Mausenmühle

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Mausenmühle
Koordinaten: 49° 18′ 12″ N, 10° 48′ 41″ O
Höhe: 396 m ü. NHN
Einwohner: (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91564
Vorwahl: 09872
Ortsansicht
Ortsansicht
Mausenmühle

Mausenmühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde ist die dritte an der Aurach gelegene Mühle. Ein Anliegerweg führt nach Mausendorf (0,6 km nordwestlich). Ein landwirtschaftlicher Verkehrsweg verläuft nach Steinhof (0,8 km südöstlich) bzw. zur Geichsenmühle (1,1 km westlich).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Heilsbronn erhielt Besitzungen der Mausenmühle zur Zeit des 10. Abts Otto durch Kauf von der dort begüterten Adelsfamilie Bruckberg. Konrad von Bruckberg, mit dem Vertrag im Nachhinein unzufrieden, schädigte diese Güter und führte einen Prozess gegen das Kloster, verlor diesen jedoch und starb bald darauf. In einer Urkunde von 1253 wurde festgelegt, dass die Witwe des Verstorbenen wegen dessen Unrecht unter anderem auch Gefälle der Mausenmühle dem Kloster zu schenken hatte. In dieser Schenkungsurkunde wird der Ort als „molendinum apud Mausendorf“ (Mühle bei Mausendorf) erstmals erwähnt.

Am 26. März 1579 wurde die Mühle von neun Mordbrennern überfallen und angezündet.[3]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wird für die Mausenmühle eine Mannschaft verzeichnet, die dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstand. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Mausenmühle zu Mausendorf. Das Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Mausenmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 12 des Ortes Mausendorf.[5] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.[6][7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Mausenmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich an.[8] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Januar 1972 nach Neuendettelsau eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002007 002013
Einwohner 6 6 * 9 9 11 10 13 5 5 5 1 1
Häuser[9] 1 1 1 1 1 1 1 1
Quelle [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [1]
* Ort wird zu Mausendorf gerechnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner sind seit 1545 nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt, davor seit 1473 nach St. Kunigund (Reuth) und ursprünglich nach St. Maria (Großhaslach). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 sind sie nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mausenmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.
  2. Mausenmühle im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 2, S. 233ff.
  4. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 6. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 731.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 885.
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 463.
  7. Johann Bernhard Fischer: Mausmühl. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 407 (Digitalisat).
  8. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 58 (Digitalisat).
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 144 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1041, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1205, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1093 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1157 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1195 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1021 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 751 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 170 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 329 (Digitalisat).
  21. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 8. September 2012 im Webarchiv archive.today) auf: neuendettelsau.eu