Mauern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mauern
Mauern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mauern hervorgehoben
Koordinaten: 48° 31′ N, 11° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Verwaltungs­gemeinschaft: Mauern
Höhe: 435 m ü. NHN
Fläche: 24,14 km2
Einwohner: 3003 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85419
Vorwahl: 08764
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 142
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossplatz 2
85419 Mauern
Website: www.gemeinde-mauern.de/
Bürgermeister: Georg Krojer (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Mauern im Landkreis Freising
Landkreis DachauLandkreis ErdingLandkreis KelheimLandshutLandkreis LandshutLandkreis MünchenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmAllershausenAttenkirchenAu in der HallertauEching (Landkreis Freising)FahrenzhausenFreisingGammelsdorfHaag an der AmperHallbergmoosHörgertshausenHohenkammerKirchdorf an der AmperKranzbergLangenbach (Oberbayern)MarzlingMauernMoosburg an der IsarNandlstadtNeufahrn bei FreisingRudelzhausenWang (Oberbayern)WolfersdorfPaunzhausenZollingKarte
Über dieses Bild

Mauern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising. Sie liegt zwischen Moosburg und Nandlstadt und ist Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauern liegt im Nordosten des Landkreises Freising in Oberbayern und wird auch das „Tor zur Hallertau“ genannt. Weitere Ortsteile der Gemeinde neben dem Hauptort Mauern sind die Kirchdörfer

sowie die Weiler bzw. Einöden

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch archäologische Grabungen des Archäologischen Vereins im Landkreis Freising wurde festgestellt, dass Mauern bereits vor etwa 7500 Jahren besiedelt wurde und seither fast durchgehend eine rege Besiedlung aufweist. So fand man Überreste einer römischen Villa Rustica in Niederndorf und das Grab eines bajuwarischen Kriegers aus dem Ende des siebten Jahrhunderts mit einer sogenannten Spatha bei Alpersdorf. Bei Bauarbeiten im Schloss wurden 2009 Pfostenspuren eines Vorgängerbaus entdeckt, der etwa aus dem Jahr 1000 nach Chr. stammt.

Der Ort Mauern wurde im Jahre 899 erstmals urkundlich erwähnt und war Sitz einer Hofmark, die im Laufe der Zeit im Besitz zahlreicher Adelsgeschlechter war und dem Landgericht Moosburg und dem Rentamt Landshut unterstand. Von 1544 bis 1585 übten die Kuttenauer die Hofmarkgerechtigkeit aus. Deren Nachfolger waren von 1585 bis 1641 die Preysing. 1692 wurde die Hofmark von Johann Georg, Graf von Seiboldsdorf, erworben und keine einhundert Jahre später durch die Misswirtschaft seiner Nachfahren versteigert [2]. Darauf folgten die Familien der Reichsgrafen Basselet von La Rosée und von Ostini.

Das Amt Mauern war bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Verwaltungssitz des Landgerichts Moosburg. Es war für die Obmannschaften Volkmannsdorferau, Schwarzersdorf, Reichertshausen, Pörnbach, Amper, Sollern-Inkofen, Neumühl, Alpersdorf, Inzkofen, Holzdobl, Altfalterbach, Reichersdorf, Gammelsdorf, Schergenöd, Enghausen, Kleinmünchen, Martinszell, Bachhorn und Niederambach zuständig.[3]

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mauern wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine Patrimonialgemeinde. Die 1818 gebildeten Patrimonialgerichte II. Klasse Hagsdorf, Hörgertshausen, Mauern, Tegernbach und Thulbach wurden 1841 unter der Familie von Hofstetten zu einem gemeinsamen Patrimonialgericht II. Klasse unter der Benennung „Patrimonialgericht Mauern“ zusammengeschlossen.[4] Im Jahr 1848 wurden die letzten Reste der Adelsherrschaft aufgehoben. 1871 wurde das erste Kriegerdenkmal Bayerns in Mauern errichtet. Für die Verwaltungsgemeinschaft in Mauern wurde 1980 das heutige "Alte" Rathaus errichtet. Der letzte Besitzer des Schlosses in Mauern, Graf von Moy, hat im Jahre 2001 das Schloss an die Gemeinde Mauern verkauft, die das anschließend renovierte Gebäude seit 2009 als Rathaus für die Verwaltungsgemeinschaft nutzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Reichersdorf eingegliedert. Am 1. April 1971 kamen Gebietsteile von Schweinersdorf hinzu.[5] Schließlich kamen am 1. Mai 1978 noch Teile der aufgelösten Gemeinden Enghausen und Margarethenried hinzu.[6] Die Verwaltungsgemeinschaft Mauern wurde ebenfalls zum 1. Mai 1978 gegründet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht nach der Kommunalwahlen in Bayern 2014 aus 14 Gemeinderäten (7 Freie Wähler, 7 CSU) und dem 1. Bürgermeister Georg Krojer (FW), der 2014 Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Alfons Kipfelsberger (CSU) wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „In Rot eine silberne Doppelzinne, darüber eine schwebende, liegende goldene Raute.“

Das Gemeindewappen vereint die Familienwappen zweier Geschlechter, die über längere Zeit die Hofmark Mauern besaßen, und repräsentiert damit die Geschichte der Gemeinde als Adelshofmark. Die schwebende Raute stammt aus dem Wappen der Kuttenauer, die von 1544 bis 1585 die Hofmark ausübten. Deren Nachfolger waren von 1585 bis 1641 die Preysing, deren heraldisches Kennzeichen eine silberne Doppelzinne in rotem Feld war.

Die Wappenführung besteht seit 1979 auf Grundlage eines Beschlusses des Gemeinderates und Zustimmung der Regierung von Oberbayern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine ÖPNV-Anbindung mit den MVV-Buslinien 501, 682 und 683 nach Moosburg (Zugverbindung nach Freising und München bzw. Landshut) sowie nach Mainburg[7].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer[8]
  • Hofmark-Schloss Mauern, jetzt Rathaus
  • Kirche Enghausen mit Enghauser Kruzifix, das in den Jahren 890 bis 900 entstanden ist. Man nimmt an, dass das Kruzifix aus dem ehemaligen Benediktinerkloster im nahe gelegenen Moosburg stammt, das im 9. Jahrhundert in großer Blüte stand.
  • Skilift bei der Hanslmühle: 1965 ging hier der erste Doppelmayr-Schlepplift Deutschlands in Betrieb.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Freiwilligen Feuerwehr Mauern, der Altschützengesellschaft Mauern, der Narrhalla Mauern, der SpVgg Mauern, der KLJB Mauern, dem Gartenbauverein Mauern, dem TC Mauern, dem Skiclub Mauern und der KSK Mauern gibt es neun Vereine, die sich in die Dorfgemeinschaft einbringen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wörner: Heimatbuch Hörgertshausen, 1982, S. 32ff
  3. Historischer Atlas von Bayern - Altbayern Reihe I Heft 1: Das Landgericht Moosburg. S. 9 ff.
  4. Intelligenzblatt der Königlichen Regierung von Oberbayern, 1841, S. 436.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 575.
  7. Fahrplanauskunft des MVV, abgerufen am 27. November 2015
  8. Georg Brenninger: Zur früheren Barockausstattung der Pfarrkirche in Mauern. In: Amperland, 1986, S. 366.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Hagl: Dorfgeschichte von Mauern. Ein Heimatbüchlein. 2 Bände. Mauern März 1978 / Mai 1980, BV013691100.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mauern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien