 2012 wurde er daher zunächst im defensiven Mittelfeld eingeplant. Durch den Ausfall von vier Innenverteidigern wurde er ins Abwehrzentrum versetzt und etablierte sich auf dieser Position in der Bundesliga.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft

SC Freiburg

Borussia Dortmund

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zu seiner ersten Bundesliga-Saison legte Ginter in Freiburg das Abitur ab.[17]

Er erlebte die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris und den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund 2017.[18] Ginters achtes Länderspiel war das Testspiel am 13. November 2015 gegen Frankreich in Paris, während vor dem Stadion und in der Innenstadt die Terroranschläge verübt wurden. Die Spieler verbrachten die Nacht aus Sicherheitsgründen im Stadion. Als Spieler von Borussia Dortmund erlebte Ginter selbst einen Anschlag, als ein Mann vor dem Champions League-Spiel gegen den AS Monaco am voll besetzten Mannschaftsbus von Borussia Dortmund einen Sprengsatz zündete, wovon er sich einen Wertverlust der Vereinsaktien erhoffte. Ginter selbst blieb unverletzt; nur Ginters Mitspieler Marc Bartra wurde am Arm verletzt. 2018 sagte Ginter als einer von drei Spielern neben Bartra und Roman Weidenfeller vor Gericht aus.

Matthias Ginter heiratete im Mai 2018.[19] Er hat einen älteren Bruder, dem aufgrund von Verletzungen eine Karriere als Profifußballer versagt blieb.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthias Ginter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Kaderlisten der Fußball-WM 2014. FIFA. 10. Juni 2014. Abgerufen am 12. Juni 2014.
  2. Empfang Matthias Ginter march.de, vom 18. Juli 2014
  3. Daniel Weber: Heimspiel: Matthias Ginter. chilli Freiburg GmbH, 23. August 2012, abgerufen am 8. Januar 2014.
  4. René Kübler: Doppelt gefordert. Badischer Verlag GmbH & Co. KG, 11. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2014.
  5. Profi-Verträge für vier Fußballschüler. scfreiburg.com, 23. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2014.
  6. U19 verteidigt den DFB-Pokaltitel. scfreiburg.com, abgerufen am 8. Januar 2014.
  7. Ginter: "Wenn ich wechsle, dann zum BVB". badische-zeitung.de, 11. Juni 2014, abgerufen am 23. Juni 2014.
  8. Borussia Dortmund verpflichtet Matthias Ginter BVB.de, abgerufen am 17. Juli 2014
  9. 4:0 - Ginter, Reus, Kagawa und "Auba" sorgen für perfekten Saisonstart, Internetpräsenz von Borussia Dortmund, abgerufen am 24. August 2015
  10. Meldung auf der Website des BVB, abgerufen am 4. Juli 2017
  11. Borussia verpflichtet Matthias Ginter auf borussia.de
  12. das Spiel gegen die Niederlande endete 2:3.
  13. Matthias Ginter der 900. Nationalspieler. Abgerufen am 6. März 2014.
  14. Die Olympia-Kader stehen fest. DFB, 15. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  15. Das ist der deutsche Kader für den Confed Cup 2017. TZ.de, 19. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2017.
  16. Rheinische Post online: Achterbahn-Fahrt mit großem Gladbach-Touch
  17. a b Matthias Ginter. In: Internationales Sportarchiv 03/2016 vom 19. Januar 2016, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 10/2018 (abgerufen via Munzinger Online).
  18. Louis Lewitan: Matthias Ginter: "Wir hatten Glück im Unglück" | ZEITmagazin. In: Die Zeit. 29. Juni 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. März 2018]).
  19. Nächster Weltmeister heiratet seine schöne Spielerfrau. 21. Mai 2018, abgerufen am 24. Mai 2018.