Matthias Steinbach

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Matthias Steinbach im Jahr 2012.

Matthias Steinbach (* 1966 in Jena) ist ein deutscher Historiker.

Matthias Steinbach legte sein Abitur 1986 an der Kinder- und Jugendsportschule „Werner John“ in Jena ab. Zudem spielte er Fußball für den FC Carl Zeiss Jena in der DDR-Junioren-Oberliga und der BSG Wismut Gera in der DDR-Liga. Nach dem NVA-Grundwehrdienst studierte Matthias Steinbach von 1988 bis 1993 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Fächer Geschichte, Sportwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte. Es folgten Studienaufenthalte in Rom, Sevilla, Paris und Metz. In den Jahren 1993 und 1995 absolvierte er das Erste und Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Im Jahre 1998 wurde er bei Hans-Werner Hahn mit einer Studie über den Historiker Alexander Cartellieri promoviert. Seine Habilitation erfolgte im Jahr 2005 zum Thema Pädagogik, Bildungsreform und soziale Frage als universitäre Herausforderung. Parallel dazu war er von 1998 bis 2007 als Mitarbeiter am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena und als Lehrer am Christlichen Gymnasium in Jena tätig. Im Wintersemester 2006/07 hatte er eine Vertretungsprofessur für Didaktik der Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Seit 2007 lehrt Steinbach als Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Technischen Universität Braunschweig.

In Forschung und Lehre liegen Steinbachs thematische Schwerpunkte auf der deutschen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und hier insbesondere auf der Universitäts- und Bildungsgeschichte, der Militärgeschichte, der politischen Ideengeschichte sowie der Geschichtsvermittlung. Zu seinen Projekten zählten unter anderem Arbeiten über den Historiker Alexander Cartellieri über den er auch seine Dissertation verfasste. Zudem gab Steinbach im Jahr 2014 gemeinsam mit Uwe Dathe die Tagebücher Cartellieris in einer kritisch kommentierten Edition heraus. Diese wurde beispielsweise von dem Historiker Gerhard A. Ritter in einer Rezension als ausgezeichnet gerühmt.[1] Das von Steinbach und seinen Lehrstuhlmitarbeitern in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Wolfenbüttel) bearbeitete Projekt Geteilte Erinnerungen – Grenzerfahrungen zwischen Harz und Heide will Grenzerfahrungen vom Leben an und mit der deutsch-deutschen Grenze systematisch erfassen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Eineinhalbjährig – unfreiwillig. Ein Soldatentagebuch (1986–1988). Verlag Neue Literatur, Jena 2001, ISBN 3-934141-16-1.
  • Des Königs Biograph. Alexander Cartellieri (1867–1955). Historiker zwischen Frankreich und Deutschland (= Jenaer Beiträge zur Geschichte. Bd. 2). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-37496-8 (zugleich: Jena, Universität, Dissertation, 1998: Geschichtswissenschaft zwischen Frankreich und Deutschland).
  • Abgrund Metz. Kriegserfahrung, Belagerungsalltag und nationale Erziehung im Schatten einer Festung 1870/71 (= Pariser historische Studien. Bd. 56). Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-56609-1.
  • Ökonomisten, Philanthropen, Humanitäre. Professorensozialismus in der akademischen Provinz. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-84-0 (zugleich: Jena, Universität, Habilitationsschrift).
  • Der Fall Hodler: Krieg um ein Gemälde 1914–1919. Metropol, Berlin 2014, ISBN 978-3863311971.
  • Von der Spiegelgasse in den Kreml. Lenins Reise nach Russland 1917. Metropol, Berlin 2017, ISBN 978-3-86331-341-8.

Herausgeberschaften

  • Universitätserfahrung Ost. DDR-Hochschullehrer im Gespräch (= Manuskript. Bd. 1). Bussert & Stadeler, Jena u. a. 2005, ISBN 3-932906-61-6.
  • Zweimal Amerika. deutsche Reisetagebücher 1926 und 1990 (= Manuskript. Bd. 3). Bussert & Stadeler, Jena u. a. 2007, ISBN 978-3-932906-78-7.
  • mit Michael Ploenus: Ketzer, Käuze, Querulanten. Außenseiter im universitären Milieu (= Manuskript. Bd. 5). Bussert & Stadeler, Jena u. a. 2008, ISBN 978-3-932906-84-8.
  • Wie der gordische Knoten gelöst wurde. Anekdoten der Weltgeschichte historisch erklärt (= Reclam-Taschenbuch. Nr. 20227). Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-020227-2.
  • Kartoffeln mit Flöte. Friedrich der Große. Stimmen, Gegenstimmen, Anekdotisches (= Reclam-Taschenbuch. Nr. 20237). Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-020237-1.
  • mit Michael Ploenus: Prüfstein Marx. Zu Edition und Rezeption eines Klassikers. Metropol, Berlin 2013.
  • mit Uwe Dathe: Alexander Cartellieri. Tagebücher eines deutschen Historikers. Vom Kaiserreich bis in die Zweistaatlichkeit (1899–1953) (= Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts. Bd. 69). Oldenbourg, München 2014, ISBN 3-486-71888-6.
  • Mobilmachung 1914. Ein literarisches Echolot (= Reclam-Taschenbuch. Nr. 20287). Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-020287-6.
  • mit Michael Ploenus: Erinnerung sichtbar machen. Braunschweiger Vorträge zur Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands 2009/2010. (= Braunschweiger Beiträge zur Kulturgeschichte. Bd. 5). Peter Lang, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3653060119.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Besprechung von Gerhard A. Ritter in: H-Soz-Kult, 5. September 2014, (online). Vgl. auch Wolfgang Michalka in: Das historisch-politische Buch 63 (2015), S. 256–257.