Max Buchner (Arzt)

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Max Buchner

Max Joseph August Heinrich Markus Buchner, auch: Maximilian Buchner, (* 25. April 1846 in München; † 7. Mai 1921 in München) war ein deutscher Arzt, Ethnograph und Forschungsreisender.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1864 am Wilhelmsgymnasium München[1] studierte Buchner Medizin und wurde beim Norddeutschen Lloyd Schiffsarzt. 1875 begann er eine Reise um die Welt, während der er einen längeren Aufenthalt in Neuseeland und auf verschiedenen Inseln der Südsee hatte. Ende 1878 ging er im Auftrag der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland nach dem äquatorialen Westafrika in das Reich der Lunda. Hier sollte er im Namen von Kaiser Wilhelm I. Geschenke überbringen. Buchner hielt sich in der Hauptstadt Mussumba ein halbes Jahr lang auf und wartete während dieser Zeit vergeblich auf eine Erlaubnis, nach Norden weiterreisen zu dürfen. Drei Versuche auf eigene Faust scheiterten, beim letzten Versuch, über den Loange flohen sogar fast sämtliche Träger, so dass er zur Küste zurückkehren musste.

Auf der Heimreise besuchte Buchner Ende 1881 noch den Kongo, wo er bis zur Station Isanglia kam. Ab Mai 1884 war er ein Reisebegleiter Gustav Nachtigals im Auftrag der Reichsregierung zur Erhebung von Kolonialansprüchen gegenüber westafrikanischen Machthabern und europäischen Konkurrenten. Seine Reiseziele waren die umstrittenen Küstenländer Kapitaï und Koba sowie die nachmaligen deutschen Kolonien Togo und Kamerun. Nachtigal ernannte ihn zum vorläufigen Vertreter des Deutschen Kaiserreiches in Kamerun mit Sitz in Duala. Hier hielt sich Buchner bis Juli 1885 auf und unternahm mehrere Exkursionen in das nähere Binnenland. 1884 beteiligte er sich an der Plünderung des Anwesens des lokalen Königs durch das deutsche Militär und raubte dessen Insignum, einen Tangué (kunstvoll verzierter Schiffsschnabel).[2]

Zwischen 1887 und 1907 war Buchner Konservator am Ethnographischen Museum in München. In dieser Eigenschaft unternahm er vom August 1888 bis zum April 1890 eine Reise nach Australien, Deutsch-Neuguinea und Ostasien.

Werke[Bearbeiten]

  • Reise durch den Stillen Ozean. Breslau 1878
  • Kamerun. Skizzen und Betrachtungen. Leipzig 1888
  • Aurora Colonialis. Bruchstücke eines Tagebuches aus dem ersten Beginn unserer Kolonialpolitik, 1884-1885. München 1914

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht vom K. Wilhelms-Gymnasium zu München. ZDB-ID 12448436, 1863/64
  2. Isabel Pfaff: Unter falscher Flagge. Ein afrikanischer Schatz hängt seit 1885 im Münchner Völkerkundemuseum, Süddeutsche Zeitung, 20. Juni 2013, S. 11