Filmfestival Max Ophüls Preis

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Filmfestival Max Ophuels Preis.svg
Das Saarbrücker Rathaus leuchtet während des Max-Ophüls-Festivals in Blau, der Logofarbe
Das Max-Ophüls-Filmfestival ist der alljährliche Treffpunkt für deutschsprachige Nachwuchsfilmer
Der traditionelle Empfang von arte auf dem Max-Ophüls-Filmfestival 2015

Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist ein jährliches Filmfestival in Saarbrücken für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wurde 1980 von Albrecht Stuby gegründet; Keimzelle für das Festival war das von der Künstlergruppe Werkstatt Koop[1] organisierte Nachtstudio der Camera, einem Saarbrücker Programmkino.[2] Damals besuchten 700 Zuschauer die Veranstaltung, seither stiegen die Publikumszahlen und die Anzahl der eingereichten Filme stetig an. Unter Experten wird es als eines der wichtigsten Foren für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm angesehen.[3] Das 38. Filmfestival fand von 23. bis 29. Januar 2017 statt.[4]

Preise und Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Wettbewerb können deutschsprachige Nachwuchs-Regisseure bis zum dritten abendfüllenden Spiel- bzw. Dokumentarfilm teilnehmen. Zur Auswahl der Preisträger werden jährlich unabhängige Jurys von Sachverständigen berufen. Die Hauptjury entscheidet unter anderem über die Gewinner des Max-Ophüls-Preises und des Filmpreises der saarländischen Ministerpräsidentin. Weitere Jurys beurteilen Kurzfilme, Dokumentarfilme und Drehbücher oder vergeben den Interfilmpreis und den Preis der Jugendjury. Daneben gibt es Publikumspreise für lange, mittellange und Kurzfilme.

Max-Ophüls-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem namensgebenden Hauptpreis des Festivals, benannt nach dem aus Saarbrücken stammenden Regisseur Max Ophüls, zeichnet die Landeshauptstadt die Regiearbeit an einem Spiel- oder Dokumentarfilme mit einer Länge ab ca. 60 Minuten aus. Der Preisträger wird durch die Wettbewerbsjury bestimmt. 2008 war der Preis mit 18.000 Euro (inkl. 3000 Euro Kopienwert) und weiteren 18.000 Euro Verleihförderung dotiert.[5] Nominiert werden konnten Spiel- und Dokumentarfilme mit einer Länge ab ca. 60 Minuten.

Simon Jaquemet (2015)

Preisträger

Preis für mittellange Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis für die Regie mittellanger Filme (Spiel- und Dokumentarfilme zwischen ca. 30 und ca. 60 Minuten) aus dem Wettbewerb wurde 2008 erstmals unter dem Namen BMW-Group-Förderpreis Film vergeben, war mit 7500 Euro dotiert und wurde von BMW gefördert.[7] Zunächst wurde er von einer eigens berufenen Jury vergeben, dann als Publikumspreis. Ab 2009 ist er mit 5000 Euro dotiert.

Patrick Vollrath (2015)

Preisträger

Kurzfilmpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis für die Regie kurzer Filme (bis ca. 30 Minuten) wird von einer eigenen Jury vergeben. 2013 betrug das Preisgeld 5000 Euro, es wird von der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS) entrichtet.

İlker Çatak (2015)

Preisträger

Zusätzlich ist ein Publikumspreis für Kurzfilme aus dem Wettbewerb von Energie SaarLorLux mit 5000 Euro ausgestattet.

Darstellerpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Preise, dotiert mit je 3000 Euro, werden für herausragende Leistungen im Bereich Schauspiel vergeben an eine Nachwuchs-Darstellerin und an einen Nachwuchs-Darsteller. Beide Preise werden wie der Hauptpreis von CosmosDirekt gesponsert.

Lore Richter (2015)

Preisträger

Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ministerpräsident des Saarlandes vergibt einen zusätzlichen Regie-Preis für einen Film, dessen bundesdeutsche Erstaufführung im Rahmen des Festivals stattfindet. Das Preisgeld hatte 2013 die Höhe von 5500 Euro, dazu kamen 5500 Euro Verleihförderung.

Preisträger

Dokumentarfilmpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Jury zeichnet einen Dokumentarfilm aus dem Wettbewerb mit dem Dokumentarfilmpreis des Festivals aus. Er war 2014 verbunden mit einem Preisgeld von 7500 Euro, das von der Saarland Medien GmbH zur Verfügung gestellt wurde.

Hubertus Siegert (2015)

Preisträger

Publikumspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regisseur oder die Regisseurin des Films mit den meisten Zuschauerstimmen erhält den Publikumspreis. Dieser war 2014 mit 3000 Euro dotiert, ausgestattet durch die Saarland Sporttoto GmbH.

Marc Brummund (2015)

Preisträger

Preis für den gesellschaftlich relevanten Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis wurde erstmals 2014 vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Das Preisgeld kommt von der Bundeszentrale für politische Bildung und Deutschlandradio Kultur.

  • 2014: Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste von Isabell Šuba
  • 2015: Cure – Das Leben einer Anderen von Andrea Štaka
  • 2016: Heimatland von Michael Krummenacher, Jan Gassmann, Lisa Blatter, Gregor Frei, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp und Mike Scheiwiller
  • 2017: Club Europa von Franziska M. Hoenisch

Preis der Jugendjury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine eigens einberufene Jury aus Schülern zeichnet einen Film aus den Wettbewerbsfilmen mit dem Preis der Jugendjury aus. Der Preis der Schülerjury war 2014 mit 2500 Euro dotiert. Das Preisgeld tragen die Bundeszentrale für politische Bildung und die Landeszentrale für politische Bildung Saarland.

Preisträger

Fritz-Raff-Drehbuchpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Saarländische Rundfunk und das ZDF vergeben einen Preis für das Drehbuch eines Wettbewerbsfilmes an deren Autor oder Autorin. Dieser war 2014 mit 13.000 Euro dotiert.

Preisträger

Förderpreis der DEFA-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DEFA-Stiftung vergibt einen Förderpreis an einen Film aus der Reihe Spektrum als Stipendium in Höhe von 4000 Euro, das „besonders innovativen filmkünstlerischen Vorhaben“[9] erhöht werden kann.

Andrea Roggon (2015)

Preisträger

  • 2005: Am seidenen Faden von Katarina Peters
  • 2006: Vater und Feind von Susanne Jäger
  • 2007: Die Gedanken sind frei von Saara Aila Waasner
  • 2008: Nur ein Sommer von Tamara Staudt
  • 2009: Ein Teil von mir von Christoph Röhl
  • 2010: Lourdes von Jessica Hausner
  • 2011: Anduni – Fremde Heimat von Samira Radsi
  • 2012: Das Ding am Deich – Vom Widerstand gegen ein Atomkraftwerk von Antje Hubert
  • 2013: Der Kapitän und sein Pirat von Andy Wolff
  • 2014: Journey To Jah von Noël Dernesch und Moritz Springer
  • 2015: Mülheim – Texas. Helge Schneider hier und dort von Andrea Roggon

Preis der Ökumenischen Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis der Ökumenischen Jury (bis 2014: Interfilmpreis) geht an einen Film, „der in besonderer Weise existentielle und gesellschaftliche Fragen und Probleme artikuliert und diese filmästhetisch anspruchsvoll umsetzt.“[9] Der Preis war 2014 mit einer (Jury-)Einladung zum Besuch eines Filmfestivals dotiert.

Karim Patwa (2015)

Preisträger

Sonderpreis der Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht mehr vergebene Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmmusikpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für „die beste kompositorische Leistung, die Integration von Sounddesign und Filmmusik und auch die Originalität von Songwriting und Interpretation“[9] wurde der Filmmusikpreis der Saarland Medien GmbH vergeben. Dieser war verbunden mit einer Förderpreissumme, über die der Regisseur des Films einvernehmlich mit dem Komponisten oder Soundartisten entscheiden konnte, sei es für das Marketing des gewürdigten Films oder für ein neues Filmprojekt. 2008 betrug die Fördersumme 3000 Euro.

Preisträger

Förderpreis Langfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förderpreis Kurzfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Femina-Filmpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produzentenpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: DOR-Film Produktions GmbH, Wien
  • 1997: Ö-Film, Berlin
  • 1998: Schramm Film Koerner & Weber, Berlin
  • 1999: Zero Film, Berlin
  • 2000: Maran Film, Stuttgart

Unifilm-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983: Tscherwonez von Gábor Altorjay
  • 1984: Transatlantique von Hans-Ulrich Schlumpf
  • 1985: Akropolis Now von Hans Lichtig
  • 1986: Walkman Blues von Alfred Behrens
  • 1997: Shahrzadeh Scampolo & Jimmy Jenseits von Romeo Grünfelder

Künstlerische Leiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albrecht Stuby (1979–1990)
  • Martin Rabius (1991–1992)
  • Christel Drawer (1993–2002)
  • Boris Penth (2003–2005)
  • Birgit Johnson (2006–2007)
  • Gabriella Bandel und Philipp Bräuer (2008–2014)[10]
  • Gabriella Bandel[11] und Programmleiter Oliver Baumgarten (2015–2016)[12]
  • Svenja Böttger (ab 2017)[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Filmfestival Max Ophüls Preis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erwin Stegentritt: Die Werkstatt Koop. Die Geschichte der Saarbrücker Künstlergruppe. AQ-Verlag, Saarbrücken 2010, ISBN 978-3-922441-97-7
  2. Saarbrücker Zeitung 18. Januar 2012 "Die 'Keimzelle' des Ophüls-Festivals"
  3. Max-Ophüls-Preis geht an Regisseur Thomas Woschitz. In: Internet-Seiten der Tagesschau. 31. Januar 2009, archiviert vom Original am 1. Februar 2009, abgerufen am 1. Februar 2009.
  4. Pressemitteilungen zum 38. Filmfestival Max Ophüls Preis In: max-ophuels-preis.de. Abgerufen am 5. Januar 2017.
  5. News aktuell: Max-Ophüls-Preis 2008 für Regisseur André Erkau und seinen Film „Selbstgespräche“/Kleines Fernsehspiel im ZDF erhält zudem Auszeichnungen für Filmmusik und Schauspieler. 21. Januar 2008, abgerufen am 4. Juli 2008.
  6. Webpräsenz Max-Ophüls-Festival, abgerufen am 26. Januar 2014
  7. Stefan Schaller gewinnt den BMW Group Förderpreis Film (mittellange Filme) für "Böse Bilder" Pressemitteilung vom 22. Januar 2008
  8. Max Ophüls Preis: BR-Koproduktion "Girls Don’t Fly" ausgezeichnet, BR, abgerufen 2. März 2016
  9. a b c Ein Überblick über die verschiedenen Auszeichnungen, die es in Saarbrücken zu gewinnen gibt. In: Internet-Seiten des Filmfestivals Max Ophüls Preis. Abgerufen am 4. Juli 2008.
  10. Artikel zum 30-jährigen Bestehen des Festivals, Saarbrücker Zeitung, abgerufen am 20. März 2010
  11. Philipp Bräuer verlässt die künstlerische Leitung des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis, Artikel auf der Homepage des Max-Ophüls-Preises, abgerufen am 17. Dezember 2014
  12. Oliver Baumgarten wird neuer Programmleiter, Artikel auf der Homepage des Max-Ophüls-Preises, abgerufen am 17. Dezember 2014
  13. Svenja Böttger wird neue künstlerische Leiterin | Filmfestival Max-Ophüls-Preis. In: www.max-ophuels-preis.de. Abgerufen am 29. Mai 2016.