Matthias Mayer (Skirennläufer)

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Matthias Mayer Ski Alpin
Matthias Mayer (2014)
Matthias Mayer vor den Olympischen Winterspielen 2014
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 9. Juni 1990 (27 Jahre)
Geburtsort Sankt Veit an der Glan, Österreich
Größe 179 cm
Gewicht 87 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein SC Gerlitzen
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympia 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Gold0 Sotschi 2014 Abfahrt
0Gold0 Pyeongchang 2018 Super-G
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
0Silber0 Formigal 2008 Super-G
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 22. Februar 2009
 Weltcupsiege 5
 Gesamtweltcup 9. (2013/14, 2014/15, 2017/18)
 Abfahrtsweltcup 4. (2014/15)
 Super-G-Weltcup 3. (2012/13, 2014/15)
 Riesenslalomweltcup 39. (2012/13)
 Kombinationsweltcup 7. (2017/18)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 3 3 3
 Super-G 2 5 3
letzte Änderung: 18. März 2018

Matthias („Mothl“) Mayer (* 9. Juni 1990 in Sankt Veit an der Glan, Kärnten[1]) ist ein österreichischer Skirennläufer und Olympiasieger in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 2014 und im Super-G bei den Olympischen Winterspielen 2018. Der Sohn des Olympiamedaillengewinners Helmut Mayer fährt für den SC Gerlitzen und ist seit 2012 in der Nationalmannschaft des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV).

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einigen Erfolgen bei nationalen Schülerrennen bestritt Mayer im Dezember 2005 sein erstes FIS-Rennen. Nach seiner Aufnahme in den ÖSV-Nachwuchskader in der Saison 2006/07 war er ab Jänner 2008 im Europacup im Einsatz. Nach der Saison 2007/08, in der er Österreichischer Jugendmeister in der Abfahrt wurde, stieg er in den B-Kader des ÖSV auf. Im Jahr 2009 maturierte Mayer am Sport-BORG in Spittal an der Drau. Ein erster internationaler Erfolg gelang ihm bei der Juniorenweltmeisterschaft 2008 im spanischen Formigal mit dem Gewinn der Silbermedaille im Super-G.

Weltcupdebüt 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Februar 2009 stand Mayer als Dritter des Super-Gs von Sarntal/Reinswald zum ersten Mal im Europacup auf dem Podest. Eine Woche später ging er bei der Super-Kombination in Sestriere erstmals im Weltcup an den Start. Am 26. Jänner 2011 feierte Mayer im Super-G von Méribel seinen ersten Europacupsieg. Zwei Wochen später, am 5. Februar 2011, holte er als 23. des Super-G von Hinterstoder seine ersten Weltcuppunkte. Im Europacup gelangen ihm am Ende der Saison 2010/11 ein weiterer Sieg und zwei Podestplätze im Super-G, womit er die Disziplinenwertung gewann und Sechster im Gesamtklassement wurde. 2011 stieg er nach drei Jahren im B-Kader in den A-Kader des ÖSV auf.

Nach seinen Erfolgen im Europacup absolvierte Mayer im Winter 2011/12 seine erste volle Weltcup-Saison. Während er in der Abfahrt nicht punkten konnte und in der Super-Kombination zweimal unter die schnellsten 20 fuhr, erreichte er in seiner Spezialdisziplin, dem Super-G, bereits drei Top-10-Ergebnisse, wobei sein bestes Weltcupresultat des Winters ein sechster Platz in Kvitfjell am 2. März war. Im Super-G-Weltcup belegte er den 13. Platz. Nach dem Winter wurde Mayer in die Nationalmannschaft des ÖSV aufgenommen. Die Vorbereitung auf die folgende Saison war jedoch durch eine schwere Lebensmittelvergiftung beeinträchtigt, dadurch konnte er erst im Oktober das Training in vollem Umfang aufnehmen.[2] Am 25. Jänner 2013 erzielte er seine erste Podestplatzierung, als Zweiter des Super-G von Kitzbühel.

Matthias Mayer im Slalom der FIS Superkombination in Spital am Semmering im März 2008

Olympiasieg 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Februar 2014 feierte er seinen bis dahin größten Erfolg und gewann die Goldmedaille in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Beim Weltcupfinale in Lenzerheide 2014 folgte sein erster Weltcupsieg in der Abfahrt.

Im Oktober 2014 zog sich Mayer bei einem Trainingssturz einen Innenbandeinriss im rechten Knie und eine Wirbelsäulenprellung zu und fiel dadurch für den Saisonauftakt in Sölden aus. Bei der alpinen Skiweltmeisterschaft 2015 in Vail/Beaver Creek belegte er den 4. Rang im Super-G, den 11. Rang in der Alpinen Kombination und den 12. Rang in der Abfahrt.

Die Jahre 2015 bis 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Februar 2015 gewann er die Abfahrt von Saalbach und führte so einen österreichischen Dreifacherfolg vor seinen Teamkollegen Max Franz und Hannes Reichelt an. Am folgenden Tag entschied er auch den Super-G für sich und feierte seinen ersten Weltcupsieg in dieser Disziplin. Am 19. Dezember 2015 erlitt er bei einem schweren Sturz in der Abfahrt von Gröden einen Bruch des sechsten und siebenten Brustwirbels sowie Prellungen und fiel für den gesamten restlichen Skiweltcup 2015/2016 aus. Durch eine neue Airbag-Schutzweste wurde er möglicherweise vor schwereren Verletzungen bewahrt. [3]

Am 20. Jänner 2017 errang Mayer mit seinem Sieg im Super-G erstmals die Goldene Gams bei den 77. Hahnenkammrennen in Kitzbühel.[4]

Olympiasieg 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Abfahrt wurde er am 15. Februar 2018 als zweitbester Österreicher Neunter. Am 16. Februar feierte er seinen nächsten Erfolg bei Olympischen Spielen, als er Olympiasieger im Super-G wurde. Drei Tage zuvor war er im Slalom der Kombination nach einem Einfädler schwer gestürzt und hatte einen schmerzhaften Bluterguss an der Hüfte erlitten. Ein Startverzicht für die Abfahrt stand im Raum, Mayer trat jedoch an und beendete das Rennen als einer der Mitfavoriten auf Rang neun. Im Super-G siegte er dann als erst zweiter Österreicher nach Hermann Maier 1998 in Nagano, der drei Tage vor seinem Sieg ebenfalls spektakulär zu Sturz gekommen war.[5] Damit gewann er als zweiter männlicher Skirennläufer nach Aksel Lund Svindal, der dieses Kunststück am Tag zuvor mit seinem Abfahrtssieg vollendet hatte, olympische Goldmedaillen in beiden Speeddisziplinen. Außerdem beendete er die olympische Siegesserie der Norweger, die in dieser Disziplin die letzten vier Titel errungen hatten.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfang in Afritz nach dem Olympiasieg 2018

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2010/11 150. 8 48. 8
2011/12 50. 201 13. 171 26. 30
2012/13 17. 382 25. 92 3. 228 39. 15 9. 47
2013/14 9. 602 5. 307 4. 236 44. 9 11. 50
2014/15 9. 717 4. 386 3. 274 46. 7 10. 50
2015/16 57. 172 34. 42 18. 130
2016/17 13. 442 8. 237 7. 189 27. 16
2017/18 9. 622 6. 348 8. 180 41. 22 7. 72

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 19 Podestplätze, davon 5 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
12. März 2014 Lenzerheide Schweiz Abfahrt
21. Februar 2015 Saalbach Österreich Abfahrt
22. Februar 2015 Saalbach Österreich Super-G
20. Jänner 2017 Kitzbühel Österreich Super-G
14. März 2018 Åre Schweden Abfahrt *

* zeitgleich mit Vincent Kriechmayr

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ort Land Disziplin
26. Jänner 2011 Méribel Frankreich Super-G
11. März 2011 Sella Nevea Italien Super-G

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Österreichischer Jugendmeister in der Abfahrt 2008
  • 3 Siege in FIS-Rennen

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Mayer wurde sowohl 2014 als auch 2015 vom Sportpresseklub Kärnten zum "Kärntner Sportler des Jahres" gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthias Mayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Mayer ist Abfahrts-Olympiasieger
  2. Svindal gewinnt erneut, Puchner Dritter. Kleine Zeitung, 25. November 2012, abgerufen am 27. November 2012.
  3. sport.orf.at: Saisonende für Mayer nach Crash. Beitrag vom 20. Dezember 2015, abgerufen am 20. Dezember 2015
  4. krone.at: Kitz- Champ Mayer: "Habe Streif & Angst besiegt!" Beitrag vom 20. Jänner 2017, abgerufen am 20. Jänner 2017
  5. Matthias Mayer ist Super-G-Olympiasieger. Kurier, 16. Februar 2018, abgerufen am 16. Februar 2018.