Maua (Jena)

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Maua
Universitätsstadt Jena
Koordinaten: 50° 52′ 1″ N, 11° 35′ 52″ O
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 3,36 km²
Einwohner: 355 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1994
Postleitzahl: 07751
Vorwahl: 03641
Maua (Thüringen)
Maua

Lage von Maua in Thüringen

Bild von Maua

Maua ist ein Ortsteil der Universitätsstadt Jena in Thüringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil liegt südlich der Stadt Jena und direkt südlich an der Anschlussstelle der Bundesstraße 88 zur Bundesautobahn 4 in der Saaleniederung westlich der Saale. Das Dorf war und ist in Ober- und Unterdorf gegliedert. Die Bundesstraße 88 teilt den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf gab es schon im 13. Jahrhundert. Wolfgang Kahl recherchierte im UB I 8 der Stadt Jena für Maua (Mowe) den 24. Juli 1259 als Tag der Ersterwähnung.[1] Die älteste Überlieferung von Hofbesitzern stammt aus der Zeit von 1421−1425.[2] Das Oberdorf wurde erst zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges errichtet und bestand aus Unterkünften für die Menschen, die ihre Häuser verloren hatten.

Die Wassermühle im Leutratal wurde 1517 erstmals erwähnt. 14 Generationen lang bis 1976 war sie im Besitz der Familie Letsch[3]. 1783 hat Goethe die Mühle besichtigt.

Am 29. Mai 1613, dem Tag der Thüringer Sintflut, verlor das Dorf 26 Personen; 16 Häuser wurden zerstört[4].

Am 11. Oktober 1806, 4 Tage vor der Schlacht mit Napoleon, kam ein Regiment preußischer Husaren aus dem Gefecht bei Saalfeld zurück. In jedem Haus des Dorfes wurden 40–60 Mann einquartiert. Im Dorf wurden an diesem Tag 108 Schafe geschlachtet[5].

Am östlichen Ortsrand fließt die Saale. Bei Maua mündet der Bach Leutra, der seine Quelle bei Milda hat, in die Saale.

Der 3,36 km² große Ort wurde im Jahr 1994 nach Jena eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Laurentius
  • Kirche St. Laurentius: Eine romanische Vorgängerkirche wurde 1450 im Sächsischen Bruderkrieg zerstört. 1468 errichtete man den Chor und stellte das Langhaus unter Einbeziehung erhaltener Reste wieder her. 1640 wurde die Kirche im Dreißigjährigen Krieg bei einem Dorfbrand beschädigt und anschließend wiederaufgebaut. 1819 erfolgte eine Innenrenovierung des Langhauses, der Einbau von Doppelemporen und eines Kanzelaltars (1934 farbig gefasst). Selten: Barockes Schlagwerk auf dem Dach.[6]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlef Ignasiak: An der Saale und im Holzland. Ein kulturhistorischer Führer. Quartus-Verlag, Jena 1997, ISBN 3-931505-17-0, S. 89–90.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 176
  2. Andrei Zahn: Die Einwohner der Ämter Burgau, Camburg und Dornburg : ein Beteregister aus der Zeit um 1421–1425. Schriftenreihe der AMF ; 55; Mannheim, 1998.
  3. Ignasiak, S. 89.
  4. Jonathan Carl Zenker: Historisch-topographisches Taschenbuch von Jena und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher u. medicinischer Beziehung. Mit dem Plane von Jena und einem geognostischen Profile. Frommann, Jena 1836, S. 141.
  5. Ignasiak, S. 90.
  6. Schautafel an der Kirche
  7. Homepage des Vereins

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maua (Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien