Maurice Philip Remy

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Maurice Philip Remy (* 1962 in München) ist ein deutscher Dokumentarfilmer, Regisseur, Drehbuchautor, Fernsehproduzent und Autor vor allem zu zeitgeschichtlichen Themen wie der Zeit des Nationalsozialismus.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remy studierte Kommunikationswissenschaften und arbeitete dann in der Öffentlichkeitsarbeit für das Volkstheater München und als freier Journalist unter anderem für „Stern“ und „Die Zeit“. Er ging danach zum Fernsehen und wurde Redakteur und Aufnahmeleiter, Drehbuchautor und Regisseur. Zunächst in Unterhaltungssendungen wie „Vorsicht Kamera“, „Halli Galli“, „Verstehen Sie Spaß?“, später in Dokumentarfilmen. 1994 gründete er eine eigene Produktionsgesellschaft, die MPR Film und Fernseh Produktion GmbH. Er pflegt für seine Dokumentarfilme umfangreiche Recherchen, oft mit einem internationalen Stab von Mitarbeitern, durchzuführen. Teilweise gelang es ihm, neue Dokumente ausfindig zu machen, so bei seinen Recherchen zu Erwin Rommel oder dem Bernsteinzimmer.

Ab 1994 arbeitete er mit Guido Knopp zusammen, unter anderem an dessen TV-Serien „Hitler – eine Bilanz“ (1995), „Hitlers Helfer“, darin über Martin Bormann. Bekannt wurde er durch Dokumentarfilme wie über das Bernsteinzimmer, den Untergang der „Wilhelm Gustloff“ oder den „Mythos Rommel“ (2002, drei Teile). Von ihm stammt auch ein TV-Film über die angebliche Zarentochter Anastasia, den militärischen Widerstand gegen Hitler („Offiziere gegen Hitler“, 2004, drei Teile), die „Hitlertagebücher“, den Vatikan („Vatikan – die Macht der Päpste“, drei Teile, 1997, über Johannes XXIII., Pius I., Johannes Paul I.) und eine sechsteilige Serie über den Holocaust (2000). Seine Dokumentationen über den Holocaust und Rommel wurden an zahlreiche ausländische TV-Anstalten verkauft. 2008 schrieb er das Drehbuch beim Fernsehfilm „Mogadischu“ über die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Herbst 1977. Der Film erhielt 2009 die Goldene Kamera als bester deutscher Fernsehfilm.

In seiner Fernsehserie „Ein ehrenwertes Haus“ von 1998 spielte er auch als Schauspieler mit.

2013 produzierte Remy einen Film über den Fall des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt (Der seltsame Herr Gurlitt, arte).[1] Dieser Film wurde von Ira Mazzoni in der Süddeutschen Zeitung kritisiert, weil Remy sich darin zum Fürsprecher des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt und seines Sohnes Cornelius mache. Hildebrand Gurlitt hatte nach Darstellung in der modernen Kunsthistorie in der Zeit des Nationalsozialismus mit Raubkunst gehandelt. Remy behauptet in dem Film, zu wissen dass von den 1280 beschlagnahmten Grafiken und Gemälden nur ein „halbes Dutzend“ Raubkunst seien. Mazzoni wirft Remy vor, den „als Nazi-Kunsthändler diffamierten“ Hildebrand Gurlitt entlasten zu wollen.[2] Den genaueren Befund erforscht seit 2013 eine Taskforce unter Ingeborg Berggreen-Merkel. Die wenigen und zweifelhaften Ergebnisse in dem im Januar 2015 veröffentlichten Abschlussbericht kritisierte er. Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für Herbst 2016 angekündigte Ausstellung von Bildern der Sammlung verletze nach seiner Ansicht die Rechte von Uta Werner, die im Rechtsstreit um das Erbe Gurlitt liegt.[3]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der seltsame Herr Gurlitt. 2013 [4]
  • Mogadischu, als Drehbuchautor, 2008.
  • Offiziere gegen Hitler Eine Sendung der ARD. Als Produzent und Autor, 2007.
  • Die Hitlertagebücher. Eine ZDF-Serie. 1996.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arte
  2. Ira Mazzoni: Arte-Film über den Fall Gurlitt Wenn sich der Dokumentar zum Anwalt macht. Plädiert hier einer für einen “mutigen Sammler” und dessen gejagten Sohn? Der Filmemacher Maurice-Philip Remy rollt die Affäre Gurlitt ganz von vorne auf. Das Bild, das er zeichnet, ist zu schön, um echt zu sein. In: Süddeutsche Zeitung, 19. März 2014 (online), Abruf 12. August 2014.
  3. Maurice Philip Remy: Die große Gurlitt-Show, in: Welt am Sonntag, 13. März 2016, S. 58
  4. Filmwebsite
  5. Rezension von Karl-Heinz Janssen in der Zeit 21. Juni 1996, [1]