Matthias Schindler (Neues Deutschland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Matthias Schindler (* 18. Juli 1956 in Pirna) ist Manager und Vermögens-Verwalter im Umfeld der Partei Die Linke und deren Stiftungen und Medien. Seit 2018 ist er Geschäftsführer des Verlags der Tageszeitung Neues Deutschland. Schinder war hauptamtlicher Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Schindler diente von 1975 an als Zeitsoldat beim Wachregiment „Feliks Dzierzynski“, das zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gehörte. Nach drei Jahren wurde er 1978 als Feldwebel in die Reserve entlassen. Danach wurde er hauptamtlicher Mitarbeiter und Offizier des MfS, wo er verschiedenen Hauptabteilungen angehörte. Seinen höchsten Dienstgrad erreichte er mit der Beförderung zum Hauptmann 1988. Vor Auflösung des MfS 1989/90 war er Referatsleiter in der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) mit der Zuständigkeit für Informanten in DDR-Botschaften in Afrika sowie Lateinamerika.[1] Schindler wurde 1984 an der Hochschule für Ökonomie in Ost-Berlin promoviert.[2]

Schindler besitzt 96 % (Stand 2014) der Beteiligungsgesellschaft Communio,[1] die in Berlin als Genossenschaft eingetragen ist.[3] Die Communio kaufte 2006 die Hälfte der Anteile an der Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH von der Partei Die Linke.[1] Der Kaufpreis von 1,6 Mio. EUR sollte in 16 Raten von 2007 bis 2022 samt Verzinsung bezahlt werden. Das Geschäft mit Schindler wurde von Dietmar Bartsch als Bundesgeschäftsführer der Partei verantwortet.[4] Jedoch entrichtete die Communio bis Ende 2013 nur 275.000 Euro,[5] der Zahlungsrückstand betrug knapp eine Million Euro. Dennoch wurde das Geschäft nicht rückabgewickelt.[6]

Auch das Grundstück in der Franz-Mehring-Straße 1, auf dem die Redaktion des „Neues Deutschland“ (ND) wie auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung residiert, gehört mehrheitlich durch direkte und indirekte Beteiligung zu Schindlers Communio.[1] Schindler und Bodo Ramelow waren beide Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft Franz-Mehring-Platz 1 mbH.[7] Nach Kritik an der Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Stasi-Offizier Schindler legte Ramelow den Posten 2014 kurz vor der Landtagswahl in Thüringen nieder.[8]

Ende 2017 schied Chefredakteur Tom Strohschneider inmitten der angespannten wirtschaftlichen Lage des Verlags aus dem ND aus. Zeitgleich verließ auch Geschäftsführer Olaf Koppe den ND-Verlag. Als Nachfolger wurde Matthias Schindler berufen, der nun sowohl Hauptgesellschafter als auch Geschäftsführer des ND ist.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Martin Lutz, Uwe Müller: Stasi baut bei Linken-Stiftung mit. In: Die Welt (Ressort Investigation und Reportage) vom 19. Dezember 2014.
  2. Matthias Schindler: Kritik imperialistischer Strategien zur Stellung der Entwicklungsländer in der kapitalistischen Weltwirtschaft. Hochschule für Ökonomie, Wissenschaftlicher Rat, Berlin 1984. (Dissertation A) DNB 21142224X
  3. communio beteiligungsgenossenschaft, Amtsgericht Berlin (Charlottenburg), Register-Nummer GnR 642.
  4. Lukas Latz: Unternehmerische Tätigkeiten. In: Bartsch, Dietmar, Dossier in Der Freitag, Ausgabe 41/2015.
  5. Uwe Müller, Martin Lutz: Finanzskandal bei der Linken: Die Dokumente. In: Die Welt (Ressort Investigation und Reportage) vom 21. Juni 2015.
  6. Martin Lutz, Uwe Müller, Michael Ginsburg: Das geheime Konto 0601. In: Die Welt vom 21. Juni 2015.
  7. Martin Lutz, Uwe Müller: Ramelow führte Immobilienfirma mit Stasi-Hauptmann In: Die Welt vom 30. November 2014.
  8. Ramelow wehrt sich gegen "ehrabschneidende" Vorwürfe. In: Der Spiegel vom 20. November 2014.
  9. Anne Fromm: Grundstück boomt, Zeitung kriselt. In: taz vom 17. Mai 2018.