Matthias Kaul

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Matthias Kaul (* 29. Januar 1949 in Hamburg) ist ein deutscher Perkussionist und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaul studierte Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und war fünf Jahre lang Mitglied des Hamburger Instrumentalensembles Hinz & Kunst. Er trat bei mehreren norddeutschen Symphonieorchestern als Gastmusiker auf. Zwischen 1977 und 1980 bereiste er Afrika, um die traditionelle Musik verschiedener Volksstämme (Xhosa, Samburu und Maasai) zu studieren. Im Jahre 1983 gründete er das Ensemble L’art pour l’art. Kauls kompositorisches Werk umfasst über 100 Kompositionen aus den Bereichen Kammermusik, Chor, Hörspiel und Musiktheater. Seit 1987 spielte er bei zahlreichen Radioaufnahmen und Festivals Perkussionsinstrumente und Glasharmonika und erscheint auf CDs mit eigenen Werken und Kompositionen anderer Komponisten wie Alvin Lucier, John Cage, Vinko Gobokar und Christian Wolff. Als Improvisator spielt er seit 1990 im Duo mit dem amerikanischen Geiger Malcolm Goldstein. Er ist Erfinder zahlreicher Instrumente, darunter die Matthias Kaul-„Overtonedrum“ sowie die Oberton-Triangel. Gemeinsam mit seiner Frau, der Flötistin Astrid Schmeling, gründete er 1999 die Kinderkompositionsklasse Winsen.[1][2][3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammermusik (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konzert für Panoramahorn und Ensemble (2015)
  • Recycling – für 5 Schlagzeuger (2012)
  • Stuff from Above – für 4 Schlagzeuger (2011)
  • Wheeled – für 5 Schlagzeuger mit 5 Fahrrädern (2010)
  • Bell Air – für 6 Schlagzeuger mit 36 Glocken (2010)
  • Töne – für 6 Spieler mit 18 Blumentöpfen (2009)
  • Salty – für Akkordeon Kontrabass und Zuspielband (2008)
  • fremd, bestimmt – für 6 Vokalisten mit Mundlautsprechern (2008)
  • Some Changes – für Stimme, Flöte, Gitarre, Schlagzeug (2007)
  • Delikatessen – für 3 Spieler in einer Würstchenbude (2006)
  • Silence Is my Voice – für Stimme mit Mundlautsprecherzuspielungen (2005)
  • Kafkas Heidelbeeren - Imaginäres Vokal- und Instrumentaltheater (2005)
  • Listen this is for You, Kona – für Schlagzeug und Feedbackbottle (2004)

Musiktheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Relax
  • Kafkas Heidelbeeren
  • Electric Bath – für einen Performer

Musiktheater für Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kuckuck im Koffer
  • Die Menschenfresserin

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • My Snare Drum gently weeps (2017)
  • Fake Dimensions (2013; WDR)
  • Umbauter Raum (2013; HR Erstsendung 2013)
  • Schrammen (2011, WDR Erstsendung)
  • Audible Edibles (2009, WDR)
  • Some Rooms in my room (2006; WDR Erstsendung 2007)
  • Electric Bath – für einen badenden Schlagzeuger (2003–2004, WDR)
  • Das Buch der schönen Stimmen, mit E. Bohde (1997)
  • Fuge mit einigen Freiheiten, mit E. Bohde (1996)
  • Undine geht, mit E. Bohde (1994)

Eigene Publikationen und Gespräche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikerfindung in Beziehung zur Welt, erfasst mit Astrid Schmeling, in: (Hrsg.)?: Komponieren mit Schülern, Regensburg (con brio), 2011
  • Haben Sie aufgehört?. oder: Die Grenzen der Freiheit, in: Nanz, Dieter A. (Hrsg.): Aspekte der Freien Improvisation in der Musik, Hofheim (Wolke) 2011, 53–59
  • Fernes, in: fragmen – Beiträge, Analysen und Meinungen zur neuen Musik, Saarbrücken (Pfau), 2007, S. 11
  • Der Zauber des Vergänglichen. Über Low-Tech-Instrumente, Kunst als Risiko und das Scheitern in Schönheit, erfasst mit Stephan Froleyks, in; Neue Zeitschrift für Musik 01/2007, S. 20 ff
  • Mozart ist eine Haltung,in: Mozart am Werk, Dokumentation über Lehrlingsprojekte der Jeunesse Österreich (2006)
  • Lesen, was für ein Vergnügen – Über das Opernprojekt Oliver Twist, in: Programmbuch der Oper Hamburg, Hamburg (2004)
  • Spannungen und Entspannungen – Matthias Kaul im Gespräch mit Bernhard Günther, in: Programmbuch zu Musikfestival „Rainy Days“, Luxemburg (2003)
  • Mazza in Amadeus 1, in: Klett &Lugert, Stuttgart (2000)
  • Amadeu Antonio Kiowa, in: MusikTexte Nr. 86/87 (2000)

Publikationen über Matthias Kaul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kampe, Gordon: Some kind of way out of here – Die Musik des Hörsüchtigen Matthias Kaul, in: Seiltanz, April 2015, S. 37–41
  • Scholz, Horst A.: Fremd bestimmt, in: von Beyme, Ingrid / Röske, Thomas (Hrsg.): ungesehen und unerhört – Künstler reagieren auf die Sammlung Prinzhorn, Band 2 mit Reaktionen aus Literatur, Theater, Performance, Musik, Heidelberg (Wunderhorn) 2014, S. 139–141
  • Baucke, Ludolf: Von Winsen in die Welt. Zum dreißigjährigen Bestehen des Ensembles „L'art pour l'art“, in: NZfM 174. 2013, H. 6, S. 66–67
  • Baucke, Ludolf: Die Vermessung der Welt beginnt mit den Ohren. Matthias Kaul als Composer in Residence, Programmbuch Sommerliche Musiktage Hitzacker, 2010
  • Wagner, Christoph: Durchsichtige Klänge. Das wiedererwachte Interesse an Glasharfe, Glasharmonika und Verrophon, in: NZfM 170.2009, H. 5, S. 42–45
  • Ehrler, Hanno: Ich war so ne eigene Komponistin, irgendwie. Über die Kompositionsklasse von Schmeling / Kaul, Saarbrücken (Pfau) 2009
  • Booklet zur CD Cover Versions, Kleve (nurnichtnur) 2006. – Darin: Heidenreich, Achim: Die Ewigkeit des Rock – über Matthias Kauls Cover Versions
  • Schmeling / Kaul (Hrsg.): Arbeiten der Kompositionsklasse Schmeling / Kaul, Hamburg (Hildegard Junker) 2003
  • Schmeling, Astrid (Hrsg.): Musik für eine Stadt. Das Ensemble „l'art pour l'art“ und die Kinderkompositionsklasse Winsen / Luhe. Eine Dokumentation, Saarbrücken (Pfau) 2003
  • Ertle, Ulrike: Klänge gegen Schläge, in: Musik und Bildung 35.(94.)2003, H. 1, 26–34
  • Schmeling, Astrid / Kaul, Matthias / Kahle, Wolfgang (Hrsg.): Musik aus dem Mund. Arbeiten der Kompositionsklasse Schmeling / Kaul, Hamburg (Hildegard Junker) 2002
  • Froleyks, Stephan: Draht, Hendrix, Fleisch, Frösche, Sauce, in: Hören machen, Köln (Thürmchen) 1996, S. 58–60

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Cage – Variations II, Eight Whiskus, Music for Two Ryoanji (Matthias Kaul: Perkussion, Glasharmonika); WERGO
  • Christian Wolff – Bread and Roses (Matthias Kaul: Perkussion, Stimme, Drehleier); Wergo
  • Alvin Lucier – Nothing is Real (Matthias Kaul: Perkussion, Stimme, Piano); Wergo
  • Vinko Globokar – Toucher (Matthias Kaul: Perkussion und Stimme); Wergo
  • John Cage – Cage after Cage (Matthias Kaul: Perkussion); Wergo

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Kaul. Ein Hang zum Abgedrehten In:Deutschlandfunk, Leonie Reineke, 8. März 2015
  2. 11 Fragen an Matthias Kaul In:nmz Neue Musik Zeitung PRINT, 65. Jahrgang, 9/2016
  3. Matthias Kaul In: Schott Music – Autoren. Aufgerufen am: 17. Februar 2018.
  4. Nachwuchskünstler erhalten Echo Klassik. In: Musik Heute 10. Juli 2012.
  5. Preis der deutschen Schallplattenkritik vergibt zwölf Jahrespreise 2012 In: Deutsches Musikinformationszentrum 29. November 2012.
  6. Junge Ohren Preis zum 6. Mal an innovative Musikvermittlungsprojekte vergeben In: nmz Neue Musikzeitung kiz-Nachrichten 21. November 2011.
  7. Förderpreis Musikvermittlung zum ersten Mal verliehen In:Musikland Niedersachsen 10. November 2009.
  8. Bestenliste 01/2007 In: Schallplattenkritik 15. Februar 2007.
  9. Pressemitteilung des Preises der deutschen Schallplattenkritik e.V. 13. November 2004.
  10. Bestenliste 4/2003 der deutschen Schallplattenkritik e.V In:Musikwoche Berlin, 20. November 2003.