Matthias Untermann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Matthias Untermann (* 19. September 1956 in Tübingen) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Mittelalterarchäologe.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Untermann, Sohn des Indogermanisten Jürgen Untermann, studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Köln und Zürich. 1984 wurde er bei Günther Binding in Köln mit der Dissertation „Kirchenbauten der Prämonstratenser. Untersuchungen zum Problem einer Kirchenbaukunst im 12. Jahrhundert“ promoviert.

Nachdem Untermann während seines Studiums bereits an zahlreichen Grabungen und Forschungsprojekten im Rheinland, in Baden-Württemberg und bei der Stadtarchäologie in Lübeck mitgearbeitet hat, wurde er 1985 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Dort arbeitete er beim Referat Archäologie des Mittelalters und Bauforschung in Stuttgart und Freiburg im Breisgau, mit den Arbeitsschwerpunkten: Archäologie der Bauten monastischer Gemeinschaften sowie Stadtarchäologie. In diesem Kontext führte er mehrere bedeutende Grabungen zur Stadtarchäologie in Freiburg durch.

1998 habilitierte sich Untermann im Fach Kunstgeschichte und im Fach Archäologie des Mittelalters an der Universität Freiburg bei Wilhelm Schlink und Heiko Steuer mit der Habilitationsschrift „Forma Ordinis - Studien zur Baukunst der Zisterzienser im Mittelalter“. Zum Wintersemester 1999/2000 übernahm er die C3-Professur für Europäische Kunstgeschichte, Alte Abteilung, am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Untermann ist bei der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (DGAMN) engagiert und redigiert deren Mitteilungsblatt, das durch seine Arbeit inzwischen zu einer wichtigen Fachzeitschrift geworden ist.

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen:

  • Mittelalterliche Sakralarchitektur und ihre Ausstattung, mit besonderer Berücksichtigung der Grenzbereiche zu Archäologie, mittelalterlicher Geschichte und Liturgiegeschichte
  • Semantik mittelalterlicher Architektur
  • Archäologie des Hoch- und Spätmittelalters, besonders im städtischen Kontext
  • Methodenfragen im Dialog von Landesgeschichte – Kunstgeschichte – Archäologie – Bauforschung

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologie des Mittelalters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • u. a. (2005): Fragmente eines Benediktinerklosters: St. Georgen im Schwarzwald. In: Südwestdt. Beitr. Hausforsch., Jg. 6, S. 9–214.
  • (2003): Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in Klöstern, Grangien und Stadthöfen. Forschungsbericht und kommentierte Bibliographie. Berlin: Lukas-Verlag (Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser, 17).
  • mit Galioto, Luisa; Löbbecke, Frank (Hrsg.) (2002): Das Haus „Zum roten Basler Stab“ (Salzstraße 20) in Freiburg im Breisgau. Stuttgart: Theiss (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg, 25).
  • mit Helmig, Guido; Scholkmann, Barbara (Hrsg.) (2002): Centre, Region, Periphery. Medieval Europe Basel 2002. 3rd International Congress of Medieval and Later Archaeology. 3 Bände. Hertingen.
  • (2001): Kontinuitätsbrüche: Neue Städte neben römischen Zentren in Süd- und Westdeutschland. In: Beitr. Mittelalterarch. Österreich, Jg. 17, S. 117–132.
  • (1997): The deserted medieval town „Münster“ in the Black Forest. Archaeological investigation 1995–1997. In: Gye de Boe, Frans Verhaeghe (Hrsg.): Urbanism in Medieval Europe. Papers of the 'Medieval Europe Brugge 1997' Conference. Zellik (I.A.P. Rapp, 1), S. 361–368.
  • (1995): Archäologische Befunde zur Frühgeschichte der Stadt Freiburg. In: Schadek, Hans; Zotz, Thomas (Hrsg.): Freiburg 1091 - 1120. Neue Forschungen zu den Anfängen der Stadt. Sigmaringen: Thorbecke (Archäologie und Geschichte, 7), S. 195–230.
  • (1995): Archäologische Beobachtungen zu den Freiburger Altstadt-Straßen und zur Entstehung der „Bächle“. In: Schauinsland, Jg. 114, S. 9–26.
  • (1995): Das „Harmonie“-Gelände in Freiburg im Breisgau. Stuttgart: Theiss (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg, 19).
  • (Hrsg.) (1995): Die Latrine des Augustinereremiten-Klosters in Freiburg im Breisgau. Stuttgart (Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg).
  • (Hrsg.) (1995): Fridolinskult und Hammerschmiede. Neue archäologische Untersuchungen zu Stift und Stadt Bad Säckingen. Stuttgart: Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern (Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, 31).
  • (1991): Kloster Mariental in Steinheim an der Murr. Römisches Bad, Grafenhof, Kloster. Stuttgart: Theiss (Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, 13).
  • mit Gross, Uwe (1987): Mittelalterliche Siedlungsbefunde in Ditzingen, Kreis Ludwigsburg. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg, S. 186–190.
  • (1984): Die Grabungen auf der Burg Berge (Mons)-Altenberg (Gem. Odenthal, Rheinisch-Bergischer Kreis). Bonn (Rheinische Ausgrabungen, 25).

Kunstgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (1989): Der Zentralbau im Mittelalter. Form – Funktion – Verbreitung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
  • (2001): Forma Ordinis. Die mittelalterliche Baukunst der Zisterzienser. München: Deutscher Kunstverlag (Kunstwissenschaftliche Studien, 89).
  • mit Günther Binding (2001): Kleine Kunstgeschichte der mittelalterlichen Ordensbaukunst in Deutschland. 3., erg. Aufl. Stuttgart: Theiss.
  • mit Dorothee Bek, Kristina Hahn(2008): Klöster in Deutschland. Ein Führer. Stuttgart: Philipp Reclam jun.
  • (2009): Handbuch der mittelalterlichen Architektur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]