Matthias Schneider

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Matthias Schneider (* 15. Dezember 1959 in Münster/Westfalen) ist derzeit Lehrstuhlinhaber und Professor für Kirchenmusik (mit Schwerpunkt Künstlerisches Orgelspiel und Improvisation) an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Matthias Schneider leitet die von ihm 1996 ins Leben gerufene Greifswalder Sommerakademie Orgel und ist sowohl als Interpret wie auch als Musikwissenschaftler international gefragt.

Sein Arbeitsfokus (als Interpret und Forscher) liegt besonders in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts für Tasteninstrumente. Als Interpret spielt er als Solist oder Mitglied eines Ensembles Barockmusik, (Ur-)Aufführungen neuer Musik und ist regelmäßig Teilnehmer an Musikfestivals (z. B. Israel-Festival, Vendsyssel-Festival u. a. m.). Er zeichnet verantwortlich für Vorträge, Werkeinführungen, Gesprächskonzerte und Interpretationskurse und ist auch als Juror tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneider studierte in Münster, Essen und Basel (1984 A-Examen für Kirchenmusik, 1992 lic. phil. Musikwissenschaft, 1995 Promotion) und besuchte zahlreiche Meisterkurse.

Von 1984 bis 1993 wirkte Schneider als Bezirkskantor in Schopfheim (Südbaden) und als Musikwissenschaftler an der Universität Basel. Von 1989 bis 1995 leitete er eine Orgelklasse an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg. Seit 1994 ist er Professor für Kirchenmusik/Orgel am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft, Universität Greifswald. Von April 2006 bis März 2010 hatte er zudem das Amt des Dekans der Philosophischen Fakultät inne. Derzeit (2016) ist er Prodekan der Philosophischen Fakultät.

Schneider spielte eine Rolle bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland, speziell als Mitglied zweier von der Bund-Länder-Kommission geförderter Projektgruppen zur Modularisierung von Studiengängen und der Einführung des Leistungspunktsystems an deutschen Hochschulen.

Matthias Schneider war Vizepräsident und ist seit 1. Mai 2013 Präsident der Gesellschaft der Orgelfreunde[1] sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft und der Internationalen Dieterich-Buxtehude-Gesellschaft.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Schneider ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift Musik und Kirche.

Darüber hinaus umfassen Professor Schneiders Veröffentlichungen sowohl Bücher und Aufsätze als auch CDs, z. B.:

  • Bach in Greifswald. 1996.
  • Buxtehudes Choralfantasien. Textdeutung oder „phantastischer Stil“? 1997.
  • Studienstrukturreform und Leistungspunkte im Rahmen des Bologna-Prozesses an der Universität Greifswald. 2004.
  • Orgelbau, Orgelmusik und Organisten des Ostseeraums im 17. und 19. Jahrhundert. 2006
  • CD mit Orgelmusik, die Johann Sebastian Bach zugeschrieben, aber möglicherweise von anderen komponiert wurde.
  • kritische Übertragung der Tastenmusik des Danziger Organisten Paul Siefert.
  • Edition kleinerer Kirchenkonzerte für die Neue Schütz-Ausgabe.
  • Norbert Buske mit Beiträgen von Beate Bugenhagen und Matthias Schneider: Fromme barocke Sinnbilder in Farbe und Musik. Das Hohe Lied – Darstellungen an der Patronatsempore in Steinhagen (mit einer CD). Thomas Helms Verlag, Schwerin 2013, ISBN 978-3-940207-84-5.
  • Mitherausgeber zusammen mit Günther Massenkeil und Wolfgang Bretschneider: Enzyklopädie der Kirchenmusik. Laaber, Laaber 2011–2015, ISBN 978-3-89007-690-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Greifswalder Professor ist Präsident der internationalen Gesellschaft der Orgelfreunde. In: juraforum.de. 8. Mai 2013, abgerufen am 9. November 2016 (ursprünglich: Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald: Pressemitteilung. 8. Mai 2013).
  2. Website der Internationalen Dieterich-Buxtehude-Gesellschaft (IDBG). In: dietrich-buxtehude.org, abgerufen am 9. November 2016.