Matthias Reim

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Matthias Reim (2016)

Matthias Reim (* 26. November 1957 in Korbach) ist ein deutscher Pop-, Rock- und Schlagersänger. Seinen ersten – und mit Abstand größten – Hit landete Reim 1990 mit Verdammt, ich lieb’ Dich. Die Single wurde weltweit 2,5 Millionen Mal verkauft und stand insgesamt 16 Wochen lang – vom 18. Mai bis zum 6. September – auf Platz 1 der deutschen Musikcharts. Von 1971 bis 2017 stand hier keine Single ohne Unterbrechung länger auf Platz 1.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1957–1980: Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reim ist in der Kreisstadt Homberg (Efze) aufgewachsen. Sein Vater war Direktor des Gymnasiums in Homberg. Nach dem Abitur begann Reim an der Universität Göttingen ein Studium der Germanistik und Anglistik, welches er jedoch zugunsten der Musik vernachlässigte und nicht abschloss.

1980–1990: Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er spielte unter anderem in den Bands Airway aus Bad Wildungen und Aqua aus Kassel. Erste eigene Tonträgerveröffentlichungen mit den Bands Fallen Dice und Fair Fax brachten keinen kommerziellen Erfolg. 1984 veröffentlichte er beim Label Hansa seine erste Solo-Single Von fernen Sternen. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war er als Komponist im Schlagerbereich für Bernhard Brink, Jürgen Drews, Roy Black und Tina York tätig.

1990–2000: Durchbruch mit Verdammt, ich lieb' Dich – die Polydor-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 kam der musikalische Erfolg. Der mit Matthias Reim befreundete Sänger Bernhard Brink vermittelte die Demoaufnahme an den ZDF-Moderator Wim Thoelke, dem die Aufnahme so gefiel, woraufhin er den Sänger in seine Show Der große Preis einlud. Dieser Auftritt am 18. April 1990 verhalf dem Sänger zum Durchbruch. Das erste Album Reim erschien im Juni 1990. Bis 1999 wurden sechs weitere Alben bei Polydor veröffentlicht. Reims drittes Album Zauberland erschien 1995 zusätzlich als englischsprachige Version in Kanada unter dem Namen Wonderland. Der kommerzielle Erfolg seiner Veröffentlichungen ließ im Verlauf der 1990er Jahre kontinuierlich nach. Erreichten seine ersten beiden Alben Reim (1990) und Reim 2 (1991) noch die Top 10 der deutschen Albumcharts, verpassten andere Alben eine Platzierung ganz, so Alles klar (1995), oder kamen nicht über Rang 50 hinaus, so Sensationell (1998, Rang 51).

2000–2015: Verschuldung und Comeback bei Electrola und Capitol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reim konnte den Erfolg nicht wiederholen, sondern hatte nach eigenen Angaben schließlich Verbindlichkeiten in Höhe von 13 Millionen Euro.[1] Reim beschuldigte seinen ehemaligen Manager Alfred Reimann, ihn durch Misswirtschaft in eine finanzielle Krise getrieben zu haben.[1] Reimann, dem Reim 1990 eine Generalvollmacht über seine Geschäfte übertragen hatte, habe sich beim Kauf von Immobilien und Firmen verspekuliert. Im Sommer 2007 parodierte er seine Single Verdammt ich lieb’ Dich in einem Sixt-Werbespot. Darin singt er, in Anspielung auf seine Schulden, Verdammt, ich hab nichts, ich miet bei Sixt.[2]

Nach einem verkürzten Insolvenzverfahren ist Reim seit April 2010 wieder schuldenfrei.[3]

Konzert im Familiengarten Eberswalde am 27. Mai 2006

Kommerziell gelang ihm durch den Wechsel von Polydor zur Plattenfirma EMI und deren Labels Electrola und Capitol Records ein Comeback. 2000 erschien mit Wolkenreiter das erste Album dieser Werkphase. Seit dem Jahr 2003 (Reim (2003)) erreichte er mit jedem seiner Studioalben den Einstieg in die Top 10 der deutschen Albumcharts. 2013 brachte Reim das Album Unendlich auf den Markt. Damit erreichte er nach seinem Debüt aus dem Jahr 1990 erstmals wieder Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Konzert im Familiengarten Eberswalde am 24. August 2007

2015 sollte Reims Jubiläumsjahr werden – 25 Jahre nach seinem Erfolg mit Verdammt ich lieb’ Dich. Dazu wurde auch eine Sammler-Box hergestellt[4], die auch kontrovers diskutiert wurde und unter anderem von Jan Böhmermann und Oliver Kalkofe satirisch behandelt wurde[5]. Krankheitsbedingt mussten jedoch viele Konzerte sowie eine Albumveröffentlichung und DVD-Aufzeichnung abgesagt und auf das Jahr 2016 verschoben werden.[6]

Ab 2016: Weitere Musikkarriere bei RCA Records[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für sein im April 2016 veröffentlichtes Album Phoenix wechselte Matthias Reim von Capitol Records zu RCA Records. Seither erschienen die drei Studioalben Meteor (März 2018), MR20 (Oktober 2019) und Matthias (Januar 2022).

Weitere künstlerische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2019 wirkte Reim als Schauspieler im Kinofilm Schatten über dem Bodensee mit.[7]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sänger komponiert, textet, mischt und spielt seine Lieder überwiegend selbst. Mehrjährige musikalische Partner, mit denen zusammen er seine Lieder schrieb und produzierte, waren Bernd Dietrich (1989/1990 sowie 2001/2002), Christoph Brüx (1995–1997), Thorsten Brötzmann (2000–2016), Joachim Horn-Bernges (2000–2016) und André Franke (2003–2015).[8]

Mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin, der Schlagersängerin Michelle, veröffentlichte er zwei erfolgreiche Singles: Idiot (2002) sowie Nicht verdient (2018), die beide die deutschen Single-Charts erreichten.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 beim 40. Geburtstag von Karat in der Waldbühne Berlin

Reim hat sieben Kinder, fünf Kinder stammen aus seinen vier Ehen.

  • Eine Tochter (* 1973). Von ihrer Existenz erfuhr Reim erst 2015.[9]
  • 1. Ehe mit Miriam Reim. Ein Sohn (* 1987). Aufgrund dessen Behinderung widmete ihm Matthias Reim einen Song (Bastian (Blaulicht in der Nacht)).[9]
  • 2. Ehe (8 Jahre) mit Margot „Mago“ Scheuermeyer. Sohn Julian Reim (* 1996), Schlagersänger.[9]
  • Beziehung (1999 – 2001) mit Schlagersängerin Michelle. Tochter Marie Reim (* 2000), Schlagersängerin.
  • 3. Ehe (2004 – 2013 (Trennung)) mit Sarah Stanek. Ein Sohn (* 2004), eine Tochter (* 2008).[9]
  • 4. Ehe (⚭ 2020),[10] mit Schlagersängerin Christin Stark (liiert seit 2012[11][12]). Eine Tochter (* 2022).[13]

Im April 2012[14] zog Reim von Mallorca nach Radolfzell am Bodensee auf die Halbinsel Mettnau.[15] Nach dem Ende seiner dritten Ehe zog er nach Bodman-Ludwigshafen, wo er mit Christin Stark wohnte.[16] Seit Anfang der 2020er-Jahre lebt er mit ihr, inzwischen verheiratet, in Stockach.[17]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
1990 Reim
Polydor (UMG)
DE1
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(53 Wo.)DE
AT2
Platin
Platin

(29 Wo.)AT
CH1
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(32 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 15. Juni 1990
Verkäufe: + 1.700.000
1991 Reim 2
Polydor (UMG)
DE5
Platin
Platin

(31 Wo.)DE
AT6
Gold
Gold

(10 Wo.)AT
CH8
Platin
Platin

(12 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 23. September 1991
Verkäufe: + 575.000
1993 Sabotage
Polydor (UMG)
DE11
(16 Wo.)DE
CH15
(6 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 10. Mai 1993
1994 Zauberland
englische Version: Wonderland
Polydor (UMG)
DE26
(10 Wo.)DE
CH47
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 19. September 1994
1995 Alles klar
Polydor (UMG)
Erstveröffentlichung: 29. September 1995
1997 Reim 3
Polydor (UMG)
DE40
(6 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 17. März 1997
1998 Sensationell
Polydor (UMG)
DE51
(3 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 20. April 1998
2000 Wolkenreiter
Electrola (EMI)
DE33
(11 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2000
2002 Morgenrot
Electrola (EMI)
DE16
(11 Wo.)DE
AT52
(4 Wo.)AT
CH74
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2002
2003 Reim (2003)
Electrola (EMI)
DE4
Gold
Gold

(10 Wo.)DE
AT19
(5 Wo.)AT
CH44
(4 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 15. August 2003
Verkäufe: + 100.000
2005 Unverwundbar
Electrola (EMI)
DE7
Gold
Gold

(11 Wo.)DE
AT32
(4 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 16. September 2005
Verkäufe: + 100.000
2007 Männer sind Krieger
Electrola (EMI)
DE10
(9 Wo.)DE
AT38
(2 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2007
2010 Sieben Leben
Electrola (EMI)
DE5
Gold
Gold

(34 Wo.)DE
AT17
(7 Wo.)AT
CH56
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 2010
Verkäufe: + 100.000
2013 Unendlich
Electrola (EMI)
DE1
Platin
Platin

(30 Wo.)DE
AT9
(8 Wo.)AT
CH28
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Januar 2013
Verkäufe: + 200.000
2014 Die Leichtigkeit des Seins
Electrola (UMG)
DE2
Gold
Gold

(18 Wo.)DE
AT11
(7 Wo.)AT
CH34
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 2. Mai 2014
Verkäufe: + 100.000
2016 Phoenix
RCA Records (Sony)
DE2
Gold
Gold

(17 Wo.)DE
AT10
(3 Wo.)AT
CH16
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 15. April 2016
Verkäufe: + 100.000
2018 Meteor
RCA Records (Sony)
DE3
(20 Wo.)DE
AT12
(4 Wo.)AT
CH19
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 23. März 2018
2019 MR20
RCA Records (Sony)
DE3
Platin
Platin

(51 Wo.)DE
AT15
(9 Wo.)AT
CH22
(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2019
Verkäufe: + 200.000
2022 Matthias
RCA Records (Sony)
DE2
(43 Wo.)DE
AT5
(8 Wo.)AT
CH6
(12 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. Januar 2022

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Ich hatte 13 Millionen Euro Schulden“, Interview mit Reim in Jetzt vom 27. Januar 2011
  2. Matthias Reim: Verdammt, ich mach mich lächerlich! in Spiegel Online vom 23. August 2007
  3. insolvenz-news.de
  4. Ankündigung der Matthias Reim Box. Abgerufen am 13. Januar 2020.
  5. Die Jubiläumsbox karikiert durch Jan Böhmermann. Abgerufen am 30. April 2016.
  6. Nach Herzmuskelentzündung: Matthias Reim geht es wieder besser. dpa/Hannoversche Allgemeine, 28. September 2015, abgerufen am 28. Februar 2016.
  7. Matthias Reim Biografie. In: schlager.de. 5. Juni 2020, abgerufen am 5. Juni 2020.
  8. Komplette Discographie auf Hitparade.ch
  9. a b c d Matthias Reim: Seine sechs Kinder auf einen Blick!, intouch vom 16. November 2021, abgerufen am 2. April 2022
  10. mdr.de: Christin Stark und Matthias Reim: Baby- und Hochzeits-News beim SCHLAGERBOOOM | MDR.DE. Abgerufen am 23. Oktober 2021.
  11. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 22. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  12. http://www.bild.de/unterhaltung/leute/matthias-reim/seine-alte-neue-sieht-jetzt-so-aus-43213158.bild.html
  13. Baby Nummer sieben für Matthias Reim
  14. Vivienne Paetz: Matthias Reim: Ein Schlagerstar ganz ohne Allüren. In: Südkurier vom 25. Mai 2012.
  15. Karen Markwardt in der SWR-Sendereihe Expedition in die Heimat, Staffel 3, Folge 13, Konstanz und der Bodensee (90 Min.). Deutsche Erstausstrahlung: Freitag, 19. Juli 2013, SWR Fernsehen.
  16. Matthias Reim nach seiner schweren Erkrankung: „Ich bin wieder topfit“ Südkurier vom 18. April 2016, abgerufen am 8. Mai 2022
  17. Frederick Mersi:Sein neues Album ist fertig: Warum Schlagerstar Matthias Reim vom Stockacher Winterhimmel langsam genug hat Südkurier vom 14. Januar 2022, abgerufen am 8. Mai 2022

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Matthias Reim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien