Matthias Ostrzolek

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Matthias Ostrzolek
Matthias Ostrzolek (2014)
Personalia
Geburtstag 5. Juni 1990
Geburtsort BochumDeutschland
Größe 178 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1996–1997 WSV Bochum
1997–2009 VfL Bochum
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2009–2010 VfL Bochum II 17 (1)
2010–2011 VfL Bochum 33 (0)
2012–2014 FC Augsburg 65 (0)
2014–2017 Hamburger SV 81 (1)
2017–2020 Hannover 96 52 (0)
2021–2022 FC Admira Wacker Mödling 37 (0)
2021 FC Admira Wacker Mödling II 1 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2007 Polen U-17 2 (0)
2011–2013 Deutschland U-21 8 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 20. Mai 2022

Matthias Ostrzolek (* 5. Juni 1990 in Bochum) ist ein deutsch-polnischer Fußballspieler. Er stand zuletzt beim FC Admira Wacker Mödling unter Vertrag und kann sowohl auf der Position des Linksverteidigers als auch im Mittelfeld eingesetzt werden.

Familie, Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostrzolek, dessen Eltern aus dem polnischen Teil Schlesiens stammen,[1] besitzt neben der deutschen auch die polnische Staatsangehörigkeit. Er spricht neben Deutsch auch Polnisch und fährt jedes Jahr zu seinen Verwandten nach Polen.[2] Ostrzolek wuchs im Bochumer Stadtteil Langendreer[3] und – nach einem Umzug im Alter von acht Jahren – im gegenüberliegenden Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund auf.[4]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von sechs Jahren trat Ostrzolek dem WSV Bochum bei.[3] 1997 kam er in die F-Jugend des VfL Bochum, durchlief dort alle weiteren Jugendabteilungen und wurde zur Saison 2009/10 in die zweite Mannschaft übernommen. Während der Saison 2010/11 durfte er bei den Profis mittrainieren und wurde im Spiel gegen den VfL Osnabrück eingewechselt. Im anschließenden Spiel gegen den MSV Duisburg bestritt er sein erstes komplettes Spiel in der 2. Bundesliga. In der Winterpause unterschrieb er einen Profivertrag bis 2013.[5]

Am 29. Januar 2012 verpflichtete der FC Augsburg Ostrzolek. Bei den Schwaben unterschrieb er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015. Über die Ablöse vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.[6] Am 12. Februar 2012 (21. Spieltag) debütierte er beim 0:0-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga, als er in der 8. Spielminute für Marcel de Jong eingewechselt wurde.

Zur Saison 2014/15 wechselte Ostrzolek zum Hamburger SV. Er unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2017.[7] Er debütierte am 30. August 2014 (2. Spieltag), als er bei der 0:3-Niederlage gegen den SC Paderborn 07 in der 71. Spielminute für Marcell Jansen eingewechselt wurde.[8] Schnell eroberte sich Ostrzolek einen Stammplatz und belegte in seiner ersten Saison mit dem Hamburger SV den 16. Tabellenplatz, der gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Teilnahme an der Relegation war; dort setzte sich der HSV gegen den Karlsruher SC durch (1:1/2:1 n. V.). Zum Ende der Hinrunde der folgenden Saison belegte Ostrzolek mit dem Hamburger SV den 10. Tabellenplatz.

Am 13. Spieltag der Saison 2016/17 erzielte Ostrzolek beim Auswärtssieg gegen den SV Darmstadt 98 sein erstes Bundesligator, als er in der 90. Minute zum 2:0-Endstand traf.[9]

Zur Saison 2017/18 verließ Ostrzolek den HSV nach Auslaufen seines Vertrages und schloss sich dem Aufsteiger Hannover 96 an, bei dem er einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2020 erhielt.[10] Nach dessen Ablauf wurde der Vertrag nicht verlängert.[11]

Nach einem halben Jahr ohne Verein wechselte er im Januar 2021 zum österreichischen Bundesligisten FC Admira Wacker Mödling, bei dem er einen bis Juni 2022 laufenden Vertrag erhielt.[12] In eineinhalb Jahren kam er zu 37 Einsätzen für die Admira in der Bundesliga, aus der er mit dem Verein am Ende der Saison 2021/22 allerdings abstieg. Daraufhin verließ er den Verein mit seinem Vertragsende nach eineinhalb Jahren wieder.[13]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2007 wurde Ostrzolek erstmals in den Kader der polnischen U-17-Nationalmannschaft berufen, bei der er im Spiel gegen Lettland volle 90 Minuten spielte. Nach fast vier Jahren ohne Nominierung für eine polnische Nachwuchsnationalmannschaft wurde er im März 2011 erstmals für die deutsche U21-Nationalmannschaft nominiert, als er von U21-Bundestrainer Rainer Adrion für den Kader für die Testspiele gegen die Niederlande und gegen Italien nachnominiert wurde.[14] Im Spiel gegen die Niederländer in Sittard[15] wurde Ostrzolek in der 22. Minute für Shervin Radjabali-Fardi eingewechselt.[16] Mit der deutschen U21-Nationalmannschaft qualifizierte er sich für die U21-Europameisterschaft 2013 in Israel und kam dabei während der Qualifikation zu zwei Einsätzen. Ostrzoleks achtes und letztes Länderspiel war der 2:1-Sieg am 24. März 2013 im Freundschaftsspiel in Tel Aviv-Jaffa gegen den EM-Gastgeber,[17] bei der EM-Endrunde gehörte er nicht zum Kader.[18][19]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2013 engagiert sich Ostrzolek bei Show Racism the Red Card – Deutschland e.V. Im April beteiligte er sich bei einem Workshop der Bildungsinitiative und berichtete den Schülern und Schülerinnen über seine eigenen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Braasch: Ostrzolek: „Die Nationalelf ist ein Ziel“. In: Hamburger Morgenpost. Morgenpost Verlag GmbH, 14. August 2014, abgerufen am 14. August 2014.
  2. Interview mit Matthias Ostrzolek, fcaugsburg-infos.de
  3. a b Bochum befördert Nachwuchstalent, www.bundesliga.de vom 8. Januar 2011, abgerufen am 3. November 2017
  4. Patrick Meiß: Ostrzolek: „In meiner Jugend war ich oft beim BVB“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: GIB MICH DIE KIRSCHE. Medienkompetenz Zentrum Dortmund, 19. November 2015, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 3. Februar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gibmich-diekirsche.de
  5. spox.com, abgerufen am 24. Januar 2011
  6. Ostrzolek-Wechsel ist perfekt (Memento des Originals vom 18. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcaugsburg.de, fc-augsburg.de, 29. Januar 2012, abgerufen am 29. Januar 2012
  7. Perfekt: Matthias Ostrzolek wechselt zum HSV (Memento vom 2. Februar 2015 im Internet Archive), hsv.de, 12. August 2014, abgerufen am 12. August 2014
  8. HSV erlebt gegen Kachunga und Co. ein Debakel, hsv.de, 30. August 2014, abgerufen am 17. September 2014
  9. Hamburger SV: 1. Saisonsieg! HSV gewinnt 2:0 in Darmstadt, abgerufen am 4. Dezember 2016
  10. Hannover 96: Erster Neuzugang – Ostrzolek kommt von der Elbe an die Leine, 23. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  11. Hannover 96 verabschiedet elf Spieler. RTL, 29. Juni 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  12. FC Flyeralarm Admira holt Routinier Matthias Ostrzolek flyeralarmadmira.at, am 10. Januar 2021, abgerufen am 10. Januar 2021
  13. Danke Jungs! flyeralarmadmira.at, am 10. Juni 2022, abgerufen am 10. Juni 2022
  14. Konstantin Rausch und Felix Kroos fallen aus. In: spox.com. 21. März 2011, abgerufen am 13. Juni 2022.
  15. Spieldaten auf Ons Oranje, abgerufen am 13. Juni 2022 (niederländisch)
  16. Holtby setzt den Schlusspunkt. In: Kicker-Sportmagazin. Olympia Verlag GmbH, 25. März 2011, abgerufen am 13. Juni 2022.
  17. Volland sticht aus dem Wechsel-Wirrwarr am Ende heraus. In: Kicker-Sportmagazin. Olympia Verlag GmbH, 24. März 2013, abgerufen am 13. Juni 2022.
  18. Adrion beruft drei Debütanten. In: spox.com. 16. Mai 2013, abgerufen am 13. Juni 2022.
  19. Adrion mit "guter Mixtur" zur U21-EM. In: spox.com. 28. Mai 2013, abgerufen am 13. Juni 2022.
  20. „Show Racism the Red Card“-Nachbericht zum Workshop in Augsburg