Max Friedrich

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Max Friedrich (* 26. April 1945 in Klosterneuburg) ist ein österreichischer Kinder- und Jugendpsychiater. Seit 1995 ist er Vorstand der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien.

Leben[Bearbeiten]

Max Friedrich legte 1964 in Gänserndorf die Matura ab, im Jahr 1971 schloss er sein Medizinstudium ab. Seit 1977 ist er Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, seit 1980 auch für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie. 1983 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Wien. Im Jahr 1984 wurde Max Friedrich zum ständigen gerichtlich beeideten Sachverständigen für Psychiatrie sowie Kinder- und Neuropsychiatrie bestellt. Er ist Berater verschiedener Bundesministerien in Sekten-, Familien- und Missbrauchsfragen und ist Mitglied nationaler und internationaler Gremien.

Neben zahllosen Fachpublikationen veröffentlichte Friedrich Bücher wie Tatort Kinderseele, Kinder ins Leben begleiten und Die Opfer der Rosenkriege. Er setzt sich unter anderem mit Themen wie Gewalt an der Schule, Rolle der Peer Groups bei Jugendlichen und Homosexualität im Jugendalter auseinander.

Am 10. November 1994 gründete er mit Giora Seeliger in Österreich Rote Nasen Clowndoctors, den Verein zur Förderung der Lebensfreude von kranken oder leidenden Kindern. Er ist Gründer und Leiter des Ambulatoriums Die Boje für Jugendliche, die seelische Probleme haben. Er gehörte dem psychosozialen Team an, das die 1998 entführte und 2006 freigekommene Österreicherin Natascha Kampusch seit ihrer Flucht intensiv betreute.

Kritik[Bearbeiten]

Seit 2008 wird der häufig als Gerichtsgutachter tätige Friedrich wegen angeblich unzureichender oder falscher Gutachten kritisiert: Aufgrund eines Gutachtens Friedrichs wurde ein Kärntner wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter gerichtlich verurteilt und befand sich 22 Monate in Haft, bevor er in einer Verfahrens-Wiederaufnahme freigesprochen wurde.[1][2] Der Justizsprecher der FPÖ, Peter Fichtenbauer, forderte auf einer Pressekonferenz Friedrichs Streichung von der Sachverständigenliste und unterstellte ihm „massenhaft Falschgutachten“ erstellt zu haben.[3] Friedrich wies diese Anschuldigungen entschieden zurück.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2006 Professor-Dr.-Julius-Tandler-Medaille der Stadt Wien in Silber

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ORF: Kritik an Kinderpsychiater Max Friedrich, 11. September 2008
  2. Die Presse: Psychiater Friedrich: Wie gut sind seine Gutachten?, 8. September 2008
  3. krone.at: FPÖ ortet Justizskandal und fordert Konsequenzen; aufgerufen am 6. Januar 2009
  4. Der Standard: Max Friedrich: Kärntner Expertise war "gründlich", 10. September 2008