Mauensee LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Mauenseef zu vermeiden.
Mauensee
Wappen von Mauensee
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1091i1f3f4
Postleitzahl: 6216
Koordinaten: 647554 / 22424947.1674928.065842522Koordinaten: 47° 10′ 3″ N, 8° 3′ 57″ O; CH1903: 647554 / 224249
Höhe: 522 m ü. M.
Fläche: 7.17 km²
Einwohner: 1161 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 162 Einw. pro km²
Website: www.mauensee.ch
Karte
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Mauensee ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt westlich von Sursee am Ostrand des Wauwilermooses. Zur Gemeinde gehört der Weiler Kaltbach (521 m ü. M.), der zwischen St. Erhard und Wauwil nördlich von Mauensee-Dorf liegt, sowie der Weiler Bognau (517 m ü. M.) im Osten, der mit Sursee zusammengewachsen ist. Innerhalb der Gemeinde liegt auch der Mauensee mit dem Wasserschloss.

Das Gemeindegebiet umfasst mit Seen eine Fläche von 7,21 km², wovon 17,2 % bestockte Fläche (d.h. Wald und Gehölz) sind, 68,5 % landwirtschaftlich genutzt werden und 6,8 % als Siedlungsfläche dienen. [2]

Mauensee grenzt im Nordwesten an Dagmersellen, im Norden an Knutwil, im Nordosten an Sursee, im Südosten an Oberkirch, im Süden an Grosswangen, im Südwesten an Ettiswil und im Westen an Wauwil.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 632
1860 655
1870 562
1880 601
1900 608
1930 609
1941 649
1950 637
1980 550
1990 732
2000 958
2004 1'086
2014 1'213

Bis 1860 steigt die Einwohnerzahl leicht an; im darauf folgenden Jahrzehnt sinkt sie stark (1860–1870: −14.2 %). Nach einem leichten Wachstumsschub bis 1880 folgen zwei Jahrzehnte Stagnation. Nach einem Auf und Ab zählt die Gemeinde 1930 gleich viele Bewohner wie zur Jahrhundertwende. Nach einem kleinen Zwischenhoch bis 1941 erfolgt ein Exodus bis zum historischen Tiefpunkt im Jahr 1980. Durch die schöne Lage nahe dem regionalen Zentrum und der Nähe zur Autobahn wächst die Einwohnerzahl seither ununterbrochen und stark an. Sie hat sich in einem Vierteljahrhundert verdoppelt (1980–2004: +97.5 %).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 96.14 % Deutsch und je 1.04 % Albanisch und Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Situation wie folgt aus: Es gibt 83.09 % römisch-katholische, 9.92 % evangelisch-reformierte und 0.42 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 4.59 % Konfessionslose und 0.52 % Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den 1'132 Einwohnern Ende 2006 waren 1'067 Schweizer und 65 (=5,7 %) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 92.38 % (einschliesslich Doppelbürger 94.68 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien, Montenegro (Albaner und Slawen), Deutschland und Italien.

Verkehr[Bearbeiten]

Mauensee ist durch die Buslinie Sursee–Willisau ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. An beiden Endpunkten bestehen Bahnlinien. Willisau liegt an der Linie Luzern-Langenthal und Sursee an der Bahnstrecke Olten–Luzern. Durch Mauensee führt die wichtige Strasse von Sursee nach Willisau. Der nächste Autobahnanschluss Sursee an der A2 ist 5 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Mauensee. Heute im Besitz des Kunstsammlers Uli Sigg.
Hauptstrasse von Mauensee

Moginse ist im ältesten Verzeichnis des Klosters Engelberg aus den Jahren 1184/1190 aufgeführt. Der See gehörte teils den Freiherren von Grünenberg und teils den Freiherren von Aarburg. Die Truppen der Stadt Luzern zerstörten 1388 die Burg auf der Insel im Mauensee. Die Gegend fiel 1407 an Luzern. 1455 kaufte Luzern dann noch den aarburgischen und zofingischen Teil des Mauensees und machte so seine Herrschaftsansprüche noch mehr geltend. 1605 liess die Familie Pfyffer das heutige Schloss erbauen. Bis 1798 war der Ort Teil der Landvogtei Knutwil. Danach gehörte es zum Distrikt Sursee und seit 1803 zum Amt Sursee. Mauensee wurde erst 1818 durch Abtrennung von Knutwil eine eigenständige Gemeinde. Eine Fusion mit Nachbargemeinden ist derzeit nicht geplant, doch gehört es zum Regionalrat Sursee 2000+, in dem die Gemeinden rund um Sursee eine engere Zusammenarbeit unter den Mitgliedsgemeinden fördern.

Besitzverhältnisse

  • 1275 Schloss und Herrschaft Mauensee gehörte je zur Hälfte den Grafen von Habsburg und Freiherren von Grünenberg.
  • 1388 Nach dem Sempacherkrieg zerstörten die Eidgenossen die Burg auf der Insel
  • 1455 Luzern wird Eigentümerin der Herrschaft
  • 1457 Mauensee geht an die Surseer Schultheissenfamilie Schnyder und danach an die Luzerner Ratsfamilie Pfyffer von Altishofen
  • 1600 Von Kaspar Pfyffer kam es an die Luzerner Patrizierfamilie Schnyder (von Wartensee), die das heutige Schloss errichtete.
  • 1657 gehörte es der Luzerner Patrizierfamilien Cloos, der bedeutendsten Trägerin der Herrschaft im 17. Jahrhundert.
  • 1721 verkauften die Cloos die Herrschaft Mauensee an den Grafen Rudolf Riva
  • 1807 Mauensee gehörte für kurze Zeit wieder den Pfyffer von Altishofen
  • 1811 gelangte Mauensee an die Zofinger Familie Eggstein, welche Kapelle, Ecktürme und Umfassungsmauer abreissen liess
  • 1846 erwarb Jost Bernhard Segesser von Brunegg (1814–1880) Mauensee von Rosine Eggstein geb. Hunkeler
  • 1875 Von den Segesser von Brunegg kam Mauensee in den Besitz von Auguste de Pourtalès von Neuenburg
  • 1942 Mit Karl von Schumacher, dem Gründer der Wochenzeitung Die Weltwoche, war wiederum eine Luzerner Patrizierfamilie Besitzerin
  • 1957 Nach seinem Tod lebte sein Bruder Pierre von Schumacher auf dem Schloss
  • 1964 Schloss Mauensee verbleibt im Besitz von dessen Witwe
  • 1995 erbten es die Schwestern Denise von Streng-von Wolff und Alix Schnyder von Wartensee-von Wolff
  • 1998 kaufte und renovierte es die Industriellenfamilie Sigg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mauensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Quelle: Gemeindeprofil auf der kantonalen Website (PDF; 64 kB)