Max Krause (Unternehmer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Max Krause (* 17. März 1838 in Treuenbrietzen; † 16. Oktober 1913 in Steglitz; vollständiger Name Max Georg Wilhelm Krause) war ein deutscher Unternehmer, Industrieller, Königlich Preußischer Kommerzienrat, Mäzen und u. a. Investor bei der Errichtung der Villen- und Landhauskolonie Karlshorst. Zur sozialpolitischen Unterstützung seiner bis zu 650 Arbeiter errichtete er 18 Wohlfahrtseinrichtungen.[1] Er schuf 1877 den Begriff Papierausstattung.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Krause wurde im Pichelschen Waisenhaus in Burg bei Magdeburg erzogen. Der Lehre in der Papierhandlung Joh. Friedr. Deneke in Magdeburg[3], bei der er den dort gleichfalls in der Lehre befindlichen Friedrich Wilhelm Abel (1840–1890) kennenlernte, dem er freundschaftlich verbunden blieb, folgte 1859 die Außendiensttätigkeit für die Papierfabrik Hoesch in Düren und 1865 die Gründung seiner eigenen Papierfabrik mit einem Kapital von 2000 Talern.

Von 1877 bis zu seinem Tode war er Vorsitzender des Papierindustrie-Vereins (PIV) sowie der 1902 gegründeten Vereinigung für Zollfragen der papierverarbeitenden Industrie und des Papierhandels.[4]

Gemeinsam mit dem Papierindustrie-Verein und dem Verein Deutscher Buntpapierfabrikanten sowie ihren Mitgliedern gelang es ihm, die Mittel zum Erwerb der etwa 11.500 Stücke umfassenden Buntpapiersammlung des in Hannover lebenden Zahntechnikers Ernst Seeger (1840–1911)[5] aufzubringen. So ging die Sammlung 1901 an das Deutsche Buch- und Schriftmuseum über.[6]

1904 überließ Max Krause für das 1907 errichtete Stadtbadt Steglitz[7] an der Bergstraße die benötigten Grundstücksflächen für einen unterbewerteten Kaufpreis von 19 Mark pro Quadratmeter.[8]

Das Grabmal auf dem Friedhof IV der Gemeinde Jerusalems- und Neue Kirche in Berlin-Kreuzberg wurde nach den Plänen des Architekten Bruno Schmitz mit plastischem Schmuck des Bildhauers Franz Metzner ausgeführt.[9]

Unternehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch seine europaweiten Tätigkeit als Handlungsreisender wurde er angeregt, ein Konzept für die Vermarktung von Briefpapier und den zugehörigen Briefumschlägen umzusetzen. Erstmals stellte er Verpackungseinheiten für Briefbögen und Briefumschläge zusammen und lieferte diese in Kassetten oder Mappen[10] aus. Der Lieferumfang wurde auf unterschiedliche Färbungen, Papier mit Wasserzeichen, Monogrammprägung und Ergänzungen mit Vignetten ausgeweitet.

1877 wurde nach einem unternehmensinternen Wettbewerb für seine Produkte der fachspezifische Begriff Papierausstattung eingeführt und von der Papierindustrie übernommen. Nach anfänglichen Vorbehalten seitens der Papierindustrie und Absatzschwierigkeiten setzte sich das System europaweit durch, und im Laufe der Jahre entstanden u. a.Werke in Berlin, Sakrau (Schlesien) und Calbe (Saale), die bedingt durch den Zweiten Weltkrieg verloren gingen.

Mit der Gelben Serie von 1924 wurde zeitgleich für das Markenpapier auch der Werbeslogan „Schreibste mir, schreibste ihr, schreibste auf MK-Papier“ eingeführt.

Nachdem 1952 zunächst in Wiesbaden und anschließend in Mainz die Produktion wieder aufgenommen wurden, musste das Unternehmen wegen Liquiditätsschwierigkeiten 1973 den Geschäftsbetrieb einstellen, und die Produktion sowie der Vertrieb gingen auf das Unternehmen Baier & Schneider in Heilbronn über.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Schmidt-Bachem: Tüten, Beutel, Tragetaschen. Zur Geschichte der Papier, Pappe und Folien verarbeitenden Industrie in Deutschland. 2001, ISBN 3-8309-1037-1, S. 131.
  2. Heinz Schmidt-Bachem: Aus Papier. Eine Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der papierverarbeitenden Industrie in Deutschland. 2011, ISBN 978-3-11-023607-1, Papierausstattung S. 377 f.
  3. Der Unternehmer Max Krause und das Briefpapier (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 21. Mai 2013
  4. Siegfried Mielke: Der Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Industrie 1909–1914. Göttingen 1976, ISBN 978-3-647-35968-7, S. 243.
  5. Deutsche Nationalbibliothek Chronik des Deutschen Buch- und Schriftmuseums
  6. Papierhistorische Sammlungen, abgerufen am 21. Mai 2013
  7. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  8. Stadtbadt Steglitz, Bergstraße, abgerufen am 21. Mai 2013
  9. Berliner Grabmale Retten, abgerufen am 21. Mai 2013
  10. Kassette oder Mappe in Form eines Koverts., abgerufen am 21. Mai 2013